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Ölmarkt und Ölpreis: Die aktuelle Lage

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das ist die aktuelle Lage am Ölmarkt: Der gestern veröffentlichte IEA-Ölmarktbericht, über den wir bereits berichteten, deutet kurz zusammengefasst auf eine Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage gegen Jahresende hin. Gestern am frühen Abend kam der Irak mit einer Meldung raus, wonach man davon ausgehe, dass der Ölpreis weiter steigen werde aufgrund der steigenden realen Öl-Nachfrage. Auch sagten Offizielle gestern am 2. Juni beim OPEC-Treffen in Wien würden Gespräche über eine Fördermengen-Einfrierung wieder aufgenommen. Diese letzte Aussage ruft bei uns nur ein müdes Lächeln hervor, wenn wir ganz ehrlich sein sollen.

Wie man am Ölmarkt hört, hat der Iran jüngst einen Preisrabatt für asiatische Kunden eingeräumt, und das sozusagen ganz kurz nachdem Saudi-Arabien die Preise in Asien leicht angehoben hat. Somit bietet der Iran dort jetzt günstiger an als Saudi-Arabien und auch der Irak. Dass der Preiskrieg bei einem neu auf dem Markt auftretenden Anbieter (Iran) aufflammen würde, war vorauszusehen. Auch auf den Umstand, dass sich die Saudis ihre Marktanteile nicht wegnehmen lassen wollen, haben wir schon mehrfach hingewiesen – egal ob Amerikaner oder Iraner, die Saudis werden wohl kräftig dagegenhalten mit einer Öl-Flut – die Erhöhung ihrer Förderung wurde mehrfach angekündigt, aber man muss schauen, ob die Nachfrageseite wirklich so kräftig steigt, dass es dennoch für eine weltweite Ausbalancierung reicht.

Ach ja, auch der Irak macht in dem Spiel mit. Im April produzierte man 3,8 Millionen Barrels pro Tag. Gestern sagte man voraussichtlich werde man raufschrauben auf 5 Millionen Barrels pro Tag, je nach der Entwicklung des Ölpreises. Wir haben es in der Vergangenheit schon öfters gesagt, dass die OPEC-Staaten auf der Angebotsseite raufschrauben, aber angeblich steht ja die große Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage bevor… die gestrigen IEA-Daten für Mai und die Nachrichten aus dem Irak konnten den Ölpreis gestern nicht wirklich beeinflussen, weder nach oben, noch nach unten.

Auf längere Sicht (2. Chart) sieht es charttechnisch positiv aus, wenn das Juni-WTI über die 47 kommt, wozu aktuell ja nur ein paar Cents fehlen. Am 29. April lag er schon bei 46,80 in der Spitze, gestern bei 47. Jetzt braucht er nur noch einen kleinen Schubser, und schon läuft er auf neue Höchststände aus November. Am Ehesten scheint es momentan wohl, dass eine Bewegung im Dollar Schwung in den Ölpreis bringen könnte. Der hat seit Mittwoch Abend gut 80 Pips zugelegt, und bremst daher im Augenblick zumindest einen weiteren Ölpreisanstieg. Aber nach wie vor bleibt zu beachten, dass der Ölpreis ein äußerst labiles Gebilde ist. Der Dollar, die Saudis und die Angebotserhöhung aller OPEC-Staaten sind latente mögliche Probleme für einen möglicherweise weiter steigenden Ölpreis.

Ölpreis 1

Ölpreis 2

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    13. Mai 2016 09:39 at 09:39

    Nach meiner Bewertung der Lage ist ein massiver Wiederstand bei 46,80$ (WTI).
    Der Sekundärtrend ist nach wie vor fallend.

  2. Avatar

    Thomas

    13. Mai 2016 12:14 at 12:14

    War es nicht JP Morgan, die jetzt erst zum Short auf Öl geblasen hat?
    Sind die da vorgebrachten Gründe schon wieder vom Tisch?

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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

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