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Warum Aktienmärkte und Goldpreis nach Fed-Aussagen steigen

Aktienmärkte und Goldpreis steigen kräftig dank der Aussagen der Federal Reserve von gestern Abend. Man blickt auf fallende Zinsen in 2024.

Grafik zeigt steigende Aktienmärkte und steigenden Goldpreis im Vergleich zu fallendem US-Dollar und fallenden Anleiherenditen

Aktienmärkte und Goldpreis steigen seit gestern Abend 20 Uhr sprunghaft an. Dies liegt an Aussagen der Federal Reserve über mögliche Zinssenkungen! Der obige XAUUSD Chart, der bis gestern Mittag zurückreicht, zeigt ganz klar die Bewegung. Mittig im Chart sehen wir, wie gestern ab 20 Uhr Bewegung in die Kurse gekommen ist! Ansteigend sehen wir den Goldpreis von 1.982 Dollar bis jetzt auf 2.032 Dollar, und als „Repräsentant“ der Aktienmärkte haben wir hier den Nasdaq 100 genommen mit einem Anstieg von 16.380 auf jetzt 16.635 Punkte, eine klare Bewegung! Der Dax steigt seit gestern 20 Uhr auf CFD-Basis bis jetzt um 200 Punkte. Man blickt offenbar auch freudig auf die heutige EZB-Entscheidung um 14:15 Uhr.

Aktienmärkte und Goldpreis fallen dank bestätigter Zinssenkungshoffnungen

Wunderschön negativ korrelierend dazu sehen wir im Chart die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen, die ab 20 Uhr gefallen ist von 4,16 % auf aktuell 3,96 % – eine große Bewegung in so kurzer Zeit! Dazu fällt auch der US-Dollar-Index! Warum? Das Statement und die Aussagen der Federal Reserve gestern Abend ab 20 Uhr haben gezeigt, dass die Zinswende kommen wird. Die Federal Reserve erwartet im Median drei Zinssenkungen und geht davon aus, dass die Kerninflation im Jahr 2024 auf 2,4 % fällt – ziemlich dovish. Die Aussicht auf niedrigere Zinsen lässt die Aktienmärkte steigen, weil niedrigere Anleiherenditen Aktien als Geldanlage attraktiver machen, und weil niedrigere Kreditkosten gut sind für Verbraucher und Unternehmen. Und der Goldpreis steigt, weil das zinslose Gold attraktiver wird, wenn Anleihen weniger Rendite abwerfen.

CME Fed Watch Tool weist den Weg

Das CME Fed Watch Tool, ein guter Börsen-Gradmesser für die Zinsaussichten, zeigte gestern vor der Verkündung der Federal Reserve noch, dass für den Zinstermin März 2024 die Wahrscheinlichkeit für 0,25 Prozentpunkte Zinssenkung bei 39,7 % lag. Heute früh liegt diese Wahrscheinlichkeit bereits bei 72,3 % . So einen Riesenschritt hat die Markterwartung dank der Federal Reserve also über Nacht gemacht! Die Aktienmärkte, die in den letzten Tagen und Wochen bereits eine gigantische Rally hingelegt hatten, zeigen jetzt also eine Fortsetzung der Rally. Man preist nun die Euphorie eines Jahres 2024 mit mehreren Zinssenkungen weiter in Form höhere Kurse ein.

Einordnung

Bloomberg schreibt dazu aktuell: Aktienmärkte und Anleihen erholten sich, nachdem die US-Notenbank Zinssenkungen für das nächste Jahr ankündigte und damit die Märkte angesichts der nachlassenden Inflation wieder in Schwung brachte. Ein globaler Aktienindex legte zum sechsten Mal in Folge zu, nachdem der S&P 500 am Mittwoch nur noch 2% von seinem Rekordhoch entfernt war und am Donnerstag im asiatischen Futures-Handel weiter ansteigt. Apple und der Dow Jones Industrial Average erreichten beide Rekordhöhen.

Die europäischen Aktienfutures legen aktuell ebenso zu wie die Aktienmärkte in Australien, Südkorea und Hongkong. Japan war der Ausreißer in der Region und gab nach, während der Yen gegenüber dem Dollar um mehr als 1 % zulegte, während ein Index für den Greenback auf ein Viermonatstief fiel. Diese Bewegungen folgten auf dovishe Anzeichen gestern Abend von der Federal Reserve, die die Zinssätze stabil hielt und prognostizierte, dass ihre nächsten Schritte Zinssenkungen sein werden. Die Dot Plots zeigen eine Senkung um 75 Basispunkte im Jahr 2024 – ein schärferes Tempo als im September angedeutet. Die Händler warten nun auf die Sitzungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank, die im Laufe des Tages stattfinden werden, um festzustellen, ob die Industrieländer an der Schwelle zu einem globalen Lockerungszyklus stehen.

„Die Federal Reserve hat den Märkten ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht“, sagte Kellie Wood, stellvertretender Leiter des Bereichs Fixed Income bei Schroders Plc in Sydney. „Der nächste Schritt ist eine Zinssenkung, und die Märkte erwarten nun einen schnelleren und schärferen Lockerungszyklus“. Wood rechnet am Donnerstag mit einer „starken Performance an allen Märkten“ im Rahmen einer breiten Risiko-Rallye.

Bill Dudley, der ehemalige Präsident der New Yorker Fed und Bloomberg Opinion-Kolumnist, ist der Meinung, dass der Vorsitzende der Federal Reserve Jerome Powell mit der wirtschaftlichen Entwicklung sehr zufrieden ist und die Fed die Zinsen 2024 senken wird. Er spricht hier in der Sendung „The Fed Decides“.

FMW/Bloomberg



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