Konjunkturdaten

Rally steht vor Bewährungsprobe Achtung: US-Inflationsdaten könnten heute für Unruhe sorgen

Federal Reserve - Foto: Valerie Plesch/Bloomberg

In dieser Woche gibt es genügend hochkarätige Wirtschaftsdaten, um den Markt in die eine oder andere Richtung zu lenken. Das Highlight sind auf jeden Fall die neuesten Inflationsdaten für Oktober, aber auch die Einzelhandelsumsätze am Mittwoch könnten für Impulse sorgen. Doch besonders die heutigen Verbraucherpreise bergen eine gewisse Brisanz, da sie zu einem Zeitpunkt erscheinen, an dem die US-Aktienmärkte eine Wahnsinns-Rally hingelegt haben. Der marktbreite S&P 500 konnte zuletzt an neun von zehn Tagen in Folge ansteigen und legte dabei um über 7 % zu. Allerdings weist er nach der impulsiven Aufwärtsbewegung Zeichen einer starken Überkauftheit auf. Enttäuschende Inflationszahlen könnten daher der Trigger für eine überfällige Konsolidierung sein. Auch für die Fed sind die Daten wichtig, da sie zuletzt klargemacht hat, dass sie bei Bedarf weitere Zinserhöhungen in Betracht zieht und baldige Zinssenkungen kein Thema sind.

Inflationsdaten

Der monatliche Bericht der US-Regierung zu den Verbraucherpreisen dürfte langsamere Fortschritte in Richtung des Inflationsziels der US-Notenbank Fed von 2 % zeigen, sodass die Zentralbank weiterhin zu einer weiteren Straffung tendiert, so Bloomberg Economics.

Die Inflationsdaten dürften zeigen, dass der Verbraucherpreisindex ohne Lebensmittel und Energie im Oktober den zweiten Monat in Folge um 0,3% gestiegen ist und die Jahresrate unverändert bei 4,1% liegt, so die Bloomberg-Ökonomen Anna Wong und Stuart Paul am Montag in einer Vorschau auf den Bericht.

Inflationsdaten: Verbraucherpreise weit entfernt von 2%-Ziel der Fed - Zinserhöhung?
Inflation: Fortschritt in Richtung des 2%-Ziels der Fed könnte sich verlangsamen

Kerninflation bleibt hartnäckig

„Nach den ermutigenden Fortschritten in diesem Sommer ist die Disinflation im Jahresvergleich bei den Kern-Verbraucherpreisen wahrscheinlich zum Stillstand gekommen, während die Gesamt-Inflationsrate in Richtung 3 % tendiert“, so Wong und Paul.

„Solange der Kern-VPI das derzeitige monatliche Tempo beibehält, werden sich die Fed-Mitglieder die Möglichkeit künftiger Zinserhöhungen höchstwahrscheinlich offen halten.“

Die Inflation ist in diesem Jahr zurückgegangen, nachdem sie im Jahr 2022 den höchsten Stand seit den frühen 1980er Jahren erreicht hatte. Besser als erwartet ausgefallene Inflationsdaten zu den Verbraucherpreisen in den letzten Monaten trugen dazu bei, dass sich auf den letzten beiden Sitzungen der Zentralbank ein Konsens für eine Pause bei der Straffung der Geldpolitik abzeichnete.

Weitere Zinserhöhungen erforderlich?

Langsamere Fortschritte bei der Erreichung des Inflationsziels von 2 % wecken jedoch die Besorgnis, dass weitere Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, selbst wenn der Leitzins der Zentralbank auf einem 22-Jahres-Hoch liegt.

Die Anleger schätzen die Chancen für eine weitere Zinserhöhung auf einer der nächsten beiden Sitzungen auf etwa 25 %, so die Terminmärkte.

„Obwohl die Disinflation bei den Kern-Verbraucherpreisen so gut wie zum Stillstand gekommen ist, wird die Fed ihre abwartende Haltung in Bezug auf Zinserhöhungen wahrscheinlich nicht ändern. Denn die nächsten Monate dürften wahrscheinlich weitere Hinweise darauf liefern, dass sich der Arbeitsmarkt schneller abkühlt“, so Wong und Paul.

Die Prognosen von Bloomberg Economics für die heutigen Inflationsdaten decken sich mit dem Median der Antworten in einer Bloomberg-Umfrage unter externen Prognostikern.

FMW/Bloomberg



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