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Aktuell: US-Verbraucherpreise niedriger, US-Einzelhandelsumsätze rückläufig! Die US-Aktienmärkte sind begeistert..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die US-Verbraucherpreise (Juni) sind unverändert (0,0%) zum Vormonat geblieben (Prognose war +0,1%), zum Vorjahresmonat stiegen die Preise um +1,6% (Prognose war +1,7%). In der Kernrate (ohne Nahrung und Energie) fielen die Preise um -0,2% zum Vormonat (Prognose war +0,2%) und um +1,7% zum Vorjahresmonat (Prognose war +1,7%). Damit liegen die Verbraucherpreise nun den 4.Monat in Folge unter der Makrterwartung!

Die Realeinkommen der Amerikaner stiegen um +0,5% (Vormonat war +0,3%)

Die US-Einzelhandelsumsätze fielen um -0,2% zum Vormonat (Prognose war +0,1%), in der Kernrate um -0,2% (Prognose war +0,2%)

Rückläufig vor allem Umsätze bei Supermärkten (Lidl macht Druck in den USA!), in Bars und Restaurants..
Allerdings: die Einzelhandelsumsätze des Vormonats wurden von -0,3% auf nun nur noch -0,1% nach oben korrigiert..

In der Summe sehr schwache Zahlen, die Fragen aufwerfen in Sachen US-Konjunktur! Man kann jetzt die Minuten zählen, bis die ersten Banken ihre BIP-Erwartung für die USA senken werden!

Und was machen die US-Futures? Sie steigen! Nach dem Motto: Hurra, die Wirtschaft säuft ab, dann wird die Fed die Zinsen nicht weiter anheben. Ein bißl krank ist das schon..

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    14. Juli 2017 14:56 at 14:56

    Und Gold steigt mit ihnen.

  2. Avatar

    Masud79

    14. Juli 2017 15:01 at 15:01

    Diese irre Welt ! Ich meine (finanzmarkt)Welt. Extra in Klammern damit der fugmann nicht böse wird

  3. Avatar

    gerd

    14. Juli 2017 15:09 at 15:09

    Was bleibt jetzt (einstweilen) vom viel beschworenen Zinserhöhungs/-wende-Menetekel?

    Die Aussage: „Damit liegen die Verbraucherpreise nun den 4. Monat in Folge unter der Markterwartung!“
    sagt weniger über die Verbraucherpreise an sich,
    als viel mehr über die Befähigung von Analysten, richtige Prognosen abzugeben.

  4. Avatar

    Marcus

    14. Juli 2017 15:09 at 15:09

    Is doch ganz normal. Ich gehe davon aus, dass die meisten hier ihr Geld mit Futures machen. Einem Futuretrader ist es doch eigentlich egal ob die Wirtschaft absäuft. Nur die Kursbewegung ist wichtig – Das bringt big money. Was dahintersteckt ist doch eigentlich egal.
    Genau das empfinde ich als Irre – das es nur nicht mehr um die Realität geht, sondern nur noch wie sich Fiatgeld noch mehr vermehrt!
    Also – Tränen abwischen und den Irrsinn mitmachen – oder in realer Armut versinken.

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    gerd

    14. Juli 2017 15:44 at 15:44

    Und was ist noch irre, oder auch ganz normal?
    Die Werbung für mich auf genau dieser Seite hier. Da ist heute wieder was geboten:
    -für Solaranlagen, weil ich andauernd nach TESLA und den Solarfabriken drumherum google?
    -für ETFs, weil ich ETF’s für GOLD gesucht hatte?
    -für Chinas Pandabär-Goldmünze, auch deshalb?
    -für das Sucht-Spiel 2017, weil ich dieser Tage schrieb, ich sei süchtig nach FMW-Berichten?
    -für ein Restaurant in Adelaide Australien, weil ich eben was über den großen Knall in (Kanada) und Australien kommentierte?
    -für einen Treppenlifter, weil ich vom vielen PC-Sitzen das Laufen fast verlernt habe oder weil ich über den DAX schreibe und der sich ab und zu wie ein Fahrstuhl vehält?

    So weit alles ganz logisch und einigermaßen erklärbar die Werbeeinblendungen.
    Aber eine macht mich doch schwer stutzig.
    Warum in aller Welt bekomme ich Werbung für die besten 5 Singlebörsen? Will meine Frau mich verlassen und google weiß schon mehr als ich?

    • Avatar

      Columbo

      14. Juli 2017 16:45 at 16:45

      Gerd, entschuldigen Sie meine Unverfrorenheit. Vielleicht Erotikseiten angesehen??

      • Avatar

        gerd

        14. Juli 2017 17:46 at 17:46

        Sie haben schon ein bisschen recht, Columbo. Hab ja auch hier schon mal Bikinimodelle eingeblendet bekommen, die ich angeklickt habe. Und auch die gab es womöglich individuell nur deshalb für mich, weil ich zuvor schon mal im wirklichen Internetleben -außerhalb von FMW- so was in der Art geklickt habe.

        Warum habe ich das überhaupt so ausführlich als Kommentar reingestellt (zum zweiten Mal übrigens)?
        Weil ich es selbst nicht glauben kann, dass es anscheinend wirklich genauso so ist, auf was Sie angespielt haben. Klar, das liest man. Aber dass diese personalisierte Werbung von Google wirklich so derart genauest und „feinfühlig“ funktioniert, hätte ich nicht gedacht. Halte selbst jetzt auch noch für möglich, dass es Zufall ist.

        Könnte aber auch sein, das liegt
        an (Google)-Chrome. Mit Firefox als Browser wäre das wohl eher weniger möglich. Werde mal wieder den Verlauf, die Cookies und sonstige Caches löschen.

        Falls Sie oder jemand anders in Teilen aber zufällig dieselbe Werbung bei sich vorfindet, könnte er ja mal bitte posten.

        • Avatar

          Columbo

          14. Juli 2017 18:25 at 18:25

          Gerd, ist bei mir das Gleiche. Zwischen Suchanfragen und Werbung besteht eindeutig ein Zusammenhang. Versuchen Sie Paragleiten, Drachenfliegen oder Wingsuitefliegen einzugeben und es kommt Werbung für Bestattungsinstitute.
          Das war jetzt aber wirklich nur Spaß!

          • Avatar

            gerd

            14. Juli 2017 18:44 at 18:44

            Hohohohohohoh!
            Sie sind echt klasse. Für eine viertel Sekunde blieb mir fast die Luft weg – bis ich dann den letzten Satz las und laut lachen musste.

    • Avatar

      Gixxer

      17. Juli 2017 12:30 at 12:30

      Das mit den Singlebörsen ist vielleicht so zu erklären:
      Wer wie wir hier so viel Zeit vorm Rechner verbringt, kann keine Freundin/Frau haben und ist daher sicher der richtige Adressat.

      • Avatar

        Gerd

        17. Juli 2017 14:18 at 14:18

        Ist wahr. Ich sollte es besser dort mal probieren.
        Das Glück in der Liebe ist auf jeden Fall besser als der Misserfolg an der Börse.

        P.S. Eben gegoogelt, in welcher schöner Region der Schweiz unser Katamaransegler Urlaub macht. Damit ich sein gepriesenes Panorama wenigstens mit Google-Sattelite mal sehnsuchtsvoll bestaunen kann.
        Prompt kriege ich hier diese Werbung:
        „Die Vielfalt der Schweiz ab 39.90 im ICE“
        Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut Google inzwischen über mich Bescheid weiß.

        • Avatar

          walter

          17. Juli 2017 14:31 at 14:31

          Versuchs mal mit einem Werbeblocker…denn ich bekomme keine WERBUNG!
          Oder liegts an der Telekom,lol…

          • Avatar

            Gerd

            17. Juli 2017 14:36 at 14:36

            Ob ich den Fugmännern vielleicht etwas an Einnahmen zukommen lassen möchte, weil sie mich hier schreiben lassen?

          • Avatar

            Gerd

            17. Juli 2017 15:54 at 15:54

            Walter, mein Hauptgrund ist natürlich, dass mit Blocker auch nicht mehr die halbnackten Models eingeblendet würden.

          • Avatar

            Gerd

            17. Juli 2017 16:00 at 16:00

            Walter, mein Hauptgrund ist natürlich, dass mit Blocker auch nicht mehr die spärlich bekleideten Models eingeblendet würden.

  6. Avatar

    M.

    14. Juli 2017 15:50 at 15:50

    @Hr. Fugmann: Ist in den EZH-Zahlen auch der Umsatz von Amazon enthalten oder nur der der stationären Anbieter inkl. deren Online-Angebot? Wenn nicht, dann wäre es ja möglicherweise hauptsächlich eine Verschiebung Marktanteilen zu Amazon u.a. und damit volkswirtschaftlich nicht allzu bedenklich, meine ich.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      14. Juli 2017 15:54 at 15:54

      @M, die Daten sind inklusive Online-Umsätze!

      • Avatar

        M.

        14. Juli 2017 16:04 at 16:04

        also auch inklusive Amazon??

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          14. Juli 2017 16:08 at 16:08

          @M, ja, alles

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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