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Viel Optimismus vor der Woche der Wahrheit Aktienmärkte: Experte warnt vor „Fake“-Goldilocks-Szenario

Aktienmärkte: Experte warnt vor "Fake"-Goldilocks-Szenario

Die Aktienmärkte sind wieder im Rallye-Modus. Vor allem die zuvor gebeutelten Tech-Werte haben die Gunst der Anleger zurückgewonnen. Allein im Januar stieg der Technologie-Index rund 12 Prozent an. Aber auch die anderen US-Indizes und der Dax haben eine beeindruckende Rallye hingelegt. Während rückläufige Inflationszahlen die Hoffnung auf eine mildere Gangart der Fed nähren, haben robuste Wachstumszahlen in den USA, die Rezessionssorgen gemindert. So überwiegt derzeit die Meinung, dass die Fed ein Softlanding hinbekommt und zugleich die Zinsen bald wieder senkt – also ein Goldilocks-Szenario für die Aktienmärkte. Mit den Zinsentscheiden der Fed, EZB und BoE sowie den Zahlen von Big Tech dürfte den Aktienmärkten eine Woche der Wahrheit bevorstehen.

Zimmern sich die Aktienmärkte ein Goldilocks-Szenario zurecht?

Bloomberg berichtet dazu: Von Aktien bis hin zu Unternehmenskrediten geben sich die Anleger einem Wunschdenken hin, indem sie die Preise für risikoreiche Vermögenswerte in die Höhe treiben, weil sie darauf wetten, dass die Zentralbanken eine sanfte wirtschaftliche Landung herbeiführen werden.

Doch nach Ansicht von Eric Robertsen, dem globalen Forschungsleiter und Chefstrategen von Standard Chartered Plc, ist der Optimismus an den Aktienmärkten etwas zu groß. Seiner Meinung nach sollte die diesjährige Rallye eine Pause einlegen.

Während Standard Chartered sich der überwältigenden Mehrheit der Prognostiker anschließt, die für diese Woche eine Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen durch den Offenmarktausschuss der US-Notenbank prognostizieren, ist Robertsen besorgt über die Positionierung von Händlern, die davon ausgehen, dass die US-Notenbank schon ab Juni bis zum Jahresende eine Zinssenkung um fast 150 Basispunkte vornehmen wird – was sich schnell wieder ändern könnte.

Er sieht derzeit zu viel unbegründeten Optimismus in globalen Aktien, die bereits 2023 um mehr als 7% gestiegen sind.

„Die Erholung risikobehafteter Anlagen scheint von einem schwierigen Balanceakt abhängig zu sein – Wachstum und Inflation sind schwach genug, um die Zinserhöhungen des FOMC zu stoppen, aber noch nicht so schwach, dass bei Wachstum und Gewinnen die Alarmglocken läuten“, schrieb Robertsen in einer Notiz vom Sonntag. „Die Erwartungen an ein Goldilocks-Szenario sind zu hoffnungsvoll.“

Der Rückgang der Volatilitäts-Indikatoren widerspreche Stimmungs-Indikatoren wie Umfragen zum Geschäftsklima in den USA, die auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hindeuten, sagte er und fügte hinzu, dass sich der Gegenwind auf dem US-Arbeitsmarkt noch nicht bemerkbar mache.

Die Volatilät fällt während die Stimmung in den Unternehmen sinkt

In dieser Woche dürften diese gegensätzlichen Ansichten auf die Probe gestellt werden, denn auf die Fed-Sitzung am Mittwoch folgen einen Tag später die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England. Zu Beginn der Woche stehen die Industriegewinne und die PMI-Zahlen für China auf dem Programm, und am Freitag runden Daten zur US-Arbeitslosigkeit und zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft das Bild ab.

Es wird „eine der größten Wochen mit extrem hohem Ereignisrisiko“ sein, so Chris Weston, Leiter der Forschungsabteilung der Pepperstone Group Ltd. „Trotzdem zeigen die Aktienmärkte kaum Anzeichen von Nervosität“, fügte Weston hinzu, der zwar optimistisch bleibt, aber die steigenden Rohstoffpreise mit Vorsicht betrachtet.

FMW/Bloomberg



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