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8,6 Milliarden Gewinn ganz für Aktionäre UniCredit steigt um 9 % – Mega-Ausschüttung lässt Anleger jubeln

Die Aktie der italienischen Großbank UniCredit steigt heute um 9 %. Eine Mega-Gewinnausschüttung lässt Anleger jubeln.

UniCredit Logo

Die Aktie der italienischen Großbank UniCredit steigt heute um 9 % an. Die Italiener zeigen nämlich heute, wie man seine Aktionäre glücklich macht! Bevor wir zur aktuellen Sensationsmeldung kommen: Im folgenden TradingView Chart ein Blick auf das große Bild: Seit Sommer 2022, als die EZB begann die Zinsen massiv anzuheben, stieg die UniCredit-Aktie bis jetzt um 231 %. Dazu als Vergleich: Die Deutsche Bank stieg nur um 64 %, die Commerzbank um 81 %. Hohe Zinsspannen lassen Erträge sprudeln! Aktuell steigt die Aktie auf den höchsten Stand seit November 2015. Dies liegt an einer für die Aktionäre mehr als erfreulichen Meldung.

Entwicklung der UniCredit-Aktie seit Sommer 2022 im Vergleich zu Deutsche Bank und Commerzbank

UniCredit schüttet gesamten Mega-Gewinn aus

Die Bank hat die Aktionärsrenditen für den Gewinn des Jahres 2023 auf 8,6 Milliarden Euro erhöht und damit erneut den Maßstab für die Ausschüttungen europäischer Banken angehoben. UniCredit hat ihren Wert seit dem Amtsantritt von Chief Executive Officer Andrea Orcel im Jahr 2021 verdreifacht und steht damit an der Spitze der europäischen Banken.

Italiens zweitgrößter Kreditgeber verzeichnete im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen Nettogewinn von rund 2,81 Milliarden Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten fast um das Dreifache. Grund dafür waren unerwartet hohe Erträge, geringere Rückstellungen für faule Kredite und ein Gewinn im Zusammenhang mit latenten Steuerforderungen. Entscheidend für den heutigen Jubel an der Börse: Die Bank schüttet 100 % des bereinigten Nettogewinns für das Jahr aus und plant, bis 2024 mindestens 7,7 Milliarden Euro an Gewinn auszuschütten.

UniCredit „schlägt ein“ mit einem besseren Gewinn, einer höheren Ausschüttung und einem verbesserten Ausblick für 2024, schrieb Azzurra Guelfi, Analystin der Citigroup laut Bloomberg in einer Notiz. Die Aktie ist eine der beliebtesten des Sektors, aber die Geschichte übertrifft die Erwartungen“.

Verbesserte Aussichten

Orcel genießt Rückenwind durch steigende europäische Zinssätze und die Auswirkungen eines Effizienzprogramms, das er seit seinem Amtsantritt im Jahr 2021 durchgesetzt hat. Während die UniCredit die Anleger mit den besten Renditen in Europa beglückte, sieht man sich wie die Konkurrenz nun einer schwächelnden Wirtschaft und einem Ende der Zinserhöhungen gegenüber.

Der in Mailand ansässige Kreditgeber hat seit 2021 fast 18 Milliarden Euro in einer Mischung aus Bardividenden und Aktienrückkäufen ausgeschüttet und damit sein Ziel für Ende 2024 ein Jahr früher als geplant erreicht. Ab diesem Jahr wird die UniCredit eine Zwischendividende einführen und plant, mindestens 90 % seines bereinigten Nettogewinns auszuschütten, so heißt es in der Erklärung.

„Die robuste Qualität der Aktiva und die starken Verteidigungslinien versetzen uns in eine beneidenswerte Position, um weiterhin erfolgreich durch ein unsicheres Umfeld zu steuern“, so Orcel in der Erklärung. Die Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4,6 %, da die Bank von den höheren Zinssätzen profitierte. Orcel versucht nun, sich stärker auf das gebührengenerierende Geschäft als zweiten Gewinnmotor zu konzentrieren.

Zu den Änderungen, die Orcel vornimmt, gehört der Wiederaufbau von ertragsgenerierenden „Produktfabriken“, um neue Dienstleistungen zu entwickeln und die Gebühren zu erhöhen. Er sagte, dass er in diesem Jahr mit niedrigeren Nettozinserträgen rechnet, da die Kunden höhere Zinssätze für ihre Einlagen verlangen.

Experteneinschätzung

Das sagt Bloomberg Intelligence: Die Tatsache, dass UniCredit den Konsens für das vierte Quartal durchweg übertrifft, deutet auf eine solide Rentabilität im Jahr 2024 hin, mit dem glaubwürdigen Ziel, eine Rendite auf das materielle Eigenkapital zu erzielen, die dem Niveau von 2023 (Mitte 16 %) entspricht. Die Gesamtausschüttung der Aktionäre für die Geschäftsjahre 2023-24 könnte sich nach unseren Berechnungen auf fast 16 Milliarden Euro belaufen, was etwa 35% der Marktkapitalisierung entspricht. Die Zinsannahmen der Bank für 2024 erscheinen realistisch, und die Qualität der Aktiva bleibt günstig.
– Lento Tang, Ilia Shchupko, BI-Analysten

Reduzierte Kosten, Eigenkapital und Rückstellungen

UniCredit hat die Kostenreduzierung intensiviert und im vierten Quartal rund 1.350 Stellen abgebaut. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten der Bank mit Sitz in Mailand lag Ende Dezember bei 70.752, wie aus den am Montag veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Die Bank buchte Integrationskosten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2023.

Die harte Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1) der UniCredit, ein wichtiger Maßstab für die Finanzkraft, lag Ende Dezember bei 15,9 %. Die Bank hat im Quartal 300 Millionen Euro für faule Kredite zurückgestellt, weniger als die Hälfte der Erwartungen der Analysten. Orcel hat oft gesagt, dass die Bank für eine Zeit der makroökonomischen Unsicherheit „gut positioniert“ sei. Die zusätzlichen Rückstellungen – sogenannte Overlays – für potenzielle Verluste wurden mit rund 1,8 Milliarden Euro bestätigt.

FMW/Bloomberg



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