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Was geht ab im Iran? Mr. Dax Dirk Müller hat da eine Theorie..

Über unser Weltbild und die Situation im Iran. Anmerkungen von „Mr. Dax“ Dirk Müller..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Mit den Menschrechten ist es ja so eine Sache: im Grunde basieren diese Menschenrechte (im Sinne Rechte für das Indviduum) eben auf dem jüdisch-christlichen Weltbild, das das Einzel-Individuum und nicht das Kollektiv in den Mittelpunkt stellt (beginnend mit dem Tötungsverbot, das durch die Ebendbildlichkeit des Individuums gegenüber dem Individual-Gott begründet wird). Das ist etwa in asiatischen Gesellschaften ganz anders – hier ist das Kollektiv der Höchstwert, nicht der einzelne Mensch – weshalb zum Beispiel Chinas Politiker auch meist nur verständnislos mit den Achseln zucken können, wenn westliche Politiker etwa die Abschaffung der Todesstrafe fordern (weil nach dieser Logik ein Individuum ultimativ aus dem Kollektiv entfernt werden muß, wenn es das Kollektiv schwer schädigt).

Nun hat heute die deutsche Bundesregierung angesichts der derzeitgen Lage an die Regierung des Iran appelliert, die Versammlungsfreiheit zu respektieren – sich damit also wieder einmal auf sehr spezifisch westliche Werte berufen, die eben in allen anderen (nicht westlichen) Kulturen so gar nicht vorhanden sind. Der Iran nämlich versteht sich nach offizieller Staatsdoktrin als eine Theokratie – also als eine Gesellschaft, in der faktisch Gott durch die ihn vertretenden Kleriker regiert (angeblich).

Die USA, insbesondere Donald Trump, unterstützen die Protestierer – das könnte also immer „heißer“ werden und zu einer weltpolitischen Konfrontation führen:

Was aber ist eigentlich der Auslöser für die Proteste im Iran? Dirk Müller, auch bekannt als Mr. Dax, hat da eine Vermutung und glaubt nicht an das übliche Erklärungsmuster, wonach die wirtschaftliche Lage der Auslöser sei:


Foto: FNDE – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47204504

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    3. Januar 2018 16:11 at 16:11

    Nein nein…. das ist ein neuer Versuch der „Demokratisierung“.

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    burberg

    3. Januar 2018 16:54 at 16:54

    Haben die im Iran auch einen Maidan Platz? Wieviel hat der Verteidiger der freien Welt diesesmal investiert?
    In diesem barbarischen Staat gibt es sogar die Todesstrafe. Sowas gibt es in der freien Welt natürlich nicht.
    Falls man keinen Schuldigen findet, ich hätte da einen Vorschlag, wie wäre es mit Putin.
    In Russland wird zwar keine Todesstrafe mehr vollstreckt, aber irgend etwas wird sich doch finden lassen.

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    frank

    3. Januar 2018 17:27 at 17:27

    Next Regime Change mit ungewissem Ausgang. Kann null nachvollziehen dass die hiesigen Medien größtenteils positiv auf die Protest-Meldungen aus dem Iran reagieren. Hat man denn schon vergessen was im Irak in Libyen und Syrien passiert ist? wollen wir noch mehr Flüchtlinge und Terror?

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    asyoulike

    3. Januar 2018 17:37 at 17:37

    Moin, moin,
    sehr gute Einschätzung von Herrn Müller. M.E. ist es Ziel der Plutokraten, (angeführt durch die Wall Street) wieder einen Staat zu stürzen. Wohin werden die zu erwartenden Flüchtlingsströme gehen? BRD, genau, so wird es kommen. Wer nicht nach der Pfeife der Wall Street tanzt, der geht unter.

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    Mr. Jones

    3. Januar 2018 17:42 at 17:42

    Maidan ist ein schönes Beispiel. Nach den Protesten, wurde am 28 Feb. 2014 in einer Nacht und Nebelaktion vom Flughafen Boryspil, die Goldreserven (42,3 to.) der Ukraine, mit einem nicht registrierten Flugzeug in die USA transportiert. Libyen hatte zur Muammar Gaddafi Zeiten 116,6 to Gold,Irak 89,8 to., sind auch irgendwie verschwunden, kann ja mal passieren. Der Iran verfügt über ca. 500 to. Goldreserven und die haben Oel und Gas und die Central Bank ist noch staatlich. Fuer die Aggressoren eine Win..Win..Win Situation.

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    Homer say's

    4. Januar 2018 17:36 at 17:36

    Sollte China dort weiterhin seine Passivität aufrecht erhalten wird es zwangsläufig in Zentralasien seine Aktivitäten verstärken müssen. Das würde dann zwangsläufig auf kurz oder lang die derzeitig Russisch Chinesisch Zusammenarbeit beenden und zwangsläufig zu Konflikten führen.
    Ob Penking sich darüber im klaren ist?

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    Middle East Monitor

    5. Januar 2018 10:18 at 10:18

    So so, der sonst so auf „Qualitätsjournalismus“ bedachte Dirk Müller geht mal zackig davon aus, dass die USA und Israel hinter den Unruhen im Iran stehen. Als Fakt, nicht als Vermutung. Die drängt sich zwar nicht nur Ayatollah Chamenei auf, doch Fakten bedürfen stichhaltiger Quellen. Alles andere wäre journalistisch unsauber. Würde man doch die Maßstäbe bei sich selbst anlegen, die man bei anderen Tag für Tag anmahnt! Gleiches gilt für die offenkundig sehr oberflächliche Kenntnis und sehr geringe Durchdringung der gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Realitäten in der Region, erkennbar u.a. auch an selbstgeschaffenen Begriffen wie „Iranischer Halbmond“. Der insbesondere im Konflikt mit Saudi-Arabien unterliegende Dauerstreit zwischen Sunna und Schia wird gar nicht erst erwähnt. Dass geopolitisch wichtige Player genau diesen seit Jahrzehnten zu ihrem eigenen Nutzen schamlos ausnutzen auch nicht. Ebensowenig die teils grottigen volkswirtschaftlichen Rahmendaten wie etwa eine zweistellige Inflationsrate und eine Armutsquote von rund 40 Prozent im Iran. Ja, es geht in der Tat nicht nur um Eierpreise… Wir sehen eine sehr junge, zutiefst gefrustete Bevölkerung, von der rund drei Viertel erst nach der Revolution von 1979 das Licht der Welt erblickt hat. Viele davon wollen sowohl mit den alten Mullahs als auch mit ihrer gottesstaatlichen Weltfremdheit schlicht nichts mehr zu tun haben. Es fällt also auf fruchtbaren und durchaus temperamentvollen Boden – auch insoweit sollte man die Region kennen, Mr. Dax! -, was Dritte zu ihrem Zusatznutzen missbrauchen. Für ein intensiveres Verständnis der Lage im Iran lohnt es sich außerdem genau anzuschauen, welche Gruppen (anders als noch 2009) sich wo und wie auf den Straßen, in den Institutionen und im Parlament verhalten. Ein prominenter Buchautor sieht doch sonst immer besonders kritisch und intensiv auf die einschlägigen Hintergründe, oder? Vor allem dann, wenn er dies als DAS Thema der Woche herausstellt.

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      Gixxer

      5. Januar 2018 14:22 at 14:22

      Ich würde jetzt nicht unbedingt behaupten, dass es genau so ist, wie Dirk Müller es sieht. Man sollte die Möglichkeit aber in Betracht ziehen. Dass es in anderen Ländern so ablief, ist inzwischen bewiesen.
      Genaueres wird man wissen, wenn man sieht, wie es in Zukunft da weiter geht. Das Trump deshalb inzwischen den UN Sicherheitsrat einschalten will, spricht aber meines Erachtens für die Theorie von Dirk Müller, denn das ähnelt dem Ablauf in anderen Staaten. Aber warten wir es ab.

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        Middle East Monitor

        5. Januar 2018 17:41 at 17:41

        Jo, ausgeschlossen ist das beileibe nicht. Doch wie sieht es mit der klaren Vorfestlegung eines „alternativen Qualitätsjournalisten“ Dirk Müller zu einem Zeitpunkt aus, an dem noch nicht mal ein dichtes (westliches, russisches, arabisches, chinesisches…) Korrespondentennetz vor Ort irgendeinen Durchblick hatte?

        https://www.heise.de/tp/features/Iran-verweist-auf-die-ueblichen-Verdaechtigen-CIA-und-Mossad-3934761.html

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          Gixxer

          5. Januar 2018 19:54 at 19:54

          Wie gesagt: Abwarten.

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            baeuerin

            5. Januar 2018 20:03 at 20:03

            Der Ami braucht zeitnah einen Sieg…denn in Syrien hat er keinen Blumentopf gewonnen…
            Wird Zeit,dass Trump in Hochform kommt!
            Dann ist auch Dirk Mueller kein Thema mehr….

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      Gerd

      5. Januar 2018 14:47 at 14:47

      „…Als Fakt, nicht als Vermutung. “
      Das kam bei mir nicht so rüber, sondern eher so, als hätte er hinter seine jeweiligen Aussagen so etwas wie ein Fragezeichen gesetzt.
      Und diese Fragezeichen vermisse ich bei den auch von ihm oft angeprangerten sog. „Qualitätsmedien“ bei nahezu allen wichtigen Nachrichten und Kommentaren.
      Außer bei der Verkündung der Lottozahlen. Da passt das Ausrufezeichen aber auch ausnahmsweise hin.

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        Middle East Monitor

        5. Januar 2018 15:40 at 15:40

        „Die USA und Israel unterstützen natürlich die Proteste im Iran massiv“, so das wörtliche Transkript des Videos. Wo hören Sie hier ein Fragezeichen? Bitte sauber bleiben! Beide Länder opponieren und intrigieren gegen den Iran übrigens schon seit fast vier Jahrzehnten, nämlich seit dem Sturz des Schah 1979. Das ist alles nix Neues. Frage also: Worin liegt die aktuell neue Qualität? Welche Informationen liegen Herrn Müller vor, die wir (noch) nicht haben? Gibt es diese überhaupt? Und wenn ja, an welchen Quellen und Tatbeständen lassen sich diese festmachen? Was sind die Hintergründe? Vielleicht ein Atomdeal und aufgehobene Sanktionen, welche o.g. Länder – und damit auch Donald Trump – nicht wollen? Komisch, Donald Trump wurde von Mister Dax doch gerne und regelmäßig in den Himmel gehoben bzw. verteidigt (s.u.)… Ist Donald The Great, der sich doch in erster Linie um „America First“ kümmern wollte, jetzt auf einmal doch wieder der Böse? Wo bleibt bitteschön die Stringenz?!

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          Gerd

          5. Januar 2018 16:11 at 16:11

          „…Die USA und Israel unterstützen natürlich die Proteste im Iran massiv“, so das wörtliche Transkript des Videos. Wo hören Sie hier ein Fragezeichen?“
          Muss ich auch keines hören, da Trump angekündigt hat, beizeiten den Protestierenden massive Hilfe zukommen zu lassen, wenn sie doch nur fortfahren würden, endlich „dieses korrupte Regime“ weg zu kriegen.
          Allerdings kam diese Meldung, so ich recht erinnere, aus dem Öffentlich Rechtlichen Dummfunk. Evtl haben die es ja auch mal wieder zurecht gebogen.

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          Wolfgang M.

          5. Januar 2018 16:31 at 16:31

          @Middle East Monitor. Hier zeigt sich wieder ein grundsätzliches Problem unserer medialen Welt. Wenn ein öfters im Fernsehen auftretender „Experte“ auf seinem Spezialgebiet Dinge richtig voraussieht, erhält er durch seine Popularität ruckzuck Guru-Status. Er wird in der Folge über viele gesellschaftliche Themen befragt, auch wenn er jahrzehntelang Kurse auf einem Monitor beobachtet hat und sich nicht mit Geschichte, Politik oder Religion wissenschaftlich auseinandersetzen könnte. Man glaubt einfach, er wisse auch hier Bescheid. Das erinnert mich an die Zeit, als Boris Becker durch seine sportlichen Erfolge Kultstatus erreicht hatte. Zu dieser Zeit wurde er auch zu aktuellen politischen Themen befragt – die Werthaltigkeit solcher Statements kann man sich vorstellen. Ganz anders Journalisten wie Peter Scholl Latour oder Jürgen Todenhöfer, die sich jahrelang vor Ort ein Bild der Situation machen konnten. Also, Schuster bleib bei deinen Leisten oder ganz aktuell in diesem Forum: Bauer bleib auf deinem Acker. Gruß

          • Avatar

            baeuerin

            5. Januar 2018 17:20 at 17:20

            +++ Ganz anders Journalisten wie Peter Scholl Latour oder Jürgen Todenhöfer, die sich jahrelang vor Ort ein Bild der Situation machen konnten.+++
            Der beste Satz,der hier zum Thema passt!!!

          • Avatar

            Middle East Monitor

            5. Januar 2018 17:34 at 17:34

            Jepp, diese Journalisten bzw. Welterklärer setz(t)en Maßstäbe, an denen sich andere nicht ansatzweise messen lassen können. Außerdem gibt Geritt Wustmann auf einer unabhängigen Nachrichtenplattform zu bedenken,…

            https://www.heise.de/tp/features/Liebe-Verschwoerungs-Experten-3934831.html

          • Avatar

            Middle East Monitor

            5. Januar 2018 18:00 at 18:00

            Wie gesagt: Es gab einst Journalisten wie ihn, für die eherne journalistische Grundsätze noch eine Bedeutung hatten. Wie wir ihn in diesen Tagen vermissen!

            https://www.youtube.com/watch?v=5KskOqMUMG8

            https://www.youtube.com/watch?v=ddFUFKJyTQg

  8. Avatar

    Middle East Monitor

    5. Januar 2018 14:23 at 14:23

    P.S.: Dirk Müller gefällt es offenbar nicht, dass sich die Welt derart über diesen armen, verfolgten, von Fake News geplagten Donald Trump echauffiert. Hier am Beispiel des vernünftigen und ausgewogenen Verhältnisses des US-Präsidenten zu den sog. Leitmedien:

    http://www.epochtimes.de/politik/welt/fakten-spielen-keine-rolle-mehr-dirk-mueller-zur-medienhysterie-um-trump-video-a2192449.html

    Keine Gewaltverherrlichung, keine Senkung von Hemmschwellen, gar eine leuchtende Vorbildfunktion für das Land, die Welt und den Umgang mit Pressevertretern (zu denen man als Börsenkommentator schließlich auch selbst gehört? Na dann schauen Sie mal…

    https://www.youtube.com/watch?v=riNU9-FT7xE

    Nun, wie steht es um die Fakten, Herr Müller? Wer setzt sie, wer verdreht sie? Nein, der Buchautor und Fondsmanager, der seine Energie besser in die Performance seines eigenen (nach wie vor im Minus liegenden) Fonds investieren sollte statt über wenig marktrelevante Politikzusammenhänge zu schwadronieren, geht einen bedenklichen bis gefährlichen Pfad, der einem immer weniger gefallen kann…

  9. Avatar

    Behrooz

    16. Januar 2018 07:26 at 07:26

    Nur eins sollte der Herr Müller bei seinem Vergleich bereits “ Arbeitslosigkeit bzw. Prozentzahl“ im Iran und Spanien ,oder Griechenland usw., betrachten!
    Im Iran diese Arbeitslosen beziehen nicht wie in Europa Arbeitslosengeld!. Also dies Vergleich ist meine Meinungs nach schwachsinnig. Diese Meinung vom Herrn Müller, dass die Anstifter diese Proteste von außen „Mächte! “ geleitet wird, ähnelt der Meinung vom totalitären Regim im Iran.

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Donald Trump und die Deutsche Bank – hochinteressante Doku

Redaktion

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am

Von

Warum hat Donald Trump von der Deutschen Bank immer wieder Geld bekommen? Das ist vielleicht die interessanteste Frage, die in der folgenden Doku besprochen wird. US-Banken wollten Donald Trump offenbar kein Geld mehr leihen. Aber die Deutsche Bank tat es, und gab immer mehr Geld, für immer mehr Immobilienprojekte des heutigen US-Präsidenten. Und das, obwohl er vorher zahlreiche Projektpleiten hingelegt hatte. Gab es Sicherheiten aus Russland?

Die Doku beleuchtet im Detail die Beziehungen von Donald Trump nicht nur zur Deutschen Bank, sondern auch wie eng tatsächlich seine Verbindungen zu russischen Geschäftskreisen in New York und in Russland selbst waren. Bisher kam der Präsident selbst bei den Mueller-Ermittlungen in den USA ungeschoren davon. Der Schlüssel liegt wohl in den Geschäftsunterlagen der Deutschen Bank. Wer machte mit wem Geschäfte? Wer hat eventuell Geld gewaschen? Auffällig oft haben russische Käufer bei Trump-Projekten Wohnungen gekauft. Beispielhaft beleuchtet wird dieses Lizenz-System an einem Hochhaus in New York, für das er nur seinen Namen gab, und dafür 18 Prozent der Einnahmen kassierte.

Wusste Donald Trump, dass über seinen Namen und seine Projekte womöglich in gigantischem Umfang Geldwäsche zwielichtiger russischer Kreise abgewickelt wurde? Nachweisen lässt sich bis jetzt definitiv nichts, aber die Dokumentation der Geschäftsabläufe, wie es im folgenden Beitrag gezeigt wird, ist doch sehr aufschlussreich.

Donald Trump im Jahr 2020
Donald Trump

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Immobilienpreise steigen kräftig an – keine Spur von Corona!

Claudio Kummerfeld

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Hausbau

Bei Immobilien ist keinerlei Spur von der Coronakrise zu entdecken. Unfassbar. Die Immobilienpreise klettern weiter nach oben wie in den letzten Jahren auch. Im zweiten Quartal sind die Preise für Wohnimmobilien nämlich im Vergleich zum 2. Quartal 2019 um 6,6 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Die folgende Grafik zeigt den Häuserpreisindex seit dem Jahr 2015. Es ist keinerlei Einbruch erkennbar in den letzten beiden Quartalen. Nochmal… unfassbar, dass bei 10 Millionen Kurzarbeitern im Höhepunkt der Krise kein Einbruch der Immobilienpreise erkennbar war. Die Statistiker melden aktuell auch, dass die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent gestiegen sind. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land.

Immobilienpreise klettern mitten in der Coronakrise immer weiter nach oben

Hier weitere Details von den Statistikern im Wortlaut:

Im 2. Quartal 2020 waren in den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) Ein- und Zweifamilienhäuser 6,5 % und Eigentumswohnungen 6,1 % teurer als im Vorjahresquartal. Damit setzte sich der Anstieg der Preise für Wohnimmobilien in Metropolen zwar fort, jedoch weiterhin mit einer abnehmenden Dynamik bei Wohnungen. Für Eigentumswohnungen hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresquartal im 2. Quartal 2019 noch 7,9 % betragen, im 2. Quartal 2018 lag sie bei 11 %. In den anderen Großstädten ab 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern stiegen im 2. Quartal 2020 die Häuserpreise um 7,3 % und die Preise für Eigentumswohnungen um 8,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch in ländlichen Kreisen wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt teurer. So erhöhten sich die Preise für Häuser in dichter besiedelten ländlichen Kreisen um 8,9 % und für Eigentumswohnungen um 5,9 %. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 4,8 %, Wohnungen verteuerten sich um 6,6 %.

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US-Wirtschaft: Warum es ohne KMUs keine Erholung gibt

Hannes Zipfel

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US-Wirtschaft ist angewiesen auf Arbeiter bei den KMUs

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind für die US-Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Sie stellen einen Großteil der Arbeitsplätze, stehen aber vor enormen Herausforderungen und viele sogar vor dem Aus. Ohne die KMUs wird es keine nachhaltige Erholung und erst recht keinen Wirtschaftsboom in den USA geben.

US-Wirtschaft braucht dringend neue Finanzhilfen

Als Steven Terner Mnuchin (Rep.), seit Februar 2017 US Finanzminister, am Dienstagnachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus vom kommenden Boom der US-Wirtschaft im vierten Quartal schwärmte, muss dem ehemaligen Chef der Investmentbank Goldman Sachs die zuvor veröffentlichte Umfrage zum Paycheck Protection Program (PPP) seines früheren Arbeitgebers entgangen sein. Das Ergebnis der Umfrage kontrastiert die Jubelstimmung, die auch von seinem Amtskollegen Olaf Scholz (SPD) in Deutschland immer häufiger zu vernehmen ist.

Nüchterner war da schon die dringende Empfehlung des US-Notenbankchefs Jerome Powell an die Abgeordneten im US-Kongress, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) des Landes mit zusätzlichen fiskalischen Maßnahmen zu unterstützen, da ansonsten eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft nicht möglich sei.

Gemäß der jüngsten verfügbaren Daten gab es in den USA im Jahr 2019 gut 31 Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diese sogenannten „Small Businesses“ repräsentieren 99,9 Prozent aller Unternehmen und sind größter Arbeitgeber im privaten Sektor der US-Wirtschaft. Die amerikanischen KMUs schufen im letzten Jahr mehr als 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze. Daher ist das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Erholung von so großer Relevanz.

Weil das so ist, hat die Trump-Administration Ende April im Rahmen des CARES Act (Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Act) das Paycheck Protection Program (PPP) über 659 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das ermöglichte es vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen, zinsgünstige Privatkredite zu beantragen, um ihren Gehaltsverpflichtungen trotz Coronakrise weiter nachzukommen.

Die Höhe eines PPP-Darlehens entsprach dabei ca. dem Zweieinhalbfachen der durchschnittlichen monatlichen Lohnkosten des Unternehmens. Die Darlehen können neben der Zahlung von Löhnen (Paychecks) auch für Mieten, Zinsen und Nebenkosten verwendet werden. Das Darlehen wurde aber nur dann gewährt, wenn das Unternehmen versprach, die Anzahl seiner Mitarbeiter und die Löhne stabil zu halten. Die ursprüngliche Frist für die Beantragung eines PPP-Darlehens war zunächst der 30. Juni dieses Jahres und wurde später bis zum 8. August 2020 verlängert.

Der PPP-Stimulus läuft aus

Nachdem das Gesetz seit fünf Monaten in Kraft ist, läuft die Hilfe nun aus und kann wegen der Blockade im US-Kongress für ein fünftes Konjunkturpaket nicht aufgestockt und verlängert werden. Das bringt viele KMUs an den Rand des Ruins – ein enormes Problem für die US-Wirtschaft!. Gemäß einer aktuellen Umfrage von Goldman Sachs unter US-KMUs haben 88 Prozent ihre PPP-Kredite bereits vollständig ausgeschöpft. Ein Drittel der befragten Unternehmen sah sich bereits gezwungen, die Löhne zu kürzen oder Entlassungen vorzunehmen. Weitere ca. 30 Prozent gaben an, dass ihnen ohne weitere Finanzhilfen bis zum Ende des Jahres das Geld ausgeht.

Anders als Großkonzerne können sich kleine Unternehmen nicht direkt über den Kapitalmarkt refinanzieren und kommen somit auch nicht in den Genuss der Unternehmensanleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed), die in diesem Jahr ein neues Rekordvolumen erreicht haben.

Die auf Banken zur Refinanzierung angewiesenen KMUs haben ein weiteres, sich verschärfendes Problem: Wegen der anhaltend schlechten geschäftlichen Situation, aufgebrauchter Rücklagen und ausgeschöpfter Kreditlinien sind die Perspektiven für viele potenzielle Kreditnehmer so schlecht, dass die Banken sie als zu risikoreich einstufen und weitere Kredite verweigern. Schattenbanken, v. a. Hedgefonds, die in diese Lücke springen, verlangen dem Risiko angemessene hohe Zinsen, die für die in Not geratenen KMUs nicht zu stemmen sind.

Da gleichzeitig die im Sommer vom US-Finanzministerium an US-Bürger mit geringen und mittleren Einkommen verteilten Schecks in Höhe von 1.200 US-Dollar pro Person zunehmend eingelöst und aufgebraucht sind, haben viele Kleinunternehmer, Soloselbstständige und Freiberufler auch immer stärker eingeschränkte private Finanzspielräume.

US-Wirtschaft mit Entlassungswelle ab 1. Oktober

Ohne neue Fiskalstimuli droht der US-Wirtschaft im Abschlussquartal eine sich wieder verstärkende Entlassungswelle. Zumal ab 1. Oktober auch die US-Fluggesellschaften trotz vorheriger finanzieller Unterstützung aus dem PPP wieder Massenentlassungen vornehmen dürfen und dies auch bereits für Anfang Oktober angekündigt haben. Allein die größte US-Fluggesellschaft American Airlines will ab diesem Stichtag 20 Prozent ihrer Belegschaft abbauen – also jeden fünften Mitarbeiter. Ähnliche Ankündigungen gibt es von der zweitgrößten US-Fluggesellschaft Delta Airlines und kleineren Fluggesellschaften. Damit wird in den USA das nachgeholt, was bei deutschen und europäischen Airlines wie Lufthansa oder Ryanair bereits Realität ist.

Besonders betroffen von dem Auslaufen des PPP sind neben den Branchen Verkehr und Touristik vor allem Gastronomen, Konzert-Veranstalter, Kreuzfahrt Reedereien, stationäre Einzelhändler, Unterhaltungskünstler, Wedding Planner und andere Event-Manager. Besonders in der US-Gastronomie sind viele KMUs tätig. Generell wird der Dienstleistungssektor von KMUs dominiert. Für die US-Wirtschaft hat dieser Sektor eine besondere Bedeutung: 79,4 Prozent aller Erwerbstätigen ist hier angestellt, davon über 90 Prozent bei KMUs (Daten von 2019, Quelle: Statista).

Fazit

Die Indizien verdichten sich, dass es im vierten Quartal entgegen der Beschwichtigungsrhetorik mancher Politiker statt eines Booms einen Pleite-Tsunami und Massenentlassungen in der US-Wirtschaft geben könnte. Das Erschreckende dabei ist, dass diese Entwicklung noch keine zweite Pandemie-Welle berücksichtigt, die den Schaden in der US-Wirtschaft nochmals maximieren würde. Es bleibt für die KMUs Amerikas zu hoffen, wenn aus heutiger Sicht auch unwahrscheinlich, dass sich der US-Kongress nach dem Wahltermin Anfang November schnell auf ein neues, billionenschweres Hilfspaket einigen kann.

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