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US-Wirtschaft: Erste Zeichen der Abkühlung – Gipfel überschritten?

Die US-Wirtschaft vor einer Abkühlung?

Steigende Rohstoffpreise, steigende Inflationsdaten im Inland und eine stark expandierende US-Wirtschaft- dies alles sorgt die Märkte, dass es mit dem billigen Notenbankgeld bald weniger werden könnte. Stichwort Tapering. Doch jetzt zeigt ein nationaler Wirtschaftsindex eine Abkühlung des wirtschaftlichen Wachstums an.

US-Wirtschaft: Chicago Fed National Activity Index rückläufig

Der Index der Fed von Chicago ist ein nationaler Index, der das Wachstum der US-Wirtschaft misst und Selbiges ist im Monat April gegenüber dem Vormonat von +1,71 auf +0,24 Punkten gefallen. Die 85 Einzelindikatoren geben Auskunft über die Wirtschaftaktivitäten, einschließlich des Inflationsdrucks.

Für mich ist dies auch wiederum ein Beispiel dafür, dass kaum jemand über eine größere Datenlage verfügt als die Federal Reserve, mit ihren 12 nationalen Distriktbanken. Nach meiner Wahrnehmung sind Äußerungen von Jerome Powell deshalb geprägt von politischen, taktischen und psychologischen Gesichtspunkten (und Abhängigkeiten) – und nicht etwa von fehlender Faktenkenntnis. Aber in die Zukunft kann kein Wirtschaftsmodell seriös blicken.

Hier die Grafik mit der Darstellung des CNFAI seit 2007. Die blaue Linie ist die Dreimonatsglättung, bei minus 0,7 im Index steigt die Wahrscheinlichkeit einer Wirtschaftsschrumpfung drastisch an.

US-Wirtschaft mit Abkühlung?

Hier eine noch längere Übersicht, bis ins Jahr 1967, die zeigt, dass bei einem Negativwert tatsächlich eine Rezession folgte.

Es gab schon acht Schrumpfungen der US-Wirtschaft in diesen Zeitraum, der im Übrigen die lange Phase des Wirkens von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway abbildet.

Man erkennt, dass der 3-Monatsdurchschnitt bei einem Wert unter minus 0,70 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit angibt, dass es anschließend zu einer Rezession kommt und umgekehrt.

Wie es der Chicago Fed National Activity Index erklärt:

Die US-Wirtschaft seit 1967

Hier sieht man die Auslegung der Indexdaten in Relation zur gesamtwirtschaftlichen Lage. Klar befindet sich die US-Wirtschaft nach dem Reopening der US-Wirtschaft alles andere als vor dem Beginn einer Phase der wirtschaftlichen Schrumpfung.

Aber ist die Sorge der Fed darüber, ob die US-Wirtschaft wirklich so boomen wird, vielleicht doch nicht nur Taktik?

Chicago Fed Index

Fazit

Mit jeder Woche, die ins Land zieht, verbessert sich einerseits die Datenlage über die Entwicklung der US-Wirtschaft sowie der Inflation – und zugleich beginnt der Basiseffekt bei der Inflationsberechnung an Dynamik zu verlieren. Schließlich fand der große Lockdown, an dem bis zu vier Milliarden Menschen in häuslicher Quarantäne saßen, in den ersten vier Monaten des Jahres 2020 (mit China beginnend) statt.

Damit stellt sich die Frage: wieso reagieren die Börsen nicht auf eine erwartete Inflationsrate von vier Prozent diesseits und jenseits des Atlantiks? Trotz eines weiter steigenden Ifo-Index hierzulande, gibt es Anzeichen eines sich moderat abschwächenden Anstiegs der wirtschaftlichen Tätigkeit in den USA, aber auch China bremst. Vermutlich ist es immer noch die Aussicht auf weiter fließendes Notenbankgeld, was die Märkte oben hält, denn die Börsen mögen weder eine zu stark boomende Wirtschaft, noch einen Rückgang der eingepreisten Unternehmensgewinne.

Letzte Schlagzeile gestern in den USA:

„New home sales fall nearly 6 percent in April!“

Könnte es sein, dass sich Europa kurzfristig besser entwickeln wird als die USA?



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