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Konjunkturdaten

Was stimmt nicht mit dem aktuellen Ölpreis? Öl-Bullen reagieren überhaupt nicht auf zwei positive Nachrichten

Zwei positive Nachrichten gibt es relativ aktuell zum Ölpreis. Da wären erstens die gestern um 22:35 Uhr deutscher Zeit vermeldeten API-Daten zu den Öl-Lagerbeständen in den USA. Bei einer Erwartung von…

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FMW-Redaktion

Zwei positive Nachrichten gibt es relativ aktuell zum Ölpreis. Da wären erstens die gestern um 22:35 Uhr deutscher Zeit vermeldeten API-Daten zu den Öl-Lagerbeständen in den USA. Bei einer Erwartung von -2 Millionen Barrels wurde die Zahl mit -7,84 Millionen Barrels vermeldet. Also ein deutlich stärkerer Rückgang als gedacht.

Normalerweise wäre der Ölpreis in den letzten Wochen und Monaten bei so einer Nachricht mal schnell einen Dollar hochgeschossen. Gestern Abend aber gab es nur einen kurzen Up-Tick von 30 Cents, der auch nur wenige Minuten anhielt (blau eingekreist). Danach dämmerte der Ölpreis (WTI) bis jetzt weiter vor sich hin um die 49 Dollar-Marke herum. Vielleicht ist es eine gestiegene Vorsicht? Denn letzte Woche lagen die API-Daten schon einmal daneben mit ihrer Prognose. Genau wissen wir es nämlich erst heute ab 16:30 Uhr bei der Veröffentlichung der offiziellen Lagerbestände (wir berichten dann umgehend).


Der WTI-Ölpreis seit gestern früh.


WTI-Öl seit 31. Juli.

Auch der Öl-Chart seit 31. Juli zeigt das derzeitige Dilemma. Keine klare Richtung, und ein ständiges Pendeln um die Marke von 49 Dollar herum.

Dabei hätte doch gerade jetzt auf der Aufwärtsseite mehr Leben in die Bude kommen können. Denn die OPEC hat gestern Abend ihren offiziellen Text verkündet, was denn nun beim zweitägigen Treffen in Abu Dhabi herausgekommen ist. Hier trafen sich nämlich die Kontroll-Länder, die die Fördermengenkürzungen von insgesamt 1,8 Millionen Barrels pro Tag kontrollieren sollen. Mehrere Teilnehmerländer gelten als Sünder, die sich nicht an ihre Kürzungszusagen halten. Und genau diese Länder listet die OPEC in ihrem aktuellen Statement auf. Zitat OPEC:

Accordingly, meetings were held in order to further assess oil market developments with the UAE, Iraq, Kazakhstan and Malaysia, who presented on their outlook and prospects for their respective production levels. Discussions were conducted in a constructive atmosphere and proved fruitful. The conclusions reached with the countries at the meeting will help facilitate full conformity with the Declaration of Cooperation, which participating countries remain steadfast in their commitment to fulfil. The UAE, Iraq, Kazakhstan, and Malaysia all expressed their full support for the existing monitoring mechanism and their willingness to fully cooperate with the JTC and JMMC in the months ahead in order to achieve the goal of reaching full conformity.

Im Klartext: Man habe also angeblich diese genannten „Sünder“ dazu gebracht, dass sie sich nun in vollem Umfang an ihre Kürzungszusagen halten wollen. Aber warum steigt dann der Ölpreis nicht sprunghaft an?

Fazit: Der nicht steigende Ölpreis zeigt, dass der Markt trotz dieser „warmen Worte“ der OPEC wohl nicht darin vertraut, dass die Kürzungen tatsächlich vollumfänglich umgesetzt werden. Außerdem werden Kürzungen ja von Produktionssteigerungen an andere Stelle bekämpft (Libyen, Nigeria, USA etc).

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Alter Egon

    9. August 2017 12:25 at 12:25

    Hilfreich sei ein Blick in den Verlauf der Commercial CoT- Daten, so munkelt man.
    Manche gucken sogar auf den ADX, und irgendein Katamaransegler soll angeblich Volumenprofile nutzen …
    Der Typ meint, dann bräuchte man kein Fragezeichen hinter einer Meldung.
    Sondern einen PUNKT.
    Jeder weiss: Das ist natürlich Blödsinn.
    Imperative Fragezeichen entspringen direkt der Brücke zwischen linker und rechter Hälfte eines jedes Börsenkommentators. Niemand kann etwas dafür.
    Schon gar nicht ein Segler mit seinem Unfug, vor einer Woche einen Bear Call Spread mit Strike 57/62 im CL aufzusetzen. Was bin ich froh, keinen Kat zu segeln, sondern zu Fuss gehen zu dürfen. Oh Praise The Lord !
    Euer Alter Egon

  2. Avatar

    Beobachter

    9. August 2017 13:32 at 13:32

    ÖLBULLEN REAGIEREN NICHT AUF SOGAR 2 POSITIVE NACHRICHTEN.
    Ach wie dumm sind denn diese Anleger,die reagieren nicht mal mehr auf positive Nachrichten.
    Wenn man die letzten Monate beobachtet hätte man eher gegenteilig zu den Nachrichten handeln müssen,weil
    1.Kommen Vereinbarungen kaum zustande.
    2.Wenn sie zustande kommen werden sie nie eingehalten.
    Frage, gibt es noch jemand der diese Nachrichten ernst nimmt?

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Konjunkturdaten

US-Einkaufsmanagerindizes bester Wert seit 2015, Preise mit Rekoranstieg, Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

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am

Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; November) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 56,7 (Prognose war 53,0; Vormonat war 53,4)

Dienstleistung: 57,7 (Prognose war 55,0; Vormonat war 56,9)

Gesamtindex: 57,7 (Vormonat war 56,9)

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The November PMI surveys provide the first postelection snapshot of the US economy, and makes forvery encouraging reading, though stronger economic growth is quite literally coming at a price.
“First the good news: business activity across both manufacturing and services rose in November at the strongest rate since March 2015. The upturn
reflected a further strengthening of demand, which in turn encouraged firms to take on staff at a rate not  previously seen since the survey began in 2009. “However, the surge in demand and hiring has pushed prices and wages higher. Average selling prices for goods and services rose at the fastest rate yet recorded by the survey, with shortages of supplies also more widespread than at any time previously reported.
“Firms are scrambling for inputs and workers to meet the recent growth of demand, and to meet rising future workloads. Expectations about the year ahead have surged to the most optimistic for over six years, reflecting the combination of a post-election lift to confidence and encouraging news that vaccines may allow a return to more normal business conditions in the not too distant future.”

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanager – Lage mau, aber Optimismus wegen Impfstoff

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für November) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 52,0 (Prognose war 50,4; Vormonat war ,)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,9 (Prognose war 56,5; Vormonat war 58,2)

Dienstleistung: 46,2 (Prognose war 46,3; Vormonat war 49,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 49,1 für Gewerbe (Prognose war 50,1; Vormonat war 51,3) und mit 38,0 für Dienstleistung (Prognose war 37,7; Vormonat war 46,5) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Wie erwartet wirkten sich die neuerlichen Lockdown-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie negativ auf die deutsche
Wirtschaft aus. Die aktuellen PMI-Vorabschätzungen zeigen, dass der Servicesektor aktuell wieder so tief in der Krise steckt wie im Mai.
Die Widerstandskraft der Industrie, die vor allem von den Exportsteigerungen nach Asien profitierte, bekräftigt uns allerdings in der Annahme, dass ein möglicher Abschwung im vierten Quartal 2020 deutlich schwächer ausfallen dürfte als im ersten Halbjahr. Die positiven Nachrichten um die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs verliehen der Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedenfalls Auftrieb, von denen viele jetzt auf eine Rückkehr zur Normalität in den nächsten zwölf Monaten hoffen. Dies dürfte auch den jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt zu Gute gekommen sein, die zeigen, dass sich die Lage in der Industrie der Stabilisierung weiter angenähert hat und die Beschäftigung im Servicesektor weiter gestiegen
ist.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Verkäufe bestehender Häuser – Boom!

Markus Fugmann

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am

Die Verkäufe bestehender US-Häuser (Oktober) sind mit 4,3% auf eine Jahresrate von 6,85 Millionen deutlich besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war -1,2% auf eine Jahresrate von 6,45 Millionen; Vormonat war +9,4% auf eine Jahresrate von 6,54 Millionen). Damit geht der Boom am USImmobilienmarkt weiter!
Die Daten aus dem Oktober sind Transaktionen, die in der Regel im September abgeschlossen und dann im Oktober finalisiert werden..

Die Verkäufe bestehender Häuser machen etwa 90% des amerikanischen Immobilienmarkts aus und sind daher von besonderer Bedeutung!

—–

Die US-Frühindikatoren liegen bei +0,7% (Prognose war +0,7%; Vormonat war +0,7%)

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