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Es war die Energie, stupid! Warum die Inflation in den USA unter der Erwartung liegt

Party - aber Vorsicht vor Abkühlung durch Fed-Mitglieder

Inflation Fed Energie

ein Anstieg der Inflation zum Vormonat, die US-Verbraucherpreise mit +8,5% ebenfalls geringer als erwartet (+8,7%), die Kernrate mit +5,9% zwar unter der Erwartung und mit dem vierten Rückgang in Folge, aber dennoch weiter recht hoch – was wird die Fed nun tun?

Die Märkte feiern die niedrigere Teuerungsrate – aber die Wahrheit ist eben auch, dass die geringere Inflation vor allem deshlab geringer ist, weil die US-Wirtschaft abkühlt. Kein Wunder, wenn die Reallöhne in den USA seit 15 Monaten in Folge negativ sind und die Konsumenten immer mehr an Kaufkraft verlieren!

Inflation niedriger – es ist die Energie!

Warum waren die heutigen Daten nierdiger? Mit einem Wort: Energie – das zeigt der folgende Chart:

Inflation Energie Chart

Dagegen die am stärksten gewichtete Komponente „shelter“ mit dem größten Anstieg seit dem Jahr 1991:

Warum die Inflation aber dennoch hoch bleibt

Ist damit der Peak der Inflation erreicht? Veilleicht. Aber die entscheidende Frage ist, ob die Inflation absehbar deutlich fallen wird. Die Commerzbank hat in einer aktuellen Analyse daran starke Zweifel:

„Allerdings geht der Rückgang zu einem Gutteil auf den Einbruch der Benzinpreise zurück, ohne den die Daten jeweils 0,4 Prozentpunkte höher ausgefallen wären. Außerdem sanken die Preise bei einigen von der Pandemie stark betroffenen Waren und Dienstleistungen wie Hotelübernachtungen (-3,2%), Flugtickets (-7,8%) und Mietwagen (-9,5%).

Schaut man auf die „Kernrate“ ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise und rechnet man zusätzlich noch die Preise der typischen „Corona-Güter“ wie Autos (Neu-, Gebraucht- und Mietwagen), Hotelübernachtungen und Flugtickets heraus, so hat sich der unterliegende Preisauftrieb auf erhöhtem Niveau eingependelt. Vor der Pandemie lag der durchschnittliche Anstieg gegen Vormonat bei 0,21%, im Juli betrug er 0,5%. Dies liegt beispielsweise an den kräftig steigenden Mieten und den Preisen für andere Dienstleistungen, bei denen sich vor allem die höheren Lohnkosten bemerkbar machen.

Entsprechend kann man nach den heutigen Daten zwar etwas aufatmen, das Inflationsproblem dürfte sich aber als sehr hartnäckig erweisen. Wir erwarten, dass die US-Inflation auch im Verlauf des nächsten Jahres bei mehr als 3% notiert, und dies trotz einer Rezession.“

Was wird die Fed nun tun? Die Wahrscheinlichkeit einer 0,75%-Anhebung bei der September-Sitzung ist nun auf 37% gefallen. Aber wenn nur die Energie für die niedrige Inflationszahl veranwortlich ist, wird das Problem für die US-Notenbank nur phasenweise geringer. Der Anstieg der Märkte jedenfalls wird der Fed nicht gefallen, weil dadurch die financial conditions wieder laxer werden und das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage damit wieder größer wird. Es würde nicht wundern, wenn zeitnah Sprecher der Fed sich äussern und versuchen, etwas kaltes Wasser über die erhitzten Gemüter zu schütten..

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