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Powells seltsame Wende Warum kapituliert die Fed? Folgt heute dovishe EZB? Videoausblick

Die Fed hat kapituliert und gibt dem Drängen der Märkte nach – folgt heute eine dovishe EZB? Sehr wahrscheinlich, denn die EZB läuft der US-Notenbank meist hinterher. Warum hat die Fed kapituliert? Es ist keine zwei Wochen her, da wiederholte Jerome Powell sein Mantra von den länger hoch bleibenden Zinsen – nun sagte er auf der Pressekonferenz, dass die Mitglieder der US-Notenbank über Zinssenkungen gesprochen hätten. Was ist in diesen knapp zwei Wochen passiert? Es kamen besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten – und die Inflation war in der Summe leicht höher als erwartet. An den Wirtschaftsdaten also kann es nicht liegen. Woran aber sonst? Ist es Wahlkampfhilfe für Joe Biden? Oder Rücksichtnahme auf die hohen Schulden der USA – im nächsten Jahr müssen fast ein Drittel der US-Schulden refinanziert werden, insgesamt 7,6 Billionen Dollar? Anders als die US-Notenbank hat die EZB viel mehr triftige Gründe für eine Zinswende..

Hinweise aus Video:

1. EZB: Senkung der Zinsen hängt von neuen Prognosen ab

2. Warum Aktienmärkte und Goldpreis nach Fed-Aussagen steigen



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17 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Wie ich schon in meinen früheren Einlassungen ausführte: Der politische Druck auf die FED, die Zinsen nicht weiter anzuheben, ist in den letzten Monaten wieder sehr stark geworden.

    Beide Lager, sowohl die Demokratische Partei, als auch die Republikaner ,äußerten sich dementsprechend.

    Zudem machte Trump, der designierte neue US Präsident deutlich, Powell so schnell wie möglich durch eine geldpolitische Taube zu ersetzen.
    Das sagt er immer wieder. Wir erinnern uns alle an die ständigen Vorwürfe gegenüber Powell in seiner Amtszeit…

    Übergeordnet bleibt natürlich das Thema der Inflation ,von knapp 9 Prozent, real gesehen, von Bedeutung. Aber im Gegensatz zu Anfang 2022, hat sich nun der Kongress entschlossen, das Problem der Teuerung auszusitzen bzw der Globalisierung zu überlassen….
    Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich werden die Gesamtschulden demnächst deutlich auf über 105 Billionen US-DOLLAR ansteigen, zum Vergleich, zur Jahrtausendwende standen wir bei einem Fünftel von heute. …

    Wer, wie ich schon seit Anfang Januar 91 an der Börse aktiv dabei ist ,wird sich noch gut an die Börse zu Beginn der Neunziger erinnern…Sicherlich wir hattten auch unsere Fehler, unsere spekulativen Übertreibungen nach oben oder unten, aber was jetzt abgeht ist schon ziemlich krass.
    Eine derartige Einflussnahme der politischen Führer auf die Geldpolitik hat es damals nicht gegeben….

    Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Wir schreiben das Jahr 1992. In der BRD erreicht die Inflation die Marke von 5 Prozent.
    Sofort reagieren die Verantwortlichen in Frankfurt am Main und heben die Zinsen ,auf heute unvorstellbare 8,75 Prozent, also 3,75 Prozent über der Inflation.

    Der Spiegel titelte damals:“ Balanceakt mit Absturzgefahr „…

    Verantwortlich für die Geldpolitik damals: Helmut Schlesinger….Jahre später entdeckt der größte Falke, in der Geschichte der Bundesbank, die Targetsalden in den Bilanzen der EZB und informiert seinen Freund und Kollegen Hans Werner Sinn, vom deutschen Ifo Institut…

  2. @FMW, Vielleicht einfach mal goutieren, dass Powell mit seiner Geldpolitik goldrichtig agiert hat. Wirtschaft stabil, Inflation fällt, hohe Zinsen ohne die Wirtschaft auch nur ansatzweise zu tangieren. Neben den Allzeithochs ist er vielleicht einfach der beste Notenbanker aller Zeiten. Also eventuell mal dieses ewige rumgebashe und Genörgle überdenken.

    1. @bias, schöner Traum – der aber leider nicht gut enden wird! Faktisch ist das eine US-Schuldenorgie sowohl bei Staat als auch bei Konsumenten. Die Rechnung kommt, die Frage ist halt nur wann..

      1. eigentlich läufts doch ziemlich genau wie vor ca. 35 jahren oder?

        Wann, dann doch wenn die Zinssenkung erfolgt…..

        auch wenn ich mir net vorstellen kann das bis dahin so weiter geht aber scheint so..

      2. Na ja, die Schuldenorgie ist ja jetzt nicht die Schuld der Fed, sondern der jeweiligen Regierungen. Ich finde auch, man muss einfach mal anerkennen, dass zumindest nach jetzigem Stand die Fed einen bravourösen Drahtseilakt hinlegt, den man ganz speziell hier für völlig unmöglich gehalten hat (und anscheinend immer noch hält).
        Muss man nicht mögen, insbesondere wenn man short ist, aber so sehr die Fed am Anfang die Zinserhöhungen vielleicht verpennt hat, so sehr hat sie danach offensichtlich zügig und richtig gehandelt.
        Und ganz nebenbei so Aussagen wie „higher for longer“ bedeutet nicht zwangsläufig „peak for longer“. Deswegen sind 2 oder 3 Zinssenkungen in 2024 nicht unbedingt eine Abkehr davon. Dass man sich hier vielfach unverständlich am Kopf kratzt, hat u.a. damit zu tun, dass man sehr oft in der eigenen Schwarz/Weiß-Denke gefangen ist und nicht in der Lage ist die „grauen“ Handlungsoptionen der Akteure zu sehen und deswegen ständig Widersprüche sieht, wo eigentlich gar keine sind. Und am Ende greift man dann auf irgendwelche halben Verschwörungstheorien zurück, wie z.B. dass der Republikaner Powell Biden im Wahlkampf helfen will, damit man nicht ganz so ahnungslos wirkt. Sowas hilft halt nicht wirklich weiter.

      3. „Die Frage ist halt nur wann.“

        Und weil das „Irgendwann“ zeitlich sehr schwer abzuschätzen ist, spekuliere ich niemals auf sehr lange Zeiträume. Ausnahme sind langweilige Aktien, die ich schon seit Jahrzehnten besitze und die mir regelmässig gute Dividenden bescheren. Das Kapital brauche ich nicht und werde ich voraussichtlich auch nie brauchen. Insofern ist mir das „Irgendwann“ auch völlig egal.
        Alle meine anderen Investitionen sind in einem klaren Zeitfenster platziert, die ich überblicke, einschätzen kann und in dem ich die Schwankungen verkrafte. Sich tagtäglich von Sorgen und Bedenken leiten zu lassen, macht für mich keinen Sinn. Vorsicht ja, aber nicht zum Lebensmotto werden lassen. Darüberhinaus den Fokus auf Dinge setzen, die man selbst steuern / beeinflussen kann.

  3. Chaostheorie. Immer schneller, immer heftiger?
    Heutzutage ist Schwupptiwup angezeigt.
    Was früher langsam gemächlich, am Zinsmarkt, Zinsseitig über ein Jahr, rauf, runter, geschah, das passiert jetzt in Monaten.
    Latürnich wird die Fed die Zinsen für die nächste Refi runter drücken, zum Wohle des……..
    Natürlich sind die US Daten absolut richtig .
    Mein Amerika ist so Beautiful, Beutiful, Beutiful.

  4. es ist wirklich beunruhigend wie hier irrationalitäten bei der kommunikation der fed und extreme im markt und den handelsparametern zunehmen. ich denke auch, dass powell einen grund hat – wie nebenbei seit einigen wochen andere schwergewichte auf der big money seite – von zinssenkungen zu sprechen. z.b. herr ackman hat ja auch auch sehr öffentlichkeitswirksam seine spekulation auf steigende renditen beendet/beenden müssen.

    hier wird. m.a.n. auf marktpsychologie im vorfeld des sicheren abschwungs gesetzt – wurde auch schon zunehmend durch gewinnerwartungssenkungen thematisiert – um (noch) ein hardlanding irgendwie durch aussicht auf das „wiederkommende gelobte niedrigzinsland“ zu verhindern.

    wenn ich ein bsp. aus dem echten leben zur unterlegung anbieten darf – einer meiner besten freunde ist steuerberater. hauptkundenbereich sind natürlich keine börsenkonzerne sondern kmu‘s. er rechnet mit einem blutbad 2024 insb. unter seinen wackelkandidaten wegen der lohnsteigerungen und den finanzierungskosten bei gleichzeitigem endgültigen versiegen der (corona)hilfen. ich denke es ist ein irrglaube, dass es ausreicht, dass sich die börsenkonzerne auf dauer gegenseitig im b2b busisness über wasser halten und darunter findet „unbemerkt das gemetzel“ statt. also so abgekoppelt sollten diese systeme nicht funktionieren können.

    und das im richtig dargestellten inflationsszenario bei einer kerninflation die gerade mal den halben weg auf 2% zurück gekommen ist und den stützenden basiseffekt verlieren wird.

    die frage im 1.halbjahr 2024 wird sein was die fed/ezb macht wenn ihnen in einem stiky inflationsszenario die unternehmensgewinne einbrechen und der notwendigkeit riesige anleihevolumina zu refinanzieren akut wird? kann durchaus sein, dass die antwort schon seit einigen wochen kommuniziert wird und sie die kleinen leute mit einem wiederaufflammen der inflation durch zinssenkungen „ans messer liefern“ – eine wahl zwischen pest und cholera. und nebenbei ein gemachtes nest für trump. wir sehen hier äusserst instabilen zeiten entgegen.

    1. Also sie begründen, dass die Wirtschaft in den USA deutlich schwächer als allgemein angenommen sein soll, damit, dass in ihrem persönlichen Umfeld (also wahrscheinlich in Deutschland) ein Steuerberater für KMU sagt, dass alles ganz schlimm werden wird. Dass das für eine Argumentation nicht passt, sollten Sie vielleicht sogar selbst erkennen!
      Und ganz nebenbei ein „Blutbad“ unter seinen „Wackelkandidaten“ ist in der deutschen Wirtschaft längst überfällig und eine notwendige Marktbereinigung, die durch Corona und Staatshilfen lange hinausgezögert wurde (Galeria ist so ein Beispiel). Ein echtes Problem gibt es erst, wenn die dadurch freiwerdenden Arbeitskräfte keine anderen Jobs finden, was aber durch den inzwischen ziemlich ausgeprägten Fachkräftemangel wahrscheinlich nicht der Fall sein wird. Und deswegen wird sich auch der Wirtschaftsabschwung in Grenzen halten. Die nächsten 1-3 Jahre werden bei uns sicherlich keine Boom-Jahre, aber deswegen bricht auch nicht gleich alles zusammen!

      1. wenn man den zahlen der small companies in us glauben darf ist die situation dort nicht anders. wer das auch insb. in bezug das erratische verhalten von powell nicht wahrnehmen will, soll es nicht tun aber auch bitte nicht auf seine auf big money eingeengte wahrnehmung des big picture beharren. ein gewisses maß an realitätsverweigerung verträgt ein solch aufgeblasenes system eine zeitlang. nur ich glaube nicht mehr allzu lange, wenn man sich die divergenzen zwischen anleihen und aktienmarkt in den letzten quartalen so ansieht. s. auch meinen kommentar zur these von dagoberti weiter unten.

        sobald us anfängt zum überwiegenden maß eigene schulden durch geschäftsbanken oder insb. die fed zu kaufen scheint mir das ziemlich riskant für die glaubwürdigkeit des us dollar fundierten fiatgeldsystems. sich selbst geld zu leihen das man nicht hat, hat schon was ziemlich … nun ja, problematisches… für die erkenntnis muss ich nicht wirtschftsnobelpreisträger sein….

  5. na sauber , danke, sehr gutes Video. Alles wunderbar getroffen.

    Ford und Audi kassieren die Verkaufsumsatzziele. Die Coronakohle hat der Konsument nicht mehr,sondern die
    nächste Stufe. Es hängt jetzt bei Leuten ,die die Kohle nicht zum Leben brauchen und sparen können,oder Assets kaufen. Sieht man am komischen Marktdruck. So und jetzt kommts,wenn Jeromy im März gegen die 71% Erwartung nicht die Zinsen senkt und andere kassieren derweil noch zusätzlich die Umsatzziele und Aktien sind derweil teuer und dann kommt das erwachen,wer soll mir zu diesen Bewertungen eigentlich meine Renditen auszahlen. Mum and Pap from -the fly over zone- are running out of money.
    Die Rezession kommt und dann ist da noch die Reinvertierung. Zusätzlich vor März noch dovish talk und dann im März hawkish talk. Dann schauen wir mal und sehen wir mal. Und im Herbst ist die Inflation tatsächlich tot.
    Mission erfüllt. Der Riesenberg -Coronakohle einmal durch den Wolf gedreht. Und Aladdin von BLK hat für ein ganzes Szenario neue Datensätze. An welchen Tagen muss die Janet Yellen quantitativ umschulden-refinanzieren ?

  6. Jerome Powell ist seit Jahren schon ständig ein Ü-Ei. Er ist nicht unabhängig, sondern die „Bitch“ der Politik und der Banken. Wer das bisher noch nicht gemerkt hat, gestern war das wieder mal deutlich zu sehen. Dieses Jahr sollen die Aktien noch steigen. Ab Anfang 2024 könnte dies wieder anders gewollt sein, um dann ab Mitte 2024 wieder dovish im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl zu werden. Ein Schmierentheater ohne Gleichen.. Das der Jeromi als auch seine Aussagen noch ernst genommen werden, ist dem wahrscheinlich sowieso egal und sollten uns auch egal sein.

  7. Weltpolizist und Gauner in einer Person

    Kompliment @Ost und natürliche an Fugi, manchmal hat man das Gefühl es seine die einzigen Realisten in der heutigen Finanzwelt.
    Die Amis bekämpfen und manipulieren jetzt nur noch die Finanzmärkte selber, die Industrie Gegner bekriegen sie auch noch selber, aber die militärischen Kriege lassen sie durch Stellvertreter erledigen.
    Fazit : Sie leben seit Jahren auf Kosten der Restwelt, auch die Staatsanleihen werden zum grossen Teil den Japsern und den Chinesen untergejubelt. Es ist Zeit, dass die Bricser den grossen Profiteur in die Schranken weisen.
    Biden ist kein Haar besser als der vielverschmähte Trump, Trump war noch ehrlicher , er hat wenigstens offen gesagt, dass er er die Börsenkurse hochtreiben will.

  8. Vielleicht bereitet sich die FED mit den Senkungen der Leitzinsen darauf vor, einen guten Teil der Refinanzierung von über 7 Billionen Staatsschulden zu übernehmen. Damit werden die Zinsforderungen des Marktes ausgebremst, die Wirtschaft geschont und selber muss dass Schatzamt weniger Zinsen zahlen. Pech aber für die Bürger, die die mögliche Taktik der FED mit einer Dauerinflation bezahlen – wie in Europa.

    1. sich selbst geld zu leihen indem man etwas auf papier druckt oder ein paar nullen hinter die eins in einem computersystem ohne jegliche konsequenz zu schreiben …. nun ja, könnte sein das so etwas etwas ungesund für die glaubwürdigkeit eines fiatgeld fundierten kapitalsystems ist?

      aber was rede ich da, der neoliberalismus scheint andere mir noch unbekannte gesetzmäßigkeiten zu haben als die, die ich als bwl‘er (mit ein wenig vwl beimischung) in den 90ern des vorigen jahrhunderts gelernt habe. vielleicht bin ich ja der einzige der glaubt, dass es auf dauer nicht funktioniert immer neue taschenspielertricks auszupacken, um sich in die nächste eskalationsstufe der pervertierung der ursprünglich guten und effizienten idee zu hangeln. (not)

      das es hier aus opportunistischen gründen bzw. jenen das man sich in perversionen verrannt hatte zu gröberen“korrekturen“ kam, darf man der geschichte entnehmen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Geldes

      wir steuern in dem angesprochenen fall wenn der großteil der us anleihen nur mehr das inland bzw. die fed kauft auf DEN sündenfall des aktuellen systems zu. just my 50 ct.

    2. @ Dagoberti: Genauso ein Geklüngel sehe ich auch! 👍

  9. Das Zinsfresstier wurde auf Diät gesetzt… 😆

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