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Finanzmärkte: Anmerkungen zur aktuellen Lage – Crash bei US-Staatsanleihen

Markus Fugmann

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am

Die Lage der Finanzmärkte ist kritisch! Die US-Futures wie auch der Dax steigen, aber die Lage bleibt fragil – so wurden die US-Anleihefutures heute morgen vom Handel ausgesetzt wegen limit down (das heißt die Renditen für US-Staatsanleihen steigen massiv!).

Dazu kommentierte im FMW-Forum @PK soeben:

„Sehr interessant der Fall der US Anleihen momentan. Die 30-jährige US-Staatsanleihe im ZB limit down!
Das ist meines Erachtens kein zurückkommendes Risc On, sondern im Gegenteil, ein beginnendes Misstrauen in das US-Finanzsystem! Uffpasse…“

Für Daytrader möchten wir eine Empfehlung aussprechen: halten Sie die Positionsgröße klein!

Zur Lage vor dem Wochenende Anmerkungen von FMW-Autor Wolfgang Müller zur aktuellen Situation:

„Der heutige Tag wird aus verschiedenen Gründen sehr interessant:

1. Die Investoren stehen bei ihren übergroßen Absicherungsgeschäften vor der Frage: Kommt über das Wochenende der große koordinierte Hammer von Regierungen und Notenbanken, so dass man nicht reagieren kann und dann am Montag in eine scharfe Short Squeeze hineinläuft? Bisher war es umgekehrt. Was bringt Covid-19 am Wochenende für Negativmeldungen?
Der heutige Swing in Australien ist hierfür der große Beweis.

2. An der deutschen Börse kursiert das Gerücht, dass man die Leerverkäufe auf deutsche Aktien eine zeitlang aussetzen könnte. Das pusht gerade den Markt. Was ist, wenn man so etwas in Amerika andenkt, wo die Leerverkaufsquote eine ganz andere Dimension hat, als hierzulande. Diese Gedanken haben das Zeug die Gegenbewegung einzuleiten.

Alle anderen Gedanken sind Kaffesatzleeserei. Die Psychologie – damit die Angst – spielt die große, dominante Rolle. Was wäre los, wenn eine Infektion bei einem der alten Männer in der US-Regierung gemeldet würde? Bei Ross, Lighthyzer, Kudlow oder gar Trump? Jede Prognose ist kurzfristig heutzutage Lotterie.“

So oder so: passen Sie auf sich auf!

 

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    PK

    13. März 2020 09:49 at 09:49

    aktuell steigen sie wieder wie am Schnürchen.
    Ich vermute da ist die FED am kaufen.

  2. Avatar

    Segler

    13. März 2020 11:36 at 11:36

    Guten Morgen,

    Limit Down in den 30-jährigen (ZB) sehe ich nicht in meinen Daten.
    Gleichwohl ist eine erhebliche Bewegung zu verzeichnen.
    Die Vola ist extrem.
    Grund für den „plötzlichen“ Umschwung ist
    a) kürzlich drastischer Squeeze mit zu vermutenden Margin Calls und Panik-Eindeckungen verkaufter Optionen
    b) Insiderwissen um anstehende Eingriffe seitens der FED
    c) Rollover in den Futures (März Kotrakt gestern nur noch 1 k, während Juni bereits 442 k Kontrakte handelt)
    d) Übergang vom Ausnahmezustand des Contango (vor zehn Tagen) zurück in die ’normale‘ backwardation der ZB Futures
    Tradingtechnische Konsequenz:
    Bear Spreads aufsetzen. Es gibt hohe Prämien und das Risiko ist jetzt minimiert

    Eine weitere Tradingkonsequenz für mich:
    Short VXX
    Long Calls im ES (diese Optionen werden auch ausserhalb der normalen Zeiten gehandelt, im Gegensatz zu den Optionen auf den Spider).
    Allerdings sind die Prämien bereits deutlich gestiegen. Dennoch für mich attraktiv.
    Vielleicht ein Hinweis: Der KAUF von Optionen ist in meinem Handel sehr selten.
    In diesem FAll sehe ich jedoch gute Chancen auf einen starken Upmove im US Index

    Die Kursentwicklung der vergangenen Tage war geprägt durch äusserst ungewöhnlich hohe lineare Absicherung bei den grossen Investoren über Optionspakete (VXX)
    Für einen grossen Teil dieser Investoren war der bisherige Downmove der Aktienpreise nicht sonderlich tragisch. Vor allem der gestrige – optisch dramatische – downmove hat ihnen kaum etwas ausgemacht. Sie waren praktisch Eins zu Eins abgesichert.
    Selbst wenn der Move noch weiter abwärts ginge – es würde sie liquiditätsmässig kaum tangieren.
    Gestern war im Grunde kein „Selling“ mehr. Gestern war es ein „Drücken“
    Das Volumenprofil zeigt es.
    Das „Drücken“ hatte vor allem den Zweck, die Masse in die teuren Absicherungen zu locken und deren Preis in schwindelnde Höhen zu treiben.
    Ich bin der Überzeugung, dass die Notenbanken gar nicht wirklich viel initieren müssen, sondern „nur“ den Impuls geben, um einen Short Squeeze einzuleiten.
    Die Investoren werden sehr schnell ihre (teuren) Absicherungen loswerden müssen.
    Achte heute einmal auf die VXX ETF’s.

    Zum Thema Optionen auf den ES Future März-Kontakt:
    auf dem Strike 2800 liegen
    21.100 offene Puts
    16.400 offene Calls

    Das sind ordentliche Hausnummern.
    Die 2800 im S&P zieht wie ein Magnet !
    Dort werden die Katen neu gemischt.
    Was danach kommt werden wir sehen.

    Good Trades
    Der Segler

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.03.2020 | das-bewegt-die-welt.de

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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