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Uniper macht 40 Milliarden Euro Verlust in 9 Monaten

Uniper macht 40 Milliarden Euro Verlust in 9 Monaten. Dies liegt an den höheren Gas-Beschaffungskosten von Deutschlands größtem Importeur.

Gas-Flamme

Deutschlands größter Gas-Importeur Uniper hat in den ersten 9 Monaten des Jahres 40,37 Milliarden Euro Verlust gemacht. Das zeigt der aktuell veröffentlichte Bericht. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es „nur“ -4,8 Milliarden Euro. In seiner Headline-Story betont Uniper das „bereinigte EBIT“ von -4,76 Milliarden Euro (Vorjahr +614 Millionen Euro). Der Umsatz stieg im Jahresvergleich von 78,5 auf 213,3 Milliarden Euro – verständlich bei den explodierenden Gaspreisen!

Was Uniper dazu zu sagen hat? Hier einige Aussagen auszugsweise im Wortlaut: Um seine Kundenverträge bedienen zu können, war und ist Uniper gezwungen, Gas zu hohen Preisen an den Spotmärkten zu kaufen. Positiv auf das Gasgeschäft wirkten volatile und steigende Preise sowie Absicherungsgeschäfte für zukünftige Gaslieferungen. Das internationale Portfolio wurde durch den Ausfall von LNG-Lieferungen aus dem amerikanischen Freeport-LNG-Terminal aufgrund eines Feuerschadens an der dortigen Infrastruktur belastet. Ebenso wirkte sich der Wegfall außergewöhnlicher Optimierungserträge aufgrund extrem kalten Wetters im vergleichbaren Vorjahreszeitraum negativ auf das internationale Portfolio aus.

Der IFRS-Konzernfehlbetrag in Höhe von rund 40 Mrd. € enthält rund 10 Mrd. € an realisierten Kosten für Ersatzmengen und rund 31 Mrd. € an erwarteten künftigen Verlusten aus Bewertungseffekten bei Derivaten und Rückstellungsbildungen im Zusammenhang mit den russischen Gaskürzungen zum 30. September 2022.

Die wirtschaftliche Nettoverschuldung ist signifikant von 324 Mio. € auf 10.906 Mio. € gestiegen. Der Hauptgrund war ein negativer operativer Cashflow in Folge der russischen Gaslieferkürzungen in Verbindung mit dem Aufbau von Gasspeichervorräten aufgrund höherer Gaspreise. Der operative Cashflow wurde außerdem durch Maßnahmen zur Liquiditätsoptimierung, die im Jahr 2021 ergriffen wurden, negativ beeinflusst. Positiv auf die wirtschaftliche Nettoverschuldung wirkten geringere Pensionsrückstellungen aufgrund gestiegener Zinsen.

Zu den Rettungsmaßnahmen des Bundes schreibt Uniper zum aktuellen Stand: Wie Uniper am 21. September 2022 mitteilte, haben sich die deutsche Bundesregierung, Uniper und Fortum auf ein angepasstes finanzielles Stabilisierungspaket für Uniper geeinigt, das die Auswirkungen der Gaslieferbeschränkungen umfassend berücksichtigt. Im Rahmen des Stabilisierungspakets wird die kurzfristige Liquidität von Uniper durch Kreditlinien der bundeseigenen KfW-Bank sichergestellt. Diese belaufen sich aktuell auf 18 Mrd. €, von denen Uniper 14 Mrd. € bis Ende Oktober 2022 in Anspruch genommen hat. Die deutsche Bundesregierung wird sich mit 98,6% an Uniper beteiligen, indem sie 8 Mrd. € Eigenkapital in Form von neu ausgegebenen Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,70 € je Aktie bereitstellt und die derzeit von Fortum gehaltenen Uniper-Aktien erwirbt. Eine darüberhinausgehende Unterstützung wird durch zusätzliche Maßnahmen durch den Bund als Teil des Stabilisierungspakets gedeckt werden. Die Einzelheiten dieser zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen werden derzeit zwischen der Bundesregierung und Uniper final abgestimmt. Die Zustimmung der Aktionäre zur Kapitalerhöhung wird im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeholt, die derzeit ebenfalls für die zweite Dezemberhälfte 2022 geplant ist.



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3 Kommentare

  1. Der deutsche Staat ist mit über 98 Prozent an Uniper beteiligt. Das Unternehmen macht weiter gewaltige Verluste beim Einkauf teuren Gases und die Regierung weigert sich Fracking ins Auge zu fassen. Obwohl wir auf Vorräten sitzen, die uns über Jahre den Umbau zu den Erneuerbaren erleichtern und finanzieren könnten. Wenn Ideologie Ökonomie dominiert. Dann lieber zu Mondpreisen und großen CO2-Schäden aus Übersee importieren. Deutschland erwache!

  2. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 3.11.2022 | das-bewegt-die-welt.de

  3. Uniper als jetzt deutsches staatliches Unternehmen will in Schweden ein Kernkraftwerk bauen, denn die Schweden haben disbezüglich viel Innovatives vor.
    Und Habeck muss zusehen !!
    Die Heuchelei wird immer krasser.

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