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Aktienmärkte: Wertpapierkredite und Aktienindizes

Wertpapierkredite gehen zurück - schlechtes Zeichen?

Straßenschild Wall Street

Erst gestern betitelte FMW den Videoausblick „Ein ominöses Zeichen“ für die Aktienmärkte mit dem Hintergrund, dass die Wertpapierkredite eng mit der Entwicklung der Aktienmärkte verknüpft sind. Sowohl im Anstieg als auch beim Abstieg, allerdings mit einem kleinen Zeitverzug. Eigentlich wollte ich mit meinem Blick auf den Margin Debt auf die nächsten Daten der FINRA warten, um einen Ausreißer auszuschließen, aber das Gesamtgefüge – Verhalten der Großinvestoren – lässt ein wenig auf eine Topbildung schließen.

Aktienmärkte: Einbruch der Wertpapierkredite um 4,3 Prozent im Juli

Die FINRA (Financial industry Regulatory Authority) ist eine vom US-Kongress autorisierte gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt amerikanische Anleger zu schützen, indem zum Beispiel mehr als 624.000 Broker im ganzen Land überwacht werden. Diese Genehmigungsbehörde veröffentlicht monatlich die Daten zu den Wertpapierkrediten, die einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung der Indizes haben.

Der Monat Juli brachte einen überraschenden Rückgang um 4,3 Prozent und dies war der erste Rückgang seit 15 Monaten. Es sind sehr frische Daten vom Ende des Monats.

Hier der Margin Debt des Jahres 2021:

Entwicklung des Margin Debts - wichtig für Aktienmärkte

In dieser Übersicht von Advisor Perspectives sieht man sehr schön das Auf und Ab der Aktienmärkte im fast synchronen Verlauf zu den Wertpapierkrediten:

Aktienmärkte und Margin Debt

(Grafik von Advisor Perspectives)

Allerdings gab es regelmäßig einen Zeitverzug zwischen Spitzen und Tiefen der Aktienmärkte von wenigen Tagen (Corona-Crash 2020) bis zu fünf Monaten bei der Dotcom-Bubble im Jahr 2000.

Margin Debt und S&P 500

Die nächste Grafik zeigt die prozentualen Veränderungen. Immer wieder in vielen Charts zu beobachten: Wenn es exponentiell nach oben geht, ist der Umschlagspunkt nicht weit (Im Übrigen auch mein Tenor bei der Inflationsentwicklung – desto steiler der aktuelle Anstieg, umso heftiger und schneller die Gegenreaktion).

Aktienmärkte und Margin Debt

Betrachtet man sich das Verhältnis zwischen der zur Verfügung stehenden Kreditsummen auf den Konten und der deren Inanspruchnahme, so erkennt man schnell die Bedrohung für viele Anleger: In der Regel sind es die jungen Wilden, die seit Generationen gehäuft in die Investitionsfalle tappen.

Sehr negative Balancen, auch wenn man die lineare und verzerrende Darstellung relativiert.

Investor Credit

Haben wir vielleicht schon den größten Bullenmarkt der Aktienmärkte in der Geschichte der Wall Street gesehen? Wir werden sehen, was passieren wird, wenn sich die Zinslandschaft doch ein wenig normalisieren sollte.

Fazit

Der Margin Debt ist gewiss kein sehr exakter Timing-Indikator, so wie die letzten Zyklen gezeigt haben. Für gewöhnlich ist es an der Börse zumeist schon der Fall, dass die Kurse reagiert haben und anschließend die Nachrichten nachgereicht werden. Auch die FINRA-Daten haben eine zeitliche Verzögerung bis zur Veröffentlichung. Aber eines ist doch ziemlich gewiss: Wenn die Kurse der Aktienmärkte fallen, müssen Wertpapierkredite aufgelöst werden, der Margin Call ist der böse Gegenspieler des Margin Debt. Deshalb auch immer die Geschwindigkeit von Kursrückgängen im Vergleich zu den Kursanstiegen.

Dennoch einmal mehr die alte Leier über die Illusion, den Markt timen zu können – aber irgendwann müssen die Kredite zurückgeführt werden, bei seitwärts laufenden Märkten schon alleine wegen der Zinskosten. Die nächste Veröffentlichung der FINRA-Daten dürfte sehr interessant werden, sollte es ein weiteres Mal nach unten gehen..



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