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Juncker sieht den Euro in Gefahr – und Europa ist ständig am Scheitern..

Von Markus Fugmann

Während das Mantra der deutschen Kanzlerin lautet: „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, hat nun der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine neue Variante des Scheiterns entdeckt. Sein Mantra heißt: scheitert der Geist von Schengen (also die Politik der offenen Grenzen in den 26 Schengen-Mitgliedsstaaten), scheiter der Euro! Das sagte Juncker gestern im Straßburger Europaparlament:

„Wenn uns der Geist von Schengen verläßt (..), verlieren wir mehr als nur das Schengen-Abkommen. Ein Einheitswährung macht keinen Sinn, wenn Schengen scheitert. Sie müssen wissen, dass Schengen kein neutrales Konzept ist. Es ist nicht banal. Es ist einer der zentralen Bausteine Europas“ (im französischen Original hier..)

Es kann also immer und überall alles scheitern in unserem Kontinent, Europa wegen dem Euro, der Euro wegen Schengen, Deutschland wegen den Flüchtlingen und so weiter und so fort. Da wünschte man sich gelegentlich den Geist der USA – da ist nicht ständig die Rede vom Scheitern, sondern eher von den Möglichkeiten..

Aber Fakt ist: durch die Grenzkontrollen ist Schengen weitgehend ausser Kraft gesetzt, oder wie Juncker gestern sagte, Schengen liege im Koma. Und Merkel meint, wenn es nicht gelinge, die Flüchtlinge gerecht (also nach der Wirtchaftskraft der einzelnen Länder) zu verteilen, werde Schengen scheitern. Und wenn Schengen scheitert, das wissen wir durch den Jean-Claude nun, wird der Euro scheitern, und wenn der Euro scheitert, scheitert bekanntlich ja Europa, sagt Mutti.

Gut, dass wir da einen ganz wichtigen Trumpf noch in den Händen halten: Mario Draghi, der europäische Superman und Spiderman in einer Person. Denn der Mario hat schon 2012 versprochen, den Euro zu retten. Womit dann wiederum Europa gerettet wäre, und Schengen sowieso. Wenn wir scheitern, das ist ungemein beruhigend, dann auf verdammt hohem Niveau: so oft, wie Europa und der Euro scheitern könnten, kann da letztlich nichts mehr schief gehen. Das ist wie mit Italien, das bekanntlich ja gefühlt hunderte wechselnde Regierungen hatte – aber im Gegensatz zu mancher Diktatur mit Ewigkeitsanspruch immer noch nicht wirklich gescheitert ist. Und unser Retter, der Super-Mario, ist ja bekanntlich Italiener..



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4 Kommentare

  1. Glücklicherweise ist Europa ein Kontinent. Der kann höchstens durch eine Naturkatastrophe scheitern. Und wenn die EU scheitert, dann ist das ein Grund, um eine gute Flasche Rotwein aus dem Keller zu holen.

    1. Wenn die EU in dieser Form scheitert, wie sie uns zugemutet wird, sollte man hinzufügen.

      Unsere EU ist eine völlig undemokratische Organisation, die sich als Kolonialverwaltung der USA begreift. So etwas brauchen wir tatsächlich nicht. Das Gegenstück im militärischen Bereich dazu, ist die Nato.

      Trotzdem brauchen wir ein vereinigtes Europa, um unsere Interessen in der Welt durchsetzen zu können. Ausserdem brauchen wir eine europäische Verteidigungsarmee, die die Mitgliedschaft in der Nato unnütz macht.

      Die Europäer sollten endlich Selbstbewustsein zeigen und sich von allen Superwirtschaften und militärischen Superstaaten lösen. Wir sind selbst super, wenn wir zusammen halten und unsere Stärken entdecken.

    2. Der „leser“ hat von seinem selbst die volle Zustimmung – ich gebe die Flasche bereitwillig aus.

  2. Die Grenzkontrollen sind Larifari: Neusprech der feinsten Sorte. Das Schengen Abkommen ist keinesfalls ausgesetzt (weiterhin absolut aktiv), es soll lediglich weiterhin etwas mehr (?!) „kontrolliert“ werden – dumm nur, wenn es nichts zu kontrollieren gibt, denn die Asylsuchenden werfen ihre Ausweisdokumente zuvor in den Toilettenschlund. Vulgo: freie Passage über die Grenze ohne Hinderung. Genauestens geplant – „Respekt“. Auch hinter der Wortneukreation „Transitzone“ versteckt sich ein absolutes Nichts – es geht ungehindert weiter wie bisher und keiner hinterfragt die Wortdefinition.

    „Denn der Mario hat schon 2012 versprochen, den Euro zu retten.“

    Neusprech, Klappe die 2te: er lügt nicht, er ist voll ehrlich – nur wird er von der törichten Masse nicht verstanden. Den Euro zu retten heißt nicht, das Vermögen (Kaufkraftverhältnis) zu retten. Er redet auch nicht von der Rettung der Völker, die ihn haben (nutzen) – er redet nur von der Währung (nicht Geld) Euro.

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