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Indizes

Aktienmärkte: Am Montag droht schon der nächste Crash!

Wenn Notenbanken nicht mehr helfen können, kann eigentlich nichts mehr helfen. Das weitere Abwärtspotential vor allem für die US-Aktienmärkte ist immens

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eines scheint klar: die Turbulenzen gehen weiter für die Aktienmärkte – daran ändert auch die massive Rally vom Freitag nichts, als die US-Indizes fast +10% zulegen konnten. Einen  Hauptgrund für die Rally hatte Wolfgang Müller bereits am Freitag morgen antizipiert: „Die Investoren stehen bei ihren übergroßen Absicherungsgeschäften vor der Frage: Kommt über das Wochenende der große koordinierte Hammer von Regierungen und Notenbanken, so dass man nicht reagieren kann und dann am Montag in eine scharfe Short Squeeze hineinläuft?“.

Nach aktueller Wochenend-Indikation des Broker IG Markets aber ist ein guter Teil dieser Gewinne bereits wieder pulverisiert: der Dow Jones verliert zum Freitagsschluss (auf Future-Basis) ca. 1000 Punkte.

Damit droht schon zur Eröffnung der asiatischen Aktienmärkte in der Nacht zum Montag die limit down-Regel zu greifen: nach einem Verlust von -5% werden die US-Futures vom Handel ausgesetzt (weitere Aussetzungen des Handels dann bei -7%, dann -13% ,und bei -20% würde der Handel für den ganzen Handelstag eingestellt). Bereits in der vergangenen Woche wurden an vier von fünf Handelstagen die US-Futures vom Handel ausgesetzt – zweimal wegen limit down, zweimal wegen limit up. In der Summe aber verbuchten die amerikanischen Aktienmärkte wie auch der Dax den größten Wochenverlust seit der Finanzkrise.

Diese extremen Bewegungen sind nicht nur Ausdruck von Panik, sondern vor allem auch durch die zunehmende Austrocknung von Liquidität – sichtbar vor allem in der starken Ausweitung von spreads (Differenz zwischen Kursstellung für Kauf und Verkauf). Da auch der an sich liquideste Markt der Welt – der Markt für US-Staatsanleihen – unter mangelnder Liquidität leidet, sprechen viele Experten bereits davon, dass die Märkte „broken“, also eigentlich nicht mehr funktionsfähig seien.

Aktienmärkte: Wenn die Fed nicht mehr helfen kann..

Nicht zufällig kündigte die US-Notenbank Fed am Donnerstag an, 1,5 Billionen Dollar bis Dienstag in den Repo-Markt pumpen zu wollen (von den am Freitag bereit gestellten 500 Milliarden Dollar Liquidität wurde jedoch nur 17 Milliarden Dollar wirklich abgerufen von den Marktteilehmern, weil die unter anderem von der Fed selbst gesetzten Regularien die volle Zuteilung der 500 Milliarden Dollar groteskerweise verhindern!). Diese am Freitag bereit gestellten 500 Milliarden Dollar entsprechen etwa dem jährlichen Militärbudget der USA – und am Montag und Dienstag werden  jeweils wieder 500 Milliarden Dollar bereit gestellt!

Und: am Freitag dann hat die New York Fed den Start eines neuen QE angekündigt (das aber natürllich nicht QE heißen darf..). Keine Frage: die US-Notenbank ist im Panik-Modus, um den Kollaps der Aktienmärkte zu stoppen! Wir erleben jetzt gewissermaßen die Wiederholung von Draghis „whatever it takes“ aus dem Jahr 2012 – aber der damalige EZB-Chef drohte mit diesem Satz erfolgreich jenen Spekulanten, die auf ein Auseinanderbrehen der Eurozone spekulierten und damit den Druck verschärft hatten. Heute aber geht es um eine biologische Krise die zu einen Nagebots- und Nachfrageschock geführt hat – daher ist auch die Fed wohl letztendlich machtlos gegen die Dynamik der Entwicklungen!

Und das ist kein gutes Zeichen für die Aktienmärkte. Vielmehr gilt: wenn Notenbanken nicht mehr helfen können, kann eigentlich nichts mehr helfen. Das weitere Abwärtspotential vor allem für die Aktienmärkte der USA ist immens, denn die Kurse der Aktienmärkte besonders in den USA sind den fundamentalen Daten der Unternehmen weit enteilt (siehe hierzu die Grafik von Lance Roberts). Viele Unternehmen sind hoch verschuldet und stehen nun vor einem Cash-Crunch durch das Coronavirus – die Schuldenbombe droht nun zu explodieren!

Können die Aktienmärkte am Montag einen erneuten Crash vermeiden? Sehen Sie dazu die Einschätzungen von Sven Henrich, der schon seit Wochen vor einem Crash-Szenario gewarnt hatte mit Blick auf die charttechnische, fundamentale und markttechnische Ausgangslage:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Stehen die Aktienmärkte am Montag vor dem nächsten Crash?

38 Kommentare

38 Comments

  1. Avatar

    PK

    15. März 2020 11:47 at 11:47

    ich glaube Markus, mit der Vorhersage für Montag liegst du falsch.
    Ich denke es gibt eine Hoffnungsrally bis Mittwoch. Egal was jetzt die Indikation sagt.
    Mal sehn wer recht hat

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. März 2020 11:57 at 11:57

      @PK, auch das ist denkbar – aber dazu braucht es irgendwie einen „game changer“

      • Avatar

        klack

        15. März 2020 13:22 at 13:22

        Herr Fugmann sollte sich die Resthaare lang wachsen lassen und als Börsen-Riff-Raff eine Markus-Finanz-Horror-Show starten.
        Maximum thrill to the overkill.
        Android D.G.Trump from the Outerspace will save the World .

      • Avatar

        susiklatt

        15. März 2020 16:39 at 16:39

        es ist doch schon eine Zinssenkung auf fast 0% eingepreist, wo soll die Hoffnung also herkommen?

        • Avatar

          PK

          15. März 2020 18:10 at 18:10

          Ankündigung der FED auf direkte Wertpapierkäufe

      • Avatar

        joachim

        15. März 2020 18:26 at 18:26

        @Herr Fugmann:
        Wir stehen im DOW gerade dort, wo Freitag Abend eine halbe Stunde vor USA-Börsenschluss die Märkte vor der nahenden Trump-Rede standen…wenn der Präsident großartige Dinge zu verlautbaren hat (Notstand), steigen die Märkte natürlich genau deswegen…schon aus Anstand zum Präsidenten.

        Also halb so schlimm, ist halt grad sehr volatil. In der Nacht oder im Laufe des morgigen Tages kommt dann schon der von Ihnen angesprochene Gamechanger der FED.

        …nur was geschieht dann (und vor allem am Mittwoch wenns dann offiziell umgesetzt wird)? Tausend Punkte rauf von jetzigen WE IG-Level sind dann wieder locker drin, aber mehr…??

        Mein Fazit: Es wird nicht ausreichen, die angekündigten FED-Massnahmen schon am Montag spätestens vor (wenn überhaupt offen) USA-Marktbeginn zu verkünden…damit läuft man Gefahr, genau am Mittwoch nach „offizieller“ Bekanntgabe der FED die Märkte ohne weitere phantastische Neuigkeiten weiter in die Tiefe rauschen zu lassen.

      • Avatar

        Segler

        15. März 2020 19:26 at 19:26

        Im Vergleich mit den Bewegungen der Finanzkrise sehe ich viele Parallelen betrefffend
        – Put/Call Ratio
        – ADC des Russel (Advance/Decline)
        – VIX
        (VXX gab es damals noch nicht. Dessen Notwendigkeit wurde in der Finanzkrise offenbar)
        Insbesondere habe ich mir die Reaktionen des VIX angesehen, und zwar dessen Extremwerte

        1990: VIX Anstieg um 136 %
        1998: VIX Anstieg um 155 %
        2001: VIX Anstieg um 130 % (nine/eleven)
        2002: VIX Anstieg um 152 %
        2008: VIX Anstieg um 378 % (Finanzkrise)
        2010: VIX Anstieg um 188 %
        2011: VIX Anstieg um 211 %
        2014: VIX Anstieg um 180 %
        2015: VIX Anstieg um 328 %
        2018: VIX Anstieg um 465 %
        2020: VIX Anstieg um 578 %

        Aus diesen Werten schliesse ich, dass vorerst die Extrema vorbei sind.
        Das bedeutet nicht, dass ab jetzt alles wieder Richtung „Normal“ läuft.
        Im Gegenteil.
        Die Absicherungen über den VXX etc. werden uns noch lange begleiten.
        Vergessen wir nicht, dass bald die Earnings Season kommt.
        Dort wird es noch wilde Zuckungen geben.

        Tradingtechnische Konsequenz
        Erste Long Puts mit Delta 20 auf den VXX kaufen, Laufzeit Mai/Juni
        VXX Handel zurückstellen, bis die „zweite Welle“ gelaufen ist.
        Erfahrungsgemäss kommt diese im VXX nach zwei bis fünf Wochen nach dem ersten grossen Peak des VIX.

        • Avatar

          Segler

          15. März 2020 19:30 at 19:30

          Korrigendum:
          Tradingtechnische Konsequenz
          Erste Long Puts mit Delta 20 auf den VIX kaufen, Laufzeit Mai/Juni (Achtung – Nicht VXX, sorry für den Tippfehler)
          VXX Handel zurückstellen, bis die „zweite Welle“ gelaufen ist.
          Erfahrungsgemäss kommt diese im VXX nach zwei bis fünf Wochen nach dem ersten grossen Peak des VIX.

          • Avatar

            Toptrader

            17. März 2020 08:48 at 08:48

            @Segler – Nur sehr selten habe ich einen solchen Unsinn gelesen. Wenn Sie in Ihrem Börsenkauderwelsch schreiben, habe ich immer den Eindruck, Sie wollen sich selbst imponieren.

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            Michael

            17. März 2020 11:45 at 11:45

            @Toptrader
            So etwas darf man aber nicht sagen! ;) Zumindest nicht, wenn man die eigene Ignoranz, das völlige Fehlen jeglicher Kenntnis von Börsenbasics aus dem 1. Semester vor dem geneigten Fachpublikum verbergen möchte. Wenn sich erwachsene Börsenprofis unterhalten, hat der kindlich-naive Wunsch nach Einfachheit und Verständlichkeit keine Existenzberechtigung (Ironie aus)

            Ich meine, klingt es nicht wesentlich besser, wenn ich sage: Die voluminöse Expansion supterraner Agrarprodukte manifestiert sich in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität des Produzenten. Wer würde da schon ein banales und triviales Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln lesen wollen?

          • Avatar

            Toptrader

            17. März 2020 15:56 at 15:56

            @Michael – Treffend auf den Punkt gebracht. Die akademische Variante für die „Dümmste-Bauern-Regel“ ist genial!

          • Avatar

            Martin1

            20. März 2020 18:07 at 18:07

            An toptrader:

            Der Konvergenzradius subterraner Knollengewächse steht in negativ reziproker Korrelation zum Intelligenzquotienten des Agrarökonoms.

            So liest es sich besser (und ist stimmiger)!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          15. März 2020 21:31 at 21:31

          @Segler, ja erfahrungsgemäß – aber was zumindest in Europa in den nächsten zwei Wochen passireen wird, ist ohne erfahrungsgemäes Vorbild..Europa steht sill!

          • Avatar

            Segler

            16. März 2020 00:39 at 00:39

            Hallo Markus,
            Die aktuelle Krise sei ohne historisches Vorbild ?
            Solche Worte aus dem Mund eines Historikers klingen befremdlich.
            Hat doch dieser Kontinent wahrlich andere Krisen unvergleichlich grösserer Dimension überstanden.
            Beispiele muss ich kaum nennen. Pest, Cholera, Inquisition, Kriege, Stürme, Überschwemmungen, spanische Grippe, Ebola, Schweinegrippe, SARS –
            Corona reiht sich ein in den historischen Kontext und wird bald der Vergangenheit angehören.
            Aus übergeordneter Sicht:
            Der von Dir so genannte Stillstand Europas führt in der Realität zu kompensatorischen Ergebnissen, dergestalt, dass es signifikant weniger Verkhrstote gibt, weniger Ansteckungen durch die „allgemeine“ Grippe, weit weniger Geschlechtskrankheiten und so weiter.
            In der Summe hat „Corona“ keine Erhöhung der Todesrate zur Folge, sondern genau das Gegenteil.
            Journalistisch ist das nicht ausschlachtbar. Medial betrachtet ist meine statistisch wissenschaftliche Sichtweise uninteressant.

            Ohne ‚erfahrungsgemässes Vorbild‘ –
            Gab es denn 1987 ein „Vorbild“
            Gab es für die dot.com-Blase 2000 ein historisches Vorbild ?
            Gab es für Nine/Eleven ein hstorisches Vorbild ?
            (Okay – .. Der Überfall auf Pearl Harbour…)
            Gab es für QE, bzw. für dessen Ende im Sinne eines kalten Entzuges ein historisches Vorbild ?
            Rückblickend aus Sicht eines seit 25 Jahren aktiven Händlers sage ich:
            Es gibt immer wieder Situationen, die ich so noch nicht erlebt habe.
            Dennoch sehe ich Wahrscheinlichkeiten und immer wiederkehrende Verhaltensmuster an den Börsen.
            Ob nun im aktuellen Fall die zweite Welle des VXX-Anstiegs nach zwei oder erst nach sechs Wochen erfolgt, oder ob es gar drei oder mehr Wellen sein werden – das ist im Grunde egal.
            Man erkennt es und man kann entsprechend reagieren.
            Eins ist für mich aus heutiger Sicht klar: Der Peak im Angstbarometer (VIX) liegt hinter uns.
            Im übrigen sehe ich durchaus etwas Gutes im Corona:
            Europa wächst zusammen.
            Im Kleinen sehe ich zunehmend Contemplation, Nachdenklicheit, Hinterfragen.
            Endlich !
            So hat auch eine Pan- und Info-demie ihr Gutes.
            Gruss nach Hamburg
            Der Segler

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            16. März 2020 06:34 at 06:34

            @Segler, ohne Vorbild in unserem Leben zumindest – und das ist das, was mental jetzt zählt! Klar haben wir Pest und 30-jährigen Krieg erlebt – aber eben nicht die jetzt Lebenden im Westen!

  2. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 15. März 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Hesterbär

    15. März 2020 14:27 at 14:27

    Der Kollaps von Wirtschaft und Geldsystem steht erst am Anfang. Es wird jetzt zu schwerwiegenden Kettenreaktionen kommen, die durch keine Maßnahmen von Politik und Notenbanken mehr aufzuhalten sind.

    Die Preise von Aktien, Edelmetallen, Anleihen und Kryptowährungen sind schon kräftig eingebrochen. Jetzt werden auch weltweit die Immobilienblasen platzen. Für alle, die zu viel zu hohen Preisen gekauft hatten, wird sich das nun bitter rächen. Bald wird es Immobilien zu Schnäppchenpreisen geben.

    Die Finanzindustrie gaukelt uns immer vor, langfristig erfolgreicher Vermögensaufbau sei eine hochkomplizierte Angelegenheit. Das ist ein Märchen! Es ist vielmehr ganz einfach. Man kauft werthaltige Vermögenswerte, wenn sie billig zu haben sind und verkauft sie wieder, wenn die Preise hoch sind. SVEN und unzählige andere versuchen es auf mir unerklärliche Weise in umgekehrter Richtung. Ich bin aber sehr froh darüber, dass diese Anlegergruppe nie aussterben und immer wieder nachwachsen wird, denn mit ihr kann man so wunderbar viel Geld verdienen.

    • Avatar

      Columbo

      15. März 2020 20:32 at 20:32

      @Hesterbär

      Immobilien zu Schnäppchenpreisen? Ja, richtig, ganze Straßenzüge für ein paar Unzen Gold, hört man von ganz Schlauen.😂

      • Avatar

        Hesterbär

        16. März 2020 00:32 at 00:32

        Es mag ja sein, dass man dort wo Sie wohnen, ganze Straßenzüge für ein paar Unzen Gold bekommt. Sie sollten deshalb aber nicht von sich auf andere schließen.

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    Gerstenbier

    15. März 2020 15:29 at 15:29

    Meine Deppenrebound-Bereiche für die Puts im SP ca. 2850, 2950 und 3050
    Aber Montag stehen wir erstmal tiefer.

    • Avatar

      Lausi

      15. März 2020 21:59 at 21:59

      Das sehe ich auch so. Nach Elliott Wave könnte noch eine finale Welle 5 fehlen, bevor dann eine größere & längere Bärenmarkt-Rally einsetzt. Der Fear & Greed Index muss wohl noch auf 0 (besser -1) sinken, bevor der Turn-around kommt. Mal sehen, wer von den Fraktionen hier richtig liegt.

    • Avatar

      Gerstenbier

      15. März 2020 22:32 at 22:32

      „Aber Montag stehen wir erstmal tiefer“
      Nach der Bazooka gerade, kein Szenario mehr.

      • Avatar

        Lausi

        16. März 2020 01:17 at 01:17

        Sie werfen aber schnell die Flinte ins Gerstenbier! Gucken Sie sich mal die Futures an. Da sieht man: Die Hosen sind einfach noch nicht voll genug – da fehlt noch eine letzte, ultimative Dünnpfiff-Ladung! ;-)

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    globalvoterorg

    15. März 2020 15:30 at 15:30

    Die Meinungen der „Markthyänen“ sind tief deprimierend. Sie meinen, tatsächlich, sie könnten das „game“ endlos weiter spielen. Auf dem Rücken der Bürger und Steuersklaven, wohlgemerkt! Wie immer, gehen Ihnen Todesopfer „am Ar…“ vorbei!
    „To Big to Fail“ ist und, jetzt, war irreführender Dominanzsprech. Diese Formel ist tot! Die Dominanz hat kriminelle Insolvenzverschleppung „gemänäged“. Zum Kotzen, diese Hinterhältigkeit. Was, wir schon, immer, ankündigten: Die Spekulanten/Vasallen kommen, am Ende, auch dran! HUCH!
    Der Virus legt dar, mit welcher totalitärer Gier, die zentralistischen Sozialisten und Kommunisten unterwegs sind, ohne, daß die Vasallen/Oportunisten, nach wie vor, nicht begreifen, daß sie die nützlichen Idioten der Finanzkrake (FED/EZB/BIZ) sind! Die „Eliten“ versagen erschreckend. Dabei stehen wir vor der größten moralischen und gesellschaftlichen Herausforderung, in der Geschichte! Überlassen wir der Finanzmafia („whatever it takes“) die Zukunft UND damit unser Aller Freiheit oder wollen wir selber denken und leben!? (FIAT Schuldgeld oder leben sie schon!?)
    Zu hoch, für die Meisten!? Mahlzeit! Nochmals: Das FIAT SchuldgeldSystem ist am Ende der Fahnenstange angekommen. ALLES, alles, andere, ist Beschäftigungstherapie.

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    Tanja Grer

    15. März 2020 16:05 at 16:05

    Aktuell nehmen die Infektionszahlen des Covid-19 Virus weiterhin rasant zu. Bei einigen Betroffenen sind dramatische Krankheitsverläufe mit sogar tödlichem Ausgang bedauerlicherweise vorgezeichnet. Bei anderen hingegen werden die Krankheitssymptome kaum wahrgenommen.

    Wie kann es zu solchen unterschiedlichen Verläufen kommen? https://duhastmundgeruch.com/coronavirus-abwehr-viren-mogen-kein-starkes-immunsystem/

    • Avatar

      Lausi

      15. März 2020 22:14 at 22:14

      Viel Knoblauch und viel Obst kann bestimmt nicht schaden, sowie schöne heiß-kalt Duschen, viel schlafen, und, und, und…! ;-)

  7. Avatar

    susiklatt

    15. März 2020 17:03 at 17:03

    wie ist es nochmal mit der Limit Down Regel? wie lange wird der Handel ausgesetzt, ich habe es schon irgendwo gelesen mit 15 min. Aber gilt das nur während der normalen Handelszeit. Wie ist es mit heute Nacht, wann man der future dann wieder auf?
    Letzten Montag waren die US-Indizes erst am Vormittag handelbar.
    danke

    • Avatar

      Petkov

      15. März 2020 19:26 at 19:26

      Das Limit Down und übrigens auch Up greift so lange, bis es genügend Teilnehmer gibt, die zum Limitpreis handeln wollen. Das können die 15 Min. sein oder aber länger wie letzte Woche.

  8. Avatar

    joachim

    15. März 2020 17:55 at 17:55

    Meldung vor einigen Stunden auf Jandaya:

    Bank of America: US-Notenbank könnte noch vor Beginn der neuen Woche Maßnahmen zur Stützung des Markts für Geldmarktpapiere bekanntgeben.

    …das bedeutet FED-Zinsankündigung vor Eröffung der Märkte, die Frage ist nur, wann das im Laufe dem morgigen Handelstages geschieht.

    China und Japan sind gleich mal zuerst gefordert, von Europe kann nicht viel kommen, also werden die Amis/FED gemeinsam mit den Japanern morgen fuhrwerken…ohne Erfolgsgarantie jedenfalls.

  9. Avatar

    joachim

    15. März 2020 17:58 at 17:58

    …oder die FED macht die Bude dicht für unbestimmte Zeit…

  10. Pingback: Aktienmärkte: Am Montag droht schon der nächste Crash! – Unser Geld- und Zinssystem

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    Prognosti

    16. März 2020 06:10 at 06:10

    Also könnte der späte Rebound vom Freitag auch von Insidern kommen u.bei Ankündigung ist die Wirkung schon wider verpufft.Die Gelddrucker stossen an die Grenzen, die sie schon lange überschritten haben!
    Brauchte es wirklich eine Pandemie um der überstudierten Welt zu erklären, dass Gelddrucken keine Lösung ist.Eine Lawine abbremsen oder einen Ballon langsam platzen lassen hat bisher noch niemand gekonnt. Bleibt wie schon erwähnt vielleicht das Aussetzen der Börse .( Verkaufsverbot)

  12. Avatar

    Pepsi-ist-mist

    16. März 2020 12:00 at 12:00

    @SEGLER
    „…Der Peak im Angstbarometer (VIX) liegt hinter uns…“ in dieser Hinsicht bin ich mit Ihnen nicht einverstanden.
    Ich denke, wir werden 2008-Stände erreichen. Nach solchen Ständen wären Liquidationen der Depots und deren Edelmetallabsicherungen m.M. vollendet. Und ich glaube, erst dann glänzen auch Gold und Silber wieder.

  13. Avatar

    Segler

    17. März 2020 20:30 at 20:30

    @Pepsi
    Hallo Börsenkollege. Danke für Ihre Replik.
    Welch lustiger Nickname. Kritik an säurehaltigen Coffein-Süssgetränken – das hat etwas ;-)
    Zitat „.. Ich denke, wir werden 2008-Stände erreichen .. “
    Okay, es fehlten noch anderthalb Punkte bis zum Extremum vom 24.10.2008.
    Dennoch:
    Wer nach meinem Post von vorgestern VIX Puts gekauft hat, darf sich bereits nach zwei Tagen über 150 % Gewinn freuen und dieser wird sich in den nächsten Wochen noch vergrössern.
    Das Gesetz des „Reversal To The mean“ lässt sich eben nicht aushebeln.
    Auf Deutsch: Übertreibungen der Volatilität kehren IMMER zum statistischen Mittelwert zurück.
    Zum Thema Gold: Schauen Sie auf die CoT Daten. Sie werden sich noch wundern, wohin der Goldpreis geht. Nach oben jedenfalls nicht, vielleicht noch ein wenig, bedingt durch die derzeitige Krisenstimmung. Mittelfristig wird er tendenziell abwärts driften.
    Die grossen Händler halten derartig grosse Shortpositionen, wie es sie niemals zuvor gegeben hat. Glauben Sie wirklich, dass diese Händler und die Produzenten ihre extremen Shortpositionen noch ausbauen werden ? – ich nicht. Im Gegenteil.
    Vielleicht einnern Sie sich an mein Post vor einiger Zeit, als der Goldpreis auf die 1700 stieg ? – Ich hatte gewarnt und bin selber short eingestiegen (mit Bear Call Spreads).
    Die Commercials werden velmehr den Markt mit Panikmeldungen triggern, um jeweils einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Für mich sind das perfekte Shorteinstiege.

    Auch jetzt, nach dem drastischen Fall der Stock Indices behalte ich die Ruhe, und schaue bei den ES Optionen auf die Strikes, auf denen gewaltige Mengen Puts liegen.
    Schon aus diesen Angaben und Informationen können sie auf eine hohe Wahrscheinlichkeit auf einen Anstieg der US Indices schliessen.
    Schauen Sie in die Optionsplatform ihrer Brokersoftware und werfen dort einen Blick auf die jweiligen Open Interests.
    Alternativ stehen Ihnen alle Informationen der CBOE, bzw CME zu diesem Thema frei zu Verfügung.
    Mir ist klar, dass meine ruhige Herangehensweise und meine Analytik insbesondere bei jenen auf Kritik stösst, die ihre Handelsentscheidungen auf Bauchgefühl und Schnappatmungsjournalistik gründen.

    Leider ist mein geplanter Trip nach Costa Rica seit gestern definitiv gecancelt :-(
    Ich bleibe Ihnen somit noch erhalten.
    Vielleicht nutze ich die Zeit, um zum Thema Volume Profiles etwas zu posten und Grafiken hier einzustellen
    Ich freue mich auf weitere Diskussionen.
    Herzlich grüsst Sie
    Der Segler

    • Avatar

      Pepsi-ist-mist

      19. März 2020 18:42 at 18:42

      Hallo @Segler gern geschehen ;-) Gerade Ihren Kommentar gelesen.
      Schade um Ihren Trip nach Costa Rica, da sitzen wir alle in dem Boot.
      Die COT-Daten sind für mich leider noch ein Mysterium genauso wie Optionshandel und Volume Profiles. Ich finde es gut, dass jemand wie Sie die Einblicke in die Materie gewährt.
      Ich würde mich auch über Ihre Grafiken freuen.
      Gruß aus der Quarantäne

  14. Avatar

    Segler

    19. März 2020 21:18 at 21:18

    Hallo Pepsi – in Italien ?

    Einblicke in eine Materie gewähren .. In einem Blog wie diesem kann ich bestenfalls erste Anregungen vermitteln und Hinweise geben auf eine Welt HINTER den „klassischen“ Charts.
    Sie sprechen gleich Drei grosse Themen an.
    A) CoT Daten
    B) Optionshandel
    C) Volumenprofile
    Für jeden dieser Bereiche könnte ich eine ganze Webinarreihe veranstalten.

    Eins darf ich Ihnen versichern:
    Die Finanzindustrie lebt davon Sie unwissend zu halten und Ihnen weis zu machen, Sie seien hilflos und müssen sich für teures Geld Informationen, Börsenbriefe, Signalanbieter kaufen. Ene gigantische Finanz-Porno-Industrie will SIE als willfährigen Mitläufer.
    Hunderte von sogenannten Coaches oder Trading Houses oder sonstigen „Finanz-Dienst-Geier“ tummeln sich auf dem Markt.
    Fast alle sind einzig daran interessiert Ihnen nutzlose Seminare zu verkaufen.
    Fast jeder „Broker“ braucht ständig „Frischfleisch“, weil nach deren eigenen Aussagen und veröffentlichungen etwa 80 – 90 % aller Trader kein Geld verdienen, sondern in der überwiegenden Mehrzahl Geld verlieren.
    Der grosse Sponsor dieser Seite wirbt damit dass bei ihm „NUR“ 74 % seiner Kunden auf Dauer Geld verlieren“. Wow !

    Die oben genannten drei grossen Themen lassen sich problemlos erarbeiten.
    Ich versichere Ihnen – Jeder der einen Dreisatz hinbekommt kann Optionshandel erlernen.
    Sie benötigen dafür ca. ein Vierteljahr.
    Der Rest ist Erfahrung und Austausch in einer entsprechenden seriösen Platform mit anderen Optionshändlern.
    CoT DAten ? – Daran ist ganz und gar nichts mysteriöses.
    Im Gegenteil.
    Mein Tipp: Mal googeln nach Adrian und World Trading Championsship.

    CoT – Diese Daten sind die zentrale Grundlage, auf der alle Rohstoffhändler ihre Tradingentscheidungen gründen (Okay.. Wetterreports, Terminstrukturkurven, Volatilitätskurven etc. kommen noch hinzu)
    All das ist erlernbar, wenn man will.
    Volumenprofile: Aus Ihnen kann man fünf Informationen ablesen – aus einem „klassischen“ Chart nur eine einzige. Warum also darauf verzichten ?

    Lieber Pepsi – Ihnen traue ich locker zu, sich in die Materie einzuarbeiten.

    Halten Sie durch !
    Gruss aus der Schweiz

    • Avatar

      Lausi

      20. März 2020 07:36 at 07:36

      Klare Worte, Segler. Ich wünsche Dir eine gute Resonanz.

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Indizes

Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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Indizes

Dax mit 40 Aktien – ist die Reform wirklich eine Wende?

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform – ändert sich dadurch seine Bedeutung in der weltweiten Börsenszene? Zweifel sind angebracht!

Wolfgang Müller

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am

33 Jahre nach Einführung des Dax 30 kommt im nächsten Jahr eine Reform des deutschen Leitindex, unter anderem mit einer Erweiterung auf 40 Werte. Anstoß war der Skandal um Wirecard, seiner Insolvenz und seinem wochenlangen Verbleib im Index, weil es eben den Regeln so entsprach. Aber wird diese Indexaufstockung wirklich eine gravierende Änderung seiner Bedeutung in der großen Börsenszene einleiten? Zweifel sind angebracht, denn ein Alleinstellungsmerkmal des deutschen Index bleibt bestehen.

Dax 30, der Underperformer unter den großen Börsenindizes

Das Grundproblem unseres Leitindex ist zunächst einmal seine Grundkonstruktion. Es handelt sich bei ihm – im Gegensatz zu den anderen großen internationalen Indizes – um einen Performanceindex, bei dem die jährlichen Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden. Der Dax steht in dieser Berechnung mit 13300 Punkten (Stand 26. November) weniger als vier Prozent unter seinem Allzeithoch vom Februar diesen Jahres. In einer Kalkulation als internationaler Kursindex (ohne Dividenden) liegt er mit 5751 Punkten, sogar noch fast 10 Prozent tiefer als bei seinem Hoch vom März 2000 mit 6266 Punkten. Der Dax hatte 15 Jahre gebraucht, bis er dieses Hoch wieder erreichen konnte (2015), seither rennt er immer wieder dagegen an.

Zum Vergleich der S&P 500: Jahreshoch des Jahres 2000 – 1527 Punkte, Jahreshoch 2020 – 3642 Punkte. Und dabei wurde sogar der Extremwert in der Internet-Bubble als Vergleich herangezogen.

Dax 30, das Leichtgewicht unter den Indizes

Das nächste Thema ist die Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Mit seinen aktuellen 1,2 Billionen Euro Marktbewertung liegt er nur im Mittelfeld der großen Indizes, obwohl er eigentlich die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt repräsentieren sollte. Zum Vergleich der S&P 500, der es umgerechnet bereits auf sagenhafte 27,2 Billionen Euro bringt, auch der japanische Nikkei 225 liegt im zweistelligen Billionenbereich.

Aber selbst kleinere europäischen Volkswirtschaften haben größere Marktkapitalisierungen. FTSE 100 (Großbritannien) 1,92 Billionen Euro, CAC 40 (Frankreich) 1,76 Billionen Euro, die erheblich kleinere Schweiz liegt mit ihrem SMI und 1,15 Billionen Marktkapitalisierung fast gleichauf.

Was bringt die Aufstockung auf 40 Titel?

Zuerst würde man sich den internationalen Indizes bei der Zahl der im Index gelisteten Aktien annähern. Nicht dem S&P mit seinen 500 Titeln, aber Großbritannien (100) und vor allem Frankreich (40). In der Marktkapitalisierung würde man aus jetziger Sicht auf gut 1,35 Billionen Euro steigen, wenn man potenzielle Aufsteiger aus dem MDax hinzu addiert. Die drei größten Titel aus der zweiten Reihe sind derzeit Airbus (25,4 Bio. €), Symrise (13,2 Bio. €) und Zalando (11,3 Bio. €), wobei beim marktschweren Flugzeugbauer schon wieder ein Fragezeichen steht, wegen seines ausländischen Firmensitzes.

Weitere Regeländerungen

Darüber wurde bei FMW schon berichtet deshalb nur kurz die Änderungen: Künftige Dax-Neulinge müssen vor ihrer Aufnahme einen operativen Gewinn in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. Neuaufnahmen wie die von Delivery Hero wären künftig nicht mehr möglich. Eine Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal ist, dass ab März 2021 Firmen nach einer 30-tägigen Warnfrist aus dem Index ausgeschlossen werden können, wenn sie ihre testierten Geschäftsberichte und vierteljährlichen Quartalsmitteilungen nicht fristgerecht veröffentlichen. Außerdem überprüft die deutsche Börse zweimal im Jahr die Aufstellung im Dax. Es geht dann um die Marktkapitalisierung der Unternehmen und nicht mehr um den Börsenumsatz. Der Nachweis einer Mindestliquidität wird ausreichen.

Fazit

Bei allen Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität des deutschen Leitindex bleibt das Grundproblem – die Akzeptanz der Aktie für die Kapitalanlage. Nur 15 Prozent der Deutschen besitzen direkt oder über Fonds Aktien, über 50 Prozent des Dax befinden sich in ausländischen Händen. Zum Vergleich: 2,4 Billionen Euro liegen in Deutschland auf unverzinslichen Konten, das Zweifache der Marktkapitalisierung des deutschen Leitindex. Was mit diesem Geld in Zukunft geschehen wird, in einer sich wahrscheinlich noch verstärkenden „finanziellen Repression“ (Inflation?) ist ziemlich absehbar. Ein Umdenken täte Not, etwas im Stile des norwegischen Staatsfonds.

An der Grundproblematik wird auch eine Erweiterung des DAX auf 40 Werte nichts ändern. Wie hatte Warren Buffett schon vor Jahren Kritikern der „gefährlichen“ Aktienanlage entgegnet: „„Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte, eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497 Punkte.“

Was ändert sich durch die Reform des Dax?

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Finanznews

Aktienmärkte: Der Chart, der die Welt erklärt! Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte gestern am US-Feiertag erwartungsgemäß uninspiriert – auch heute ist durch den verkürzten Handel in den USA am Black Friday nicht viel zu erwarten. Aber übergeordnet gilt: es gibt einen Chart, der die ganze (Wirtschafts-)Welt erklärt: dieser Chart zeigt, dass seit den 1980er-Jahren die Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft! Und dieser Trend explodiert seit der Finanzkrise geradezu, die Coronakrise wiederum bringt dann die nächste Eskalationsstufe in Sachen Schulden und Geld drucken. Die Notenbanken versuchen mit ihrem Liquiditäts-Exzess diese Verschuldungs-Spirale und damit die Wohlstandsillusion am laufen zu halten – die Aktienmärkte und die Anleihemärkte spiegeln diesen Exzess geradezu beispielhaft wider!

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