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Wahnsinn: „Public Private Partnership“ wird wohl flächendeckend kommen

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Von Claudio Kummerfeld

Die Schuldenbremse für die öffentlichen Haushalte zwingt Bund, Länder und Kommunen zum Sparen. Aber Bürgermeister und Landräte müssen dringend sanieren und neu bauen, z.B. Brücken, Schulen uvm. Aber wovon bezahlen? „Public Private Partnership“ bietet einen schnellen, verführerischen und „einfachen“ Ausweg, führt langfristig aber dazu, dass die Projekte deutlich teurer für den Steuerzahler werden.

Sigmar Gabriel
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
Foto: Tobias Koch / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Public Private Partnership

Aufgrund der Schuldenbremse hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Expertenkommission ins Leben gerufen, um anscheinend den Großteil der öffentlichen Investitionsvorhaben auf das angelsächsische Modell „Public Private Partnership“ (oder auch ÖPP genannt / Öffentliche Private Partnerschaft) umzustellen. Private Investoren finanzieren, bauen und betreiben Gefängnisse, Autobahnen, Brücken, Schulen uvm. Der Staat mietet diese Objekte über lange Zeiträume von z.B. 30 oder 50 Jahren vom Investor zurück. Rechnet man die Miete über die gesamte Laufzeit zusammen, ist es für die staatliche Institution, die den Bau in Aufrag gibt, immer günstiger selbst zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben, denn der Investor holt sich seine Investitionssumme + ordentliche Rendite vom Staat zurück, gestreckt über die gesamte Laufzeit. Dadurch, dass der Staat „nur“ eine monatliche Miete zahlt, fällt die völlig überteuerte Bezahlung nicht so sehr auf. Bei einem Projekt, oder zwei drei Stück auch noch nicht. Aber wenn alle staatlichen Institutionen alle ihre neu zu bauenden Objekte nur noch über eine „Public Private Partnership“ abwickeln um kurzfristig keine neuen Schulden machen zu müssen, schwindet langfristig die laufende Liquidität, die monatlichen Belastungen für die Kommunen steigen immens.

Dass die „PPP´s“ bereits beschlossene Sache sind, kann man an der fehlenden Zurückhaltung der „PPP“-Lobby erkennen. So heißt es vom Lobbyverband „Arbeitskreis ÖPP im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie“ Zitat:

„Die Initiative von Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesverkehrs¬minister Dobrindt, privates Kapital über ÖPP-Modelle in die Infrastruktur zu investieren, ist ein deutliches, positives Signal.“

Argumentation für PPP / ÖPP

Es gibt eine goldene Regel oder besser gesagt goldene Schlussfolgerung: Kein privater Investor, der in irgendetwas Geld investiert, tut dies aus Mitmenschlichkeit oder Nächstenliebe. Er möchte Rendite erzielen, und zwar möglichst viel. Und dies ist auch sein gutes Recht. Nur wenn die Rendite auf Kosten der Steuerzahler erzielt werden soll, ist die Politik gefragt genau zu überlegen, ob sie das zulassen will. Die ÖPP/PPP-Lobby ist sich dieses offensichtlichen Problems bewusst und argumentiert durchaus schlau. Ein Auszug:

„Mit Öffentlich-Privaten Partnerschaften gibt es schon heute einen bewährten Rechtsrahmen, in dem privates Kapitalangebot und öffentlicher Investitions¬bedarf zueinander gebracht werden können“, erklärte Matuschka. Zwar sei es richtig, dass institutionelle Anleger in solchen Projekten höhere Zinsen erwarten als beim Erwerb von Staatsanleihen. Von einer Subvention für Lebensversicherer zu überteuerten Zinsen, wie Kritiker einwenden, könne jedoch nicht die Rede sein. Anders als beim Erwerb von Staatsanleihen über¬nähmen Kapitalanleger in ÖPP-Projekten Projektrisiken aus Planung, Bau, Erhaltung und Betrieb. Im Gegenzug werde der Staat um solche Risiken entlastet. Da die Investitionen mindestens über 25 Jahre abgezahlt würden, trage der private Partner ebenso lang die Verantwortung für das Projekt. Matuschka: „Für mich ist das ein fairer Deal zum Nutzen des Staats, der Gemeinschaft der Versicherten und der Steuerzahler. Durch das gemeinsame Engagement kann der enorme Investitionsstau abgebaut und die Wett¬bewerbsfähigkeit Deutschlands erhöht werden.“

Die Risiken von Bau, Betrieb und Planung würde statt dem Staat der Privatinvestor tragen. Mit diesem Argument möchte die Lobby wohl darauf anspielen, dass Projekte wie Elbphilharmonie und Berliner Flughafen um ein Vielfaches teurer werden als geplant. Und in der Tat hätten private Bauherren wohl deutlich günstiger gebaut, doch daraus die Argumentation abzuleiten, alle öffentlichen Projekte, jedes Schulgebäude, alles solle nur noch privat gebaut werden, das ist ein Argument, das nur den Zeitgeist aufnimmt und nicht beachtet, wie viele tausende öffentliche Projekte im Rahmen der Kosten bleiben. Außerdem, so das vorige Zitat, trage der private Partner für mind. 25 Jahre die Verantwortung für den Bau. Auch kein Argument, so finden wir, denn diesen Betrieb lässt man sich ja fürstlich über die laufende Miete bezahlen.

Rechenbeispiel

Anhand eines Rechenbeispiels wollen wir veranschaulichen, wie sich PPP / ÖPP auswirkt. Was zunächst kostenschonend und bequem ist, wird in ferner Zukunft zum Albtraum. Die Schule „Bildungszentrum Ostend“ in Frankfurt scheint als ÖPP-Projekt in Hessen bereits traurige Berühmtheit erlangt zu haben. Laut damaliger Oberbürgermeisterin gäbe es bei dem Projekt einen „Effizienzvorteil von 25%“ gegenüber dem Bau durch die Stadt. Die Schule wurde privat gebaut und wird auch privat betrieben von 2005-2025. Es gibt eine jährliche Staffelmiete, beginnend von anfangs 4 Mio bis rauf auf 5,6 Mio Euro. Am Ende zahlt die Stadt noch einmalig 11 Mio Euro „Ablöse“, so dass die Schule die Stadt insg. 102 Mio Euro kosten wird. Der Privatinvestor soll aber nur 55 Mio investiert haben (Material von „Attac“). Laut dem Portal der ÖPP-Lobby (oepp-plattform.de) hat der private Betreiber sogar nur 42 Mio Euro investiert. Da kann man nur sagen „Hut ab“, tolle Rendite!

Bundesrechnungshof

Der wohl neutralste und von allen Seiten anerkannte Teilnehmer in Streitfragen, der Bundesrechnungshof, kam letztes Jahr zu einem eindeutigen Urteil. So heißt es in einem Gutachten (Seite 40 der PDF-Datei) wörtlich:

„Die ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbau (Anm. d. Redaktion: Autobahnen) sind nach den Berechnungen des Bundesrechnungshofs deutlich teurer als die konventionelle Realisierung durch die öffentliche Hand“.

Eine eindeutige Aussage, die wohl keine Beachtung gefunden hat. Immerhin war das Gutachten direkt an den Deutschen Bundestag adressiert. Hat Sigmar Gabriel davon nichts mitbekommen?

„Public Private Partnership“ längst beschlossene Sache?

Es scheint so zu sein – Sigmar Gabriel will „Public Private Partnership“ (ÖPP) durchsetzen. Wahrscheinlich möchte er damit Gutes tun und handelt ohne bösen Hintergedanken. Dass er vermutlich jahrelang von Lobbyisten bequatscht wurde und nicht versteht, dass eine 30jährige Ratenzahlung addiert deutlich teurer ist, als wenn man etwas selbst baut, geht im Meer der Lobby-Argumente unter. Wieder mal schade. Die Quittung erhalten die Kommunen erst im Lauf der Jahre, wenn die monatlichen Zahlungen für immer mehr ÖPP´s sich aufsummieren und unerträglich hohe Belastungen erzeugen.

Erst vorgestern hat eine „Expertenkommission„, in der neben Gewerkschaften auch Vertreter von Baukonzernen, Deutscher Bank, Allianz, Siemens und BASF saßen, Sigmar Gabriel einen „Investitionsplan für Deutschland“ übergeben, in dem PPP´s / ÖPP´s eine zentrale Rolle spielen. Haupttenor: Private sollen es richten. Das Bundeswirtschaftsministerium schreibt auf seiner Webseite zur Expertenkommission:

„Bei der dritten Sitzung am 17. November 2014 wurden nationale und internationale Erfahrungen mit privaten Finanzierungsmodellen öffentlicher Infrastruktur, insbesondere im Verkehrsbereich, diskutiert. Dabei wurden Erfolgsfaktoren für Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) identifiziert und ausführlich über Möglichkeiten einer systematischen Weiterentwicklung dieser Beschaffungsvariante gesprochen. Ferner wurden Handlungsoptionen zur Stärkung der privaten Investitionen erörtert, wobei vor allem der regulatorische Rahmen im Zeichen der Energiewende sowie die Bedeutung von innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen herausgestellt wurden.“

Viele deutsche Kommunen hatten sich in den letzten 15 Jahren bereits abenteuerliche Zins- und Investmentkonstruktionen von Banken aufschwatzen lassen. Gerade erst erholen sie sich von diesem Debakel, und müssen erleben, dass die dicke Rechnung immer erst später präsentiert wird. Und nun wird Sigmar Gabriel den völlig klammen Kommunen wohl demnächst ein Konzept vorlegen, wie sie praktisch umsonst ihre kaputten Brücken, Straßen und Schulen sanieren können. Einfach so, ohne eigenes Geld… da ist natürlich kein Haken dran an der Sache… es ist genau so als würde man in einen Elektronikmarkt gehen und einen Fernseher auf Kredit kaufen. Der steht noch am selben Abend im Wohnzimmer und wird benutzt. Aber das Geld dafür zahlt man immer noch, wenn er bereits jahrelang benutzt und vielleicht schon völlig veraltet ist.

Wohl nur noch eine Frage von Wochen oder Monaten, bis Sigmar Gabriel dem Bundeskabinett einen Gesetzentwurf vorlegt, der grundlegend den Bau von Schulen, Gefängnissen, Brücken und Straßen Privatinvestoren andient.

11 Kommentare

11 Comments

  1. KK

    23. April 2015 19:05 at 19:05

    Na dann mal viel Vergnügen den durstigen Seelen.

    Jeder öffentliche Brunnen wird aus Profitgründen mit einem Münzautomaten gesichert werden. Weh dem, der nicht das nötige Kleingeld dabei hat, um seinen Durst zu stillen.

    Und mit der Zeit werden wir wohl wieder selber nach Wasser graben müssen – wie heut schon die Griechen – denn wenn die Münzautomaten nicht mehr rentieren, wird auch das Zuflusssystem nicht mehr unterhalten werden und wem das Wasser dann nicht persönlich miteignet, na, der guckt halt in die Röhre

    dann is au mit grabe nix, gell.

    Hatten wir nicht diese Experimente bereits mal irgendwo (Südamerika, Afrika …) – mal wieder nachlesen, wie das dort endete.

  2. Werner

    24. April 2015 08:15 at 08:15

    Gabriel…..“wahrscheinlich will er damit Gutes tun…“ HÄ?
    in der Politik geschieht nichts zufällig und Gutes schon gar nicht! Der Vorsitzende der Partei des inzwischen mehrfachen Volksverrats macht dem Namen seiner PArtei alle Ehre: SPD = die Partei des Volksverrats.

  3. palina

    24. April 2015 08:19 at 08:19

    das hat doch Zukunft. Weitere Ausbeutung für alle! Gibt es eigentlih noch irgendwas, das normal läuft? Unser Staat hat mafiöse Strukturen.
    Hier ein interessantes Interview zu dem Thema
    https://www.youtube.com/watch?v=3Gg_r6zf0m8

  4. stromerhannes

    24. April 2015 08:57 at 08:57

    Das entsprechende Gesetz wurde wenige Tage vor der vorletzten Bundestagswahl EINSTIMMIG durchgewunken!
    SPD- Mann Heyl war der Initiator. Auf wessen Befehl auch immer..

    Die Arbeitsleistung von Generationen wird seitdem zerstört, verscherbelt und die Folgekosten zahlen wir Bürger.

    Dazu die Stichworte, bei denen man Aufmerken muss: „cross- boarder“ sowie “ sale and lease back „.

    Die gesamte Regierung ist de jure kriminell!!!

  5. anthony

    24. April 2015 12:52 at 12:52

    Alles was die Vorgenerationen geschaffen haben, wird im null komma nichts verscherbert. Und wir schauen zu, ach nein , wir schauen “ Frauentausch“ und der Möchtegernntelektuelle schaut sich ZDF History an.

  6. Dietmar

    24. April 2015 14:06 at 14:06

    Damit bringen der angloamerikanische Geldadel und dessen Investoren-Netzwerk die ultimative Waffe der Finanz-Oligarchen in Stellung:

    Während der Migrantenkrieg mit Afrika- und Nahost-Flüchtlingen die Sozialsysteme sprengt, der Wirtschaftsstandort D mit der Energiewende abgewickelt wird und der endgültigen Kolonialisierung der EU durch die VSA mit TTIP u.a. ein juristisches Mäntelchen verpasst wird, wird mit PPP u. Crossborder Leasing die allumfassende Privatisierung zum Ausverkauf unseres Landes betrieben.

    Dumm-Korrupte Opportunisten in Regierung und (Schein-)Opposition halluzinieren, sie hätten das ökonomische Petpetuum Mobile erfunden und verhökern auch noch die letzten, verbliebenen Aktivposten kommmunaler Daseinsvorsorge an Fremde, die sich bei soviel Entgegenkommen nicht erst die Mühe machen müssen, unser Land mit Krieg zu überziehen; schließlich sind wir ja schon besetzt und verscherbeln gerade die Zukunft unserer Nachfahren durch mafiose Verbrecher in def Regierung

  7. roxsi

    24. April 2015 21:37 at 21:37

    Wäre der Staat allein kreditschöpfungs- und gelddruckberechtigt, könnte er solche Investitionen leicht finanzieren, ohne daß sich private Firmen dabei die Hände waschen könnten. Er wäre Schuldner und Gläubiger in einem und es gäbe keine Zinsen. Da wir aber seit 1945 unter der Fuchtel der Federal Reserve – ein 1913 legalisiertes Betrugssystem – stehen, muß das Privatkapital an jeder Investition mitverdienen. Das ist das Wesen des Raubtierkapitalismus`. Und so kommt man auf immer absurdere Ideen, um dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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Die Schweizer wissen wie es geht – mach aus Luft 30 Milliarden Gewinn in 3 Monaten

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Ja, wir wissen, der Titel klingt natürlich etwas reißerisch, aber letztlich ist es so. Die Schweizer schaffen aus dem Nichts, quasi aus dem luftleeren Raum, gigantische Gewinne. Wenn der Normalbürger das doch auch so einfach machen könnte. Aber leider ist das Geldverdienen dieser Art nur für staatlich kreierte Notenbanken möglich.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte jahrelang (virtuell) in gigantischem Ausmaß Franken gedruckt, um sie gegen Dollar und Euro zu verkaufen. Damit will sie den Franken schwach halten. Damit hat sie aber das „Problem“, dass sie immer größere Berge an Dollars und Euros angehäuft hatte. Die werden auch zu guten Teilen in US-Aktien angelegt, weshalb die Nationalbank in unzähligen großen Titeln engagiert ist.

Und so kommt es zu folgendem Umstand. Laufen die Aktienkurse gut, verdient sich die Schweizerische Nationalbank dumm und dämlich. Wie sie heute mitgeteilt hat, war es allein im 1. Quartal 2019 ein Gewinn von 30,7 Milliarden Franken. 29,3 Milliarden Franken davon rühren her aus Gewinnen der Fremdwährungspositionen. Dazu die SNB im Wortlaut:

Die Zins- und Dividendenerträge betrugen 2,4 Mrd. Franken bzw. 0,7 Mrd. Franken. Auf Zinspapieren und -instrumenten resultierte ein Kursgewinn von 6,9 Mrd. Franken. Das positive Börsenumfeld führte zudem zu einem Gewinn von 17,4 Mrd. Franken auf Beteiligungspapieren und -instrumenten. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich auf insgesamt 1,9 Mrd. Franken.

Ende 2018 hatte die SNB einen Devisenberg von umgerechnet 763 Milliarden Franken angehäuft. Bei so einer Manövriermasse können schon mal satte Gewinne, aber auch Verluste anfallen. Zuletzt, dank der guten Börsenlage, lief es halt sehr gut. Die Bilanzsumme von 817 Milliarden Franken zu Ende 2018 ist übrigens vier mal so hoch wie noch 2009! Das ist doch alles nicht mehr normal. Und all das nur, damit der Franken nicht immer weiter aufwertet.

Schweiz - Schweizerische Nationalbank
Die Schweizerische Nationalbank in Bern. Foto: CC BY-SA 3.0

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Neue genehmigte Wohnungen in Deutschland: Trendumkehr?

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Ohhh, da gibt es aber gerade einen Schwenk gen Süden. Erst vor zwei Wochen hatten wir gefeiert, dass in Deutschland nun endlich eine anständige prozentuale Steigerung bei der Genehmigung neuer Wohnungen erkennbar ist. Im Januar gab es im Jahresvergleich noch ein Plus bei den Genehmigungen für normale Wohnungen (Wohngebäude mit drei Wohnungen oder mehr) von 6,3%.

Heute wurden Zahlen für Januar und Februar zusammen veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken die Genehmigungen für diese normalen Wohnungen in Wohnblöcken um 3,2%. Der Gesamtschnitt aller Genehmigungen sinkt nur um 0,1%, weshalb in anderen Medien aktuell von einer Stagnation die Rede ist. Aber rechnet man Einfamilienhäuser und andere Faktoren raus, bleibt nun mal der aktuell spürbare Rückgang im wichtigsten Teilsektor, den Einzelwohnungen. Zitat Statistisches Bundesamt von heute:

Von Januar bis Februar 2019 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 49 350 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das nahezu genau so viele Baugenehmigungen wie im Vorjahreszeitraum (-0,1%). Die Genehmigungen galten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis Februar 2019 rund 42 600 Wohnungen genehmigt. Dies waren 2,0 % oder 900 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum. Gestiegen ist ausschließlich die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser (+4,4 %). Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank dagegen um 1,1 % und die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser um 3,2 %.

Erst seit heute zeigt der Chart ganz am Ende einen Abwärtstrend bei den Genehmigungen an. Mal schauen, ob sich dies in den nächsten Monaten verfestigt.

Genehmigte Wohnungen

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Tesla-Quartalszahlen: Verlust deutlich höher als erwartet, Umsatz sehr schwach

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Die Tesla-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Kennzahlen. Heute vergleichen wir bei Tesla nicht wie sonst üblich die aktuellen Werte mit den Vorjahreswerten, sondern mit denen des letzten Quartals. Denn Tesla hat noch keine klassischen Produkt- und Saison-Zyklen wie etablierte Hersteller, sondern fährt gerade eine schnelle Wachstumsstory mit seinem Model 3. Da müsste es eigentlich von Quartal zu Quartal aufwärts gehen, wegen der Abarbeitung der Auftragshalde.

Lachnummer vorweg: 90 Minuten nach Börsenschluss ist der Conference Call mit Analysten angesetzt. Diesmal hat sich Tesla 75 Minuten Zeit gelassen mit der Veröffentlichung seiner Zahlen. Damit die Analysten kaum/keine Zeit haben die Daten zu prüfen, bevor die Fragerunde startet?

Der Umsatz liegt bei 4,54 Milliarden Dollar (Vorquartal 7,23/erwartet 4,4-5,4).

Der Verlust liegt bei 2,90 Dollar pro Aktie (Vorquartal +1,93/erwartet -1,30, grob geschätzt).

Die Aktie notiert nachbörslich mit +1% (erstaunlich).

Der Cash-Bestand sinkt in 3 Monaten von 3,7 auf 2,2 Milliarden Dollar (es mussten auch Anleihen zurückgezahlt werden).

920 Millionen Dollar wurden in 3 Monaten verbrannt.

Tesla bestätigt seinen bisherigen Jahresausblick von 360.000-400.000 Auslieferungen im Gesamtjahr 2019.

Die „Automotive gross margin“ sinkt von 24,3% auf 20,2%.

Kurz-Fazit: Gruselige Zahlen.

Tesla-Werk Fremont - Tesla-Quartalszahlen
Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien. Foto: Steve Jurvetson – Flickr: Blue Belles CC BY 2.0

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