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Aktuell: Aktienmärkte steigen wegen Hoffnung auf Impfstoff

Markus Fugmann

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am

Erst die hoffnungsfrohen Aussagen von Jerome Powell gestern Abend in einem Interview – nun die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus: fertig ist die nächste Rally der Aktienmärkte! So berichtet der US-Finanzsender CNBC, dass die US-Pharmafirma Moderna gute Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes erzielt habe – die Aktie von Moderna steigt daraufhin um 30%! Nach Remdesivir von Gilead Sciences (um das es in letzter Zeit deutlich ruhiger geworden ist) wird nun also die nächste Sau durchs Dorf getrieben – der Impfstoff ist der neue Rally-Grund nach dem Handelskrieg, wie es aussieht..

So äussert sich Moderna-CEO gegenüber CNBC wie folgt:

“These interim Phase 1 data, while early, demonstrate that vaccination with mRNA-1273 elicits an immune response of the magnitude caused by natural infection starting with a dose as low as 25 [micrograms],” Tal Zaks, the chief medical officer at Moderna, said in a statement.

“When combined with the success in preventing viral replication in the lungs of a pre-clinical challenge model at a dose that elicited similar levels of neutralizing antibodies, these data substantiate our belief that mRNA-1273 has the potential to prevent COVID-19 disease and advance our ability to select a dose for pivotal trials,” Zaks added.

Man sei auf gutem Weg, so Tal Zaks, durch Bildung von Antikörpern die Replikation des Coronavirus zu stoppen:  „This is a very good sign that we make an antibody that can stop the virus from replicating.”

Bislang handelt es sich um eine klinische Erprobung der Phase 1 – Phase 2 könne daher in Kürze beginnen (insgesamt muß ein Impstoff oder ein Medikament drei Phasen klinischer Studien durchlaufen). Faktisch bedeutet das: all das ist in einem sehr frühen Stadium, aber die Aktienmärkte wollen eben gute Nachrichten, da kuckt man dann auch nicht so gerne genauer hin. Dax, Dow Jones und Co. mit saftigen Sprünen nach oben.

Es grenzt fast an ein Wunder, dass Jerome Powell gestern nicht behauptet hat, dass er höchstpersönlich einen Impfstoff entdeckt habe – die Aktienmärkte hätten es sicher dankbar geglaubt.

Aber auch so gilt: Pharma-Rausch in Absurdistan!

Die Aktienmärkte glauben ganz fest an die baldige Entwicklung eines Impfstoffes

 

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    JEns

    18. Mai 2020 15:02 at 15:02

    Die nächste Ente!

  2. Avatar

    Marcus

    18. Mai 2020 15:30 at 15:30

    Bei den Pharmaunternehmen muss man sich jetzt gegenseitig pushen, denn wer irgendwann mal den Impfstoff liefert wird eventuell viel Geld verdienen. Außerdem lässt sich mit solchen (substanzlosen) Aussagen ja auch prima Kurspflege betreiben zum Vorteil der Entlohnung für das obere Management. Ich denke das noch mehr Unternehmen aus diesem Sektor mit solchen „Meldungen“ um die Ecke kommen werden, ganz einfach um das Rennen offenzuhalten und um Kurspflege zu betreiben.

  3. Avatar

    Marcus

    18. Mai 2020 17:05 at 17:05

    Ergänzung meinerseits: Außerdem reden wir hier von einem möglichen Impfstoff der lediglich in Phase 1 von drei ist! Erreicht ist da noch gar nichts, weil Phase 3 entscheidend ist für eine Zulassung.

  4. Avatar

    Besserwisser

    18. Mai 2020 17:21 at 17:21

    Genial, wie die Welt auf einen Impfstoff hofft, den es nicht geben wird.
    Über 300 entdeckte Mutationen, die in 18 verschiedene Virusstämme eingeteilt werden können.
    Und alle reden nur noch von DEM Impfstoff, für DEN Virus…
    Nur noch krank und abartig, wobei diese Worte zu harmlos für die aktuelle Situation sind.
    +5% im Dax. Jetzt spinnen langsam alle. Und der Wahnsinn nimmt kein Ende und geht weiter und weiter und weiter. Selbst wenn morgen der 3. Weltkrieg ausbrechen sollte, würden die Kurse weiter steigen.

  5. Avatar

    Kritisch on fire

    18. Mai 2020 17:41 at 17:41

    Phase 1 Test bei gerade mal 6 Personen? Phase 1 heißt in der Regel dass der Test bei gesunden Probanden angewendet wird ob zu sehen ob der „Saft“ massive Auswirkungen auf einen gesunden Organismus aufweist. Darauhin eine solcher Anstieg der Börsen – ich kann nur noch den Kopf schütteln und glaube langsam auch daran, dass die vielzitierten „Dickfische“ solche Meldungen lancieren um ihre Verluste aus dem Feber einigermaßen einzudämmen, ehe sie verkaufen. Bin schon sehr gespannt wie diese völlig irrationale Entwicklung weitergeht.

  6. Avatar

    Kritisch on fire

    18. Mai 2020 17:44 at 17:44

    Sorry, Korrektur! Es wurde an 8 Personen getestet und festgestellt, dass diese Antikörper gebildet hätten!

    • Avatar

      Marcus

      18. Mai 2020 18:09 at 18:09

      Durchaus richtig, Tests bei einem kleinen Personenkreis bleiben es aber trotzdem, und gewonnen hat man bisher gar nichts. Selbes Spiel wie bei diesem Remdesivir wo die EU aktuell eine „bedingte Zulassung“ erwähnt: Das Mittel verkürzt lediglich den Krankheitsverlauf, und auch nur dann wenn es frühzeitig eingesetzt wird. Im Endeffekt kann man sagen, es hat allenfalls eine marginale Wirkung aber mehr ist da nicht.

    • Avatar

      Besserwisser

      18. Mai 2020 19:08 at 19:08

      Ja ist alles etwas lächerlich…Komplett von der Realität entkoppelt.
      Meine Befürchtung ist nur leider, dass es so bleiben wird.
      Wie in meinem anderen Kommentar geschrieben: Selbst wenn morgen der 3. Weltkrieg ausbrechen sollte, würden die Kurse weiter steigen.

  7. Avatar

    b.com

    18. Mai 2020 22:48 at 22:48

    Nein! Es waren diese „Staatsbanken“, Aktien hoch Gold runter.
    Wurde wieder einmal ein Crash verhindert? Der Goldpreis ist zu schnell hochgegangen, das darf nicht sein, Panik könnte entstehen.
    Wer glaubt an einen Impfstoff in so kurzer Zeit? Weiß man doch wie lange es dauert bis es einen gibt der dann nur rund 30% Wirkung hergibt. Wie man weiß mutieren Viren ständig, also laufen diese Forscher bzw. Entwickler oder wie man sie sonst noch nennt ständig hinterher.
    Die Märkte wissen das, aber die „Staatsbanken“ und die Gier erzeugen eine Tulpenblase.

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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Aktien

Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

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