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Wall Street – Umsatztiefs! Warum sind Anleger derzeit so zögerlich?

Eine Spurensuche, warum die Umsätze an der Wall Street derzeit kollabieren..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Kein Volumen, keine Volatilität und Vertrauen der Anleger auf die Stabilität der Wirtschaft, so hatte Markus Fugmann am gestrigen Abend die aktuelle Marktlage an der Wall Street zusammengefasst. Aber was könnte für diesen Attentismus der Anleger derzeit verantwortlich sein? Eine kleine Spurensuche.

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Wall Street – Das Fehlen der „Buybacks“

Es wurde schon mehrfach darüber geschrieben. Die Aktienrückkäufe der US-Unternehmen waren in den letzten Jahren der große Treiber für die Kursgewinne an der Wall Street. Fast eine Billion Dollar im letzten Jahr und nochmal eine ähnliche Größenordnung für 2019 sind verantwortlich für die Rally, insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich 70 Prozent der Aktien in festen Händen (Langfristanlegern) befinden, die nur zu besonderen Anlässen Umsätze generieren. Und derzeit haben wir eben die „Blackout Period“, damit entfällt ein wichtiges Momentum.

 

Die Situation an den Rentenmärkten

In den letzten Wochen sind viele Investoren in die Rentenmärkte eingestiegen, weil man eine deutliche Abschwächung der US-Wirtschaft vorhergesehen hat und eine Reihe von Zinssenkungen durch die Fed. Der Zinssatz für die 10-jährige US-Treasury war Anfang Juli bis weit unter die 2-Prozentmarke gesunken, die Kursgewinne infolge der Duration sofort auffällig gestiegen.

Dann kam der Zinsanstieg bis über 2,10 Prozent, verbunden mit einen Kursrückgang von zwei Prozent, weil eben die Konjunkturdaten nicht so schlecht waren. Warum sollten sich also Investoren derzeit der Gefahr weiterer Kursverluste aussetzen, bei einem Zinsniveau, welches nicht weit über der Inflationsrate liegt. Die Einzelhandelsumsätze waren gestern sehr stark ausgefallen, ein Indiz, dass die US-Ökonomie, die zu 70 Prozent von ihren Konsumenten abhängt, nicht unmittelbar einbrechen wird.

 

Die charttechnische Lage – oder FOMO

Die großen US-Indizes haben erst kürzlich neue Allzeithochs erreicht, nach fast eineinhalb Jahren Querbewegung. Neue Hochs generieren in der Regel ein starkes Kaufsignal, vor allem wenn man öfters versucht hat diese Barriere zu übertreffen. Die „Furcht etwas zu versäumen“ könnte derzeit einige Investoren davon abhalten, die seit dem Jahreswechsel eingefahrenen Gewinne mitzunehmen. Außerdem waren viele Großinvestoren aus der Fondsbranche im zweiten Quartal unterinvestiert, wie die vorletzte Befragung von Bank of America Merril Lynch eindeutig gezeigt hat. Die aktiven Fondsmanager stehen unter gewaltigem Druck, wenn die Kurse weiter steigen (und damit die Konkurrenz der günstigen Exchange Traded Funds), während man selbst in einer hohen Cashquote verharrt.

 

Fazit: Die abwartende Haltung der Wall Street

All diese Argumente könnten Gründe dafür sein, dass man in der gerade begonnenen Berichtssaison erst einmal abwartet. Die Lage ist recht undurchsichtig: Niedrige Gewinnerwartungen, die aber regelmäßig übertroffen werden und hohe Aktienbewertungen. Dazu ein US-Präsident, der zwar verbal ständig im Kampfmodus steht, dem aber das Wohl der Aktienmärkte sehr am Herzen liegt, wieso sieht er alle paar Stunden – nach Bekundungen seiner Berater – auf den Indexstand des Dow Jones? Eine recht fragile Situation, die bei großen Ausreißern in der Q2-Berichtssaison rasch in eine Verkaufslawine an der Wall Street münden kann oder es bleibt noch eine Weile bei „Fear of missing out“ und „TINA“, in einem Umfeld wenig ertragreicher Zinsmärkte.

 

Die Umsätze an der Wall Street sind so gering wie seit Jahren nicht mehr

Készítette: Meutia Chaerani / Indradi Soemardjan http://www.indrani.net – A feltöltő saját munkája, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2206055

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    17. Juli 2019 14:47 at 14:47

    „Fast eine Billion Dollar im letzten Jahr und nochmal eine ähnliche Größenordnung für 2019 sind verantwortlich für die Rally, insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich 70 Prozent der Aktien in festen Händen (Langfristanlegern) befinden, die nur zu besonderen Anlässen Umsätze generieren.“

    Kann es denn sein, dass im Rahmen einer konzertierten Aktion nur noch wenige einen Großteil der Aktien halten und wenn diese nicht verkaufen, dann entsteht auch kein Abwärtsdruck oder ist das zu naiv gedacht? Im Februar 2018 der Flashcrash…alle Aktien mit Stoppkurse wurden ausgestoppt und dann von diesen Marktteilnehmern gekauft, um diese im Vorgriff auf den Handelsstreit zu halten. Das Gleiche dann in etwas längerer Form im Q4 2018. Dazu wurde medial die FED verantwortlich gemacht. Jetzt wird es keine fallenden Kurse geben weil es einfach keine Verkäufer gibt…siehe niedrige Handelsvolumina. Oder ist das zu naiv gedacht?

    • Avatar

      Koch

      17. Juli 2019 18:03 at 18:03

      Thema:ultralockere Geldpolitik,Modern Moneytheory und der ganze andere Finanzwortmüll. Ich möchte einmal ein wenig „herumheuschrecken“!,will heissen:die momentane Realität etwas überspitzt ironisch widergeben.Dazu müssen wir uns nur vorstellen,dass die gemeine Heuschrecke,magisch aussieht,etwa so wie eine wunderschöne blaue Jungfer.Weil wir so geartet sind, uns vom wunderschönen immer mehr und mehr zu wünschen,wünschen wir uns so viele blaue Jungfern,wie irgendwie möglich.Und siehe da,unsere Wünsche werden vollumfänglich erfüllt.Wir schauen die Massen der blauen Jungfern an und freuen uns,wie Bolle.Auf einmal ruft einer:da schau mal,die fressen ja alles bis in den floristischen Minusbereich kahl.Unsere gesamte Ernte wird vernichtet.Wir sind verloren.Nein sagt da einer,nur die Veganer trifft’s.Wir anderen können ja all die blauen Jungfern fressen,obwohl sie eigentlich zu schön zum Fressen sind.Ähnlichkeiten mit der gefühlten Wirklichkeit sind vom Verfasser weder gewünscht,noch festgestellt worden.und wenn sie nicht an Eiweissüberschuss(zu viele blaue Jungfern)gestorben sind,dann sind sie heute reicher denn je!

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    17. Juli 2019 17:10 at 17:10

    @Ranzentier. Das ist schwer vorstellbar. Der mit Abstand größte Index der Welt, der S&P 500, hat eine Marktkapitalisierung von über 22 Billionen Dollar. Selbst wenn da 70 Prozent nicht dauernd gehandelt werden, ist eine konzertierte Aktion unglaublich kompliziert. S&P 500- Aktien werden nicht nur von Amerikanern gehalten, sondern auch von Staatsfonds (Norwegen, Singapur, Arabische Staaten u.w.) und den Fondsriesen Blackrock, Vanguard und States Street. Die genannten Drei verwalteten bereits 2017 20,5 Prozent der S&P 500-Aktien, allerdings entscheiden die Kunden (speziell bei ETFs) über Käufe und Verkäufe. Und da sind noch die Großbanken, wie JP Morgan, Goldman Sachs und Co., deren Handelsabteilungen aber im Wettstreit zueinander stehen. Die Crashs entstehen aus meiner Sicht immer dann, wenn sehr viele Stopps an markanten Linien liegen und es zu einem markanten Ereignis kommt. Manchmal genügt auch ein „Fat Finger“. Kurzum, es ist aufgrund der riesigen, weltweiten Investorengemeinde nicht einfach eine konzertierte Aktion an den US-Märkten zu organisieren. Spannend ist es immer an langjährigen Widerständen, extremen Positionierungen am Terminmarkt und signifikanten charttechnischen Signalen und wenn dies zusammentrifft. Anders bei den Buybacks. Diese generieren ständigen Mittelzufluss bei sehr vielen US-Titeln und sorgten für niedrige Volatilität und regelmäßig steigende Kurse. Wehe, wenn dieser Turbo einmal nicht mehr funktioniert.
    Viele Grüße

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DAX dailx: Der Dax ist heute auf sich allein gestellt

Stefan Jäger

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am

Die US-Anleger beschäftigen sich heute eher mit ihrem Truthahn als mit den Märkten, daher dürfte es im Dax eher gemächlich zugehen. Im gestrigen Handel tat sich der deutsche Leitindex erneut schwer die 13.300er Marke nachhaltig zu bezwingen. Zwar gelang es dem Index zur Börseneröffnung kurzzeitig den Widerstand zu überwinden, aber für mehr als einen Fehlausbruch hat es dann doch nicht gereicht. Auch im weiteren Handelsverlauf konnte er die Hürde bei 13.300 nicht mehr überschreiten. Schließlich ist der deutsche Leitindex unverändert zum Vortag bei 13.289 aus dem Handel gegangen.

Von den sonst so euphorischen US-Börsen erhielt der Dax auch keine Unterstützung. Nachdem der Dow Jones am Dienstag erstmals über der Rekordmarke von 30.000 Punkten geschlossen hatte, legte dieser eine Verschnaufpause ein. Wahrscheinlich haben ein paar Anleger ihre Gewinne vor dem verlängerten Wochenende eingesammelt. Am heutigen Tag ist der US-Aktienhandel geschlossen, daher ist mit geringer Volatilität zu rechnen. Schauen wir mal wie sich der Dax heute ohne die Hilfe der US-Börsen schlägt, meist enden solche Handelstage in einer gähnenden Seitwärtsbewegung. Zudem dürfte sich die derzeitige Risikofreude hierzulande aufgrund der Corona-Situation in Grenzen halten.

News und fundamentale Daten

Aufgrund des Thanksgiving Feiertags sind die US-Börsen wie Dow Jones und Nasdaq heute geschlossen, somit können keine US-Aktien gehandelt werden. Die Terminbörsen laufen allerdings auch am Feiertag weiter. Der Handel findet jedoch unter dünnstem Volumen statt, daher ist der Dax heute auf sich allein gestellt.

Bei ein paar institutionellen Anlegern hat der gestern veröffentlichte Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank gegebenenfalls zu Gewinnmitnahmen geführt. In dem Bericht wurde zwar hervorgehoben, dass die Banken heute solider als noch zur Zeit der Finanzkrise aufgestellt seien, aber man dennoch von einer Welle an Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie ausgeht. In dem aktuell hohen Kursniveau ist ein derartiges Szenario sicherlich nicht eingepreist.

Datenseitig steht heute auch nicht viel auf dem Programm. Aus Deutschland wurde vor wenigen Minuten der GfK-Konsumklimaindex veröffentlicht. Dieser gilt als Frühindikator für die Verbraucherausgaben und kann zudem konjunkturelle Wendepunkte anzeigen. Der Index notiert wie erwartet weiterhin im negativen Bereich, hat aber sogar die niedrigen Erwartungen mit einem Wert von -6,7 enttäuscht (Prognose -5,0; Vormonat -3,1). Zuletzt konnte der Index im April einen positiven Wert anzeigen. Zur Mittagszeit um 12:30 Uhr erscheint dann noch das EZB Sitzungsprotokoll sowie um 13:30 Uhr der Geldpolitische Begleittext.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax leicht über der 13.300er Marke. Auch heute stellt sich wieder die Frage, ob ihm der nachhaltige Ausbruch gelingt oder er wieder in die Range zurückfällt. Ein positives Signal wäre, wenn der Dax das gestrige Hoch bei 13.346 überwindet. Dann stehen die Chance gut, dass er auch das außerbörsliche Hoch bei 13.373 rausnimmt. Darüber wäre der Weg frei zur 13.460. Fällt der Dax unter die 13.300, dann befindet sich im Bereich von 13.275 eine erste Unterstützung. Die zweite folgt am gestrigen Tagestief bei 13.235. Weitere Unterstützungen befinden sich bei 13.200 und 13.140. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Dax um den Pivot Punkt bei 13.303 hin und her pendelt.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Tagesausblick 26.11. - H1-Chart - Thanksgiving-Handel

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.442 – Pivot Punkt R2

13.371 – Pivot Punkt R1

13.303 – Pivot Punkt

13.232 – Pivot Punk.t S1

13.163 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Überdosis an Rotation! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte zeigen in der Erwartung eines Impfstoff eine Art massive Überdosis an Rotation: man erwartet eine Erholung der Wirtschaft und damit vieler von der Coronakrise stark betroffener Unternehmen, die so sehr wahrscheinlich gar nicht stattfinden wird. Dementsprechend sind viele Aktien vor allem aus dem Energiesektor sowie viele „Small Caps“ hoffnungslos überbewertet, zumal deren Verschuldung in den letzten Monaten geradezu explodiert ist. Heute zeigen die Aktienmärkte erste kleine Gewinntmitnahmen vor allem gerade in jenen Sektoren, die zuletzt geradezu explodiert sind. Wie geht die Wall Street angesichts des morgigen Feiertags aus dem Handel? Die gehandeltne Volumina sind schon deutlich ausgedünnt..

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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