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Airbnb geht an die Börse – der blanke Wahnsinn, oder geniale Kaufidee?

Claudio Kummerfeld

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am

Foto einer Wohnung mit Airbnb App

Die Vermittlungsplattform für das kurzzeitige Vermieten von Wohnungen an Urlauber Airbnb ist die Nummer 1 in diesem Segment. Vor der Coronakrise war sie einer der neuen großen Anbieter in der sogenannten Plattform-Ökonomie. Genau wie auf dem Amazon-Marktplatz, bei Google, Facebook und vielen anderen Anbietern, produziert Airbnb selbst gar nichts, man erstellt auch keine Inhalte – sondern stellt nur die Plattform zur Verfügung, auf der sich Anbieter und Nachfrager treffen.

Airbnb im Eimer, oder ist gerade jetzt der ideale Zeitpunkt?

In Corona-Zeiten, wo Flüge und Reiseaktivität gen Null tendieren, und wo die Leute alles andere als Reisen im Sinn haben – da ist Airbnb im Eimer. Das Unternehmen macht keine Gewinne, aber will genau jetzt an die Börse gehen. Was für ein Wahnsinn? Oder ist es bei genauem Hinsehen gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für Anleger, die in die Zukunft schauen? Denn die letzten Tage haben große Pharmaunternehmen große Fortschritte bei ihren Corona-Impfstoffen vermeldet, die nun in gigantischen Mengen produziert werden. Schon ab Dezember sollen in großem Umfang Impfungen stattfinden. Kann im Laufe des nächsten Jahres die Corona-Krise beendet werden?

Es ist eine große Wette. Wenn es funktioniert, werden viele Menschen voller Sehnsucht darauf warten, ausgefallene Urlaubsreisen nachzuholen. Auch viele Kurztrips in Form von Städtereisen werden dann nachgeholt? Das könnte bei Airbnb womöglich für einen Boom sorgen. Im Frühjahr kollabierte das Buchungsgeschäft bei Airbnb völlig. Es gab sogar mehr Stornierungen als Neubuchungen. Und jetzt? Airbnb geht laut einem aktuell veröffentlichten Prospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC demnächst an die Börse. Genaue Details wie die Firmenbewertung gehen daraus noch nicht hervor. Aber es ist kaum vorstellbar, dass die Emissionsbanken Airbnb dazu raten werden eine zu hohe Bewertung zu verlangen. Wer in diesen Zeiten an die Börse geht, und das mit diesem Corona-Horror-Geschäftsmodell, sollte auf die potenziellen Zeichner Rücksicht nehmen.

Von Januar bis September hat Airbnb laut den Angaben in dem aktuellen Prospekt bei 2,52 Milliarden Dollar Umsatz satte 697 Millionen Dollar Verlust gemacht. Und das bei 4,81 Milliarden Dollar Umsatz und 674 Millionen Dollar Verlust im Gesamtjahr 2019. Bei solchen Zahlen würden die Anleger eigentlich einen ganz großen Bogen um so einen Börsenkandidaten machen. Aber man kennt ja das Geschäftsmodell gut. Und wer nur etwas Phantasie hat und an die Zeit nach der Coronakrise denkt, sieht womöglich das Potenzial von Airbnb, wenn die Menschen das Bedürfnis haben viel an Urlaubserlebnissen nachzuholen – und das auch mit einer Buchung über eine Wohnung, die man auf Airbnb finden kann.

Wette auf rosige Zukunft

In den Prospektaussagen von Airbnb werden viele Unsicherheiten im Geschäftsmodell angesprochen, vor allem im Bezug auf die aktuelle Lage. Denn die Coronakrise ist ja noch nicht zu Ende, nur weil in den kommenden Wochen und Monaten nach und nach Millionen von Menschen geimpft werden. Airbnb erwähnt zum Beispiel auch, dass Hausbesitzer womöglich ihre Häuser verlieren und bei Airbnb als Anbieter ausscheiden, weil sie mangels Vermietungseinnahmen ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Tja, es ist nun mal eine verdammt mutige Wette, aber auch eine Ansage, gerade jetzt an die Börse zu gehen. Wer demnächst beim Börsengang von Airbnb einsteigt, der wettet auf eine rosige Zukunft des Geschäftsmodells. Mal ehrlich… Airbnb hat nicht die Kosten und Probleme einer weltweiten Hotelkette an der Backe, sondern ist nur der Plattform-Anbieter. Die Probleme liegen bei den Anbietern. Erholt sich die Reiselust der Menschen, und dürfen sie wieder reisen, explodiert dann auch das Geschäftsmodell von Airbnb, und der jetzige Einstieg in diese Aktie mitten in der Krise war genau die richtige Entscheidung? Diese Frage muss sich wohl jeder Anleger selbst beantworten.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    BrettonWood

    17. November 2020 13:06 at 13:06

    Airbnb werde ich auf alle Fälle zeichnen, ich finde es bemerkenswert das der Verlust in diesem Horrorjahr eigentlich nur unwesentlich höher ausfällt als in guten Jahren. Natürlich muss auf die letzten Bewertungen die ja teilweise schon über 100 Mrd lagen ein ordentlicher Abschlag erfolgen, aber dann ist das Mittelfristig sicher eine ganz interessante Lösung, zwar fallen Immobilienbesitzer ggf weg, das spielt Mm aber weniger eine Rolle den die Regierungen stören sich sowieso daran das oftmals knapper Wohnraum so „besetzt“ wird, aber Büroräume wird es in Innenstadtlagen zukünftig wieder mehr geben, welche dann als AirBnBs dienen können, in gewissen Ländern wie der Schweiz ist das heute schon gesetzlich erlaubt man darf dort eben nur nicht wohnen, aber Übernachten bis zu 3 Monaten ist erlaubt.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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BioNTech: Das plant das Unternehmen wirklich – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktien der Impftstoff-Entwickler wie BioNTech, Curevac oder Moderna gehen derzeit durch die Decke. Die Story ist auch zu gut und für jeden offensichtlich. Denn wir alle wissen, in den kommenden Monaten und Jahren müssen große Teile der Weltbevölkerung gegen das Covid-Virus geimpft werden, wenn die Menschheit die Pandemie tatsächlich besiegen will. Marktbeobachter sehen teilweise ein Marktpotenzial für die führenden Impfstoffe, so sie denn flächendeckend eingesetzt werden, von bis zu 100 Milliarden USD. Wahnsinn, oder?

Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen. Ich behaupte die Impf-Party ist weitgehend gefeiert, die Story ist in den Aktien der BioNTech und Moderna weitgehend eingepreist.

Noch ein Problem dieser Covid-Geschäftsmodelle: Wenn die Vakzine tatsächlich so funktionieren, wie es derzeit den Anschein hat, machen sich diese Unternehmen am Markt ziemlich rasch überflüssig, zumindest zunächst. Denn BioNTech und Co. haben kein Produkt mehr, wenn das Virus nach Erreichung einer relativen Herdenimmunität gehen wird. Weitsichtige Börsianer fürchten diesen Effekt jetzt schon und rechnen mit massiven Kursrückgängen.

Ist die Euphorie rund um die Impfstoff-Entwickler also übertrieben? Droht hier nächstens ein böser Rückschlag?

Die Frage ist unvollständig gestellt. Denn es geht bei BioNTech und Co. nur vordergründig um das Covid-Vakzin. Die eigentliche Sensation der letzten Monate und Wochen ist eine andere, nämlich die Technologie, mit der den Unternehmen der Durchbruch gelungen ist.

Erstmals wurde ein Vakzin auf der Basis der sog. Boten-RNA entwickelt. Von dieser Gentechnologie spricht die Branche schon seit einigen Jahren, ohne dass jemals irgendein ein marktfähiger Wirkstoff das Licht der Medizinwelt erblickt hätte.

Das hat sich nun geändert. BioNTech und Moderna haben sich früh der Erforschung dieser Boten-RNA gewidmet und dabei nun sehr wahrscheinlich diesem gentechnischen Ansatz zum Durchbruch verholfen. Dabei brauchen wir diese Technologie im Moment zur Bekämpfung der Covid-Pandemie. Solche Jahrhundert-Pandemien…..

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