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Volksrepublik Dummendorf

Markus Fugmann

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am

Von Kilian Kimmel

Der lang erwartete Ausbruch aus dem Seitwärtsgedaddel erfolgte nach oben. Zu verdanken ist dieses Ereignis der „So-Gut-Wie-Tatsache“, dass die EZB nächste Woche die Schleusen öffnet. Zinssenkung auf Quasi-Null ist klar und Negativzins und Wertpapierkäufe will man auch haben. Wenn nicht beide, dann zumindest eins von beiden. Solche Erwartungen klingen nach einer satten Enttäuschung nächste Woche mit anschliessendem DAX-Abverkauf.

Alle Maßnahmen, die der EZB jetzt noch zur Verfügung stehen um Inflation und Konjunktur anzutreiben sind umstritten, weil sie woanders (z.B. Dänemark und England) bereits teilweise umgesetzt wurden, aber nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Fakt ist auch, dass sich die Kreditsituation in den europäischen Großbanken in keinster Weise verbessert hat und deshalb nicht damit zu rechnen ist, dass die Kreditvergabe an die Realwirtschaft angekurbelt wird. Zum Dritten ist die Anleiheblase auch für die EZB besorgniserregend: sie warnte kürzlich vor einem spekulativen Crash, der die Renditen der Anleihen steigen lassen würde und somit verschuldete Regierungen und Banken in Not bringen könnte.

Auffällig waren die Notenbanker, die täglich abwechselnd ein Handeln im Juni vorab ankündigten, was ursächlich für den DAX-Anstieg der letzten Tage war. Diese Verbalgymnastik ist neu und klingt nach Verzweiflung. Anscheinend befindet sich die EZB in der letzten Stufe vor dem „All-Out-Collapse“. Machen die Notenbanker ihre Ankündigungen wahr, dann sind ihre Möglichkeiten in der Zukunft beschränkt, dann müssen neue Instrumente erfunden werden, um agieren zu können.

Was auch nächste Woche bekanntgegeben wird, es ist negativ zu werten. Keine Aktionen enttäuschen die Anleger, umfangreiche Aktionen lassen vermuten, das die Situation im fünften Jahr nach der Finanzkrise immer noch nicht im Griff ist.

Auf der politischen Bühne ist die Situation ebenfalls beunruhigend. Die Bürger haben entschieden und insbesondere in England und Frankreich das Ende der Lobbyisten-EU eingeläutet. Beide Länder müssen nun reagieren und den Willen ihrer Bürger umsetzen, wollen sie nicht die nächsten nationalen Wahlen krachend verlieren. Somit heißt die Devise für die nächsten 5 Jahre: Weniger EU und weniger Vielfalt in Einheit. Dies verlangt einen neuen kritischen Kommissionspräsidenten und Reformen, welche die EU beschränkt.

Die EU wollte für die Menschen da sein, hat aber nur ihre Lobbyisten bedient. Die EZB wollte die Finanz- und Schuldenkrise bekämpfen, hat aber nur mit Hilfe neuer Schulden die alten Schulden umgebucht. Am Ende löst sich die EU in unabhängige Volksrepubliken auf und jedes Dorf kriegt seine eigene Währung.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Helmut

    30. Mai 2014 15:58 at 15:58

    „Am Ende löst sich die EU in unabhängige Volksrepubliken auf und jedes Dorf kriegt seine eigene Währung.“
    Hauptsache wir bekommen bald wieder den Schilling in Österreich ;-)

  2. Avatar

    Michaelb

    30. Mai 2014 16:06 at 16:06

    Herr Kimmel das ist ein sehr guter Bericht von Ihnen !

    Absolut zutreffend.

  3. Avatar

    Amadeo

    30. Mai 2014 17:25 at 17:25

    Naja, er übertreibt, oder? ;)

  4. Avatar

    J. Frank

    30. Mai 2014 20:47 at 20:47

    Der Euro steigt, die Lager/Halden fuellen sich, die Wirtschaft laeuft Prima, alles gut! Kein Crash, nur Angstmache!

  5. Avatar

    Hans

    1. Juni 2014 18:28 at 18:28

    Und die Freunde von IM Erika sind wahre Demokraten :-P

    http://www.youtube.com/watch?v=CI9_aQ1AkkA

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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