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US-Staatsschulden unter Trump + Langzeitvergleich mit Bush und Obama

Claudio Kummerfeld

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Die US-Staatsschulden steigen, und steigen, und steigen. Donald Trump wird dank seiner massiven Steuersenkungen allgemein als Schuldenmacher bezeichnet, der maßlos mehr Geld ausgibt als eingenommen wird. Das mag inhaltlich auch richtig sein. Aber beispielsweise sein angeblich so vernünftiger Vorgänger Barack Obama schaffte es binnen acht Jahren ganz ohne Steuersenkungen die Schuldenlast der USA fast zu verdoppeln von 11 auf knapp 20 Billionen US-Dollar. Das war eine „reife“ Leistung! Auch Obama´s Vorgänger George Bush schaffte eine beinahe Verdoppelung binnen acht Jahren von 5,7 auf 11 Billionen Dollar. Er könnte auf Nachfrage immerhin immense Ausgaben im Kampf gegen den Terror als Grund anführen.

Vereinfachtes Fazit: Egal ob Republikaner oder Demokrat, egal ob Steuersenkungen oder nicht – die US-Staatsschulden steigen immer weiter an, und das in einem enormen Tempo. Donald Trump hat in seinen ersten 1 1/2 Jahren Amtszeit eine Steigerung von 19,96 auf jetzt 21,44 Billionen Dollar „erreicht“. Diese Steigerung von 1,48 Billionen Dollar entspricht gerade mal einer Steigerung von 7,4% der Schulden bezogen auf seinen Amtsantritt. Aus rein prozentualer Betrachtungsweise steht Trump also im „Zwischenspurt“ recht gut da im Vergleich zu seinen Vorgängern.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Einnahmeausfälle, welche durch die jüngst massiv reduzierten Steuersätze entstehen, dürften in den nächsten Jahren erst noch voll durchschlagen. Man darf gespannt sein. Denn laut Trump-Administration soll durch die Steuersenkungen und das Zurückholen gigantischer Firmenvermögen aus dem Ausland die US-Wirtschaft ja so stark stimuliert werden und wachsen, dass trotz geringerer Steuersätze deutlich mehr Steuern eingenommen werden. Es gibt zwar noch keinen historischen Beweis für diese Theorie, aber lassen wir uns überraschen!

In der folgenden Grafik zeigen wir den Anstieg der US-Staatsverschuldung in Monatsschritten seit Trump´s Amtsantritt Anfang 2017. Sie stieg von 19,96 auf jetzt 21,44 Billionen Dollar.

US-Staatsschulden unter Trump

In der folgenden Grafik zeigen wir die US-Staatsschulden seit dem Jahr 1995, wo sie noch bei „lumpigen“ 5 Billionen Dollar lagen. Rot markiert haben den jeweiligen Amtsantritt der US-Präsidenten. Bush begann mit 5,7 Billionen, und Trump liegt inzwischen bei 21,44 Billionen US-Dollar.

US-Staatsschulden seit 1995

Datenquelle: US Treasury

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    tm

    4. September 2018 17:44 at 17:44

    „Aber beispielsweise sein angeblich so vernünftiger Vorgänger Barack Obama schaffte es binnen acht Jahren ganz ohne Steuersenkungen die Schuldenlast der USA fast zu verdoppeln von 11 auf knapp 20 Billionen US-Dollar. Das war eine „reife“ Leistung! “

    Ach bitte. Als Obama das Amt übernahm, lag das Defizit im Bundeshaushalt bereits bei 6,4% und die US-Wirtschaft befand sich im freien Fall. Das Defizit stieg daher natürlich noch etwas an, es dauerte schließlich einige Monate bis zur Trendwende, aber die kam dann ja auch. WÄhrend sich die Wirtschaft erholte und die Arbeitslosigkeit sank, sank auch Jahr für Jahr das Defizit unter Obama:
    http://www.msnbc.com/rachel-maddow-show/how-not-report-the-us-budget-deficit

    Trump hingegen hat ein Defizit von lediglich 3,1% übernommen und es bei gleichzeitig guter wirtschaftlicher Lage mittlerweile auf 3,7% erhöht. Obama hat Trump also einen konsolidierten Haushalt, eine niedrige Arbeitslosigkeit und solides Wachstum übergeben.

    Wie hätten Sie denn damals, 2009 gehandelt, damit die Staatsschulden schlagartig nicht mehr steigen, gleichzeitig aber die Konjunktur stabilsiert wird und die Arbeitslosigkeit nicht mehr steigt?

  2. Avatar

    tm

    4. September 2018 17:47 at 17:47

    Immer wieder schön im diesem Zusammenhang finde ich diese Grapghiken, wo gezeigt wird, wie hoch die Schulden ohne die (überflüssigen) Reagan- und Bush- Steuersenkungen wären:

    https://rwer.wordpress.com/2012/08/19/usa-national-debt-graph-by-president-roosevelt-to-obama/
    http://www.freerangelongmont.com/2011/02/19/bush-and-reagan-created-us-debt/
    http://economixcomix.com/2013/09/09/spending-and-debt/

  3. Avatar

    Zimmermann

    4. September 2018 17:55 at 17:55

    Wenn ich den Chart richtig deute, dann müssten die US Staatschulden unter der Trump Ära auf 40 Billionen USD steigen. Oder bin ich da falsch, und wenn ja, warum?

    • Avatar

      tm

      4. September 2018 18:24 at 18:24

      Im laufenden Jahr macht Trump recht genau so viele neue Bundesschulden pro Monat wie Obama in seiner Amtszeit – allerdings hat Trump bisher auch noch keine Rezesison zu verzeichnen, während Obama Präsident wurde als sich die USA in der größten Wirtschaftskrise seit 1929-33 befanden. Vergleicht man nur H1 2018 mit H1 2016 hat Trump die Schuldenaufnahme mittlerweile verdoppelt.

      Ich würde gerne in den kommenden Tagen mal die langfristige Kreditaufnahme der verschiedenen US-Präsidenten seit 1969 sowie die Rezessionszeiten zeigen.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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