Aktien

Abverkauf und Medien-Begründungen

Es ist ja fast eine Sensation: Aktienmärkte können auch fallen! Dass dem so sein kann, ist nur noch den Älteren unter uns in dunkler Erinnerung. Aber seit die Notenbanken zum besten Freund und Helfer der Aktienmärkte degeneriert sind, ist es vorbei mit Volatilität und heftigen Abverkäufen. Oder doch nicht?

Die Begründung in den Medien für den gestrigen Abverkauf in den USA – nachdem der S&P500 wieder einmal ein Allzeithoch erreicht hatte – lautet jedenfalls unisono: Irak. Aber die Lage im hat sich nicht wirklich verändert gestern. Vielleicht haben die US-Märkte eine etwas lange Leitung und sind sich der Situation im Irak erst gestern so richtig bewusst geworden, aber wirklich befriedigend ist auch diese Erklärung nicht.

Andere Begründungen nennen den etwas schwächeren ifo Index gestern oder gar die Einkaufsmanagerindizes vom Montag. Aber das hat die Märkte in Europa etwas gebremst, war aber den Amis herzlich egal.

Nein, wahrscheinlicher ist, dass die sehr guten US-Konjunkturdaten auf den zweiten Blick die Sorge geschürt haben, dass die Fed mit ihrem Niedrigzinsversprechen „hinter der Kurve“ ist und daher früher als erwartet umschwenken muss. Das erklärt auch, warum der Goldpreis gestern unter Druck kam – der ja eigentlich von politischen Unsicherheiten im Irak tendenziell profitieren müßte. Ebenso wenig verändert ist der Ölpreis, der ebenfalls auf eine weitere Verschlechterung der Lage im Irak positiv hätte reagieren müssen.

Folgender Chart zeigt, dass gestern der Dow Jones und Gold parallel unter Druck kamen – ein klarer Indikator für unsere Fed-These (der Dow ist der orange Chart, Gold schwarz):

 

dowgold



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