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„Alternative Fakten“: Der Dax und der ifo Index

„Fake News“ war gestern, das neue geflügelte Wort lautet „alternative Fakten“. So gebraucht von der Beraterin Trumps, Kellyanne Conway. Und der Dax schafft sich angesichts eines schwachen ifo Index seine eigenen „alternativen Fakten“..

Redaktion

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FMW-Redaktion

„Fake News“ war gestern, das neue geflügelte Wort lautet „alternative Fakten“. So gebraucht von der Beraterin Trumps, Kellyanne Conway, die im Interview mit „Meet the Press“ den Sprecher Trumps verteidigte, der behauptet hatte, Trump habe bei seiner Amtseinführung „das größte Publikum angezogen, das jemals einer Amtseinführung beiwohnte. Punkt“. Darauf erwiderte „Meet the Press“-Moderator Chuck Todd: „Alternative Fakten sind keine Fakten. Das sind Unwahrheiten“ – bezugnehmend auf die Tatsache, dass bei Obamas Amtseinführung deutlich mehr Menschen der Zermonie beigewohnt hatten.


Kellyan Conway, Schöpferin des Begriffs „Alternative Fakten“ und Beraterin Trumps
Foto: Gage Skidmore, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Nun: solche Frechheiten wird es wohl bald nicht mehr geben bei US-Journalisten, gegen die Trump, wie er mehrfach gesagt hat, „im Krieg“ ist. Tatsachen sind das, was als Tatsache behauptet wird – und werden diese Tatsachen dann widerlegt, schafft man eben „alternative Fakten“.

Und was heute beim Dax passiert, ist so eine Art „alternativer Fakten“. Der ifo Index ist das mit Abstand wichtigste Konjunkturbarometer für Deutschland, weil hier Chefs von deutschen Unternehmen befragt werden, und nicht wie beim ZEW Finanzprofis. Man sitzt also informationstechnisch an der Quelle in Gestalt der Unternehmenslenker. Und diesen Chefs scheint langsam zu dämmern, dass Trump ernst macht mit dem Protektionismus – und das kann, da die USA der wichtgiste Handelspartner Deutschlands ist, nicht wirklich Gutes bedeuten. Nicht zufällig schraubten die Unternehmens-Chefs ihre Erwartungen für das zukünftige Geschäft deutlich nach unten.

Laut Destatis ist die USA vor Frankreich Deutschlands wichtigster Exportmarkt, bei den Importen sieht es etwas anders aus, da sind die USA nur an vierter Stelle (hier die Daten von Destatis zu den Handelspartnern Deutschlands). Das bedeutet: für Deutschland steht mehr auf dem Spiel als für die USA in Sachen gegenseitiger Handel! Also auch für den Dax..

Und was macht der Dax daraus? Noch vor einigen Monaten hatte der Index stets sensibel auf die ifo-Daten reagiert – nun nicht mehr. Offenkundig schaffen sich auch die heimischen Aktienmärkte ihre „alternativen Fakten“. Und die heißen: was kümmert uns die deutsche Real-Wirtschaft, wenn wir doch einen Trump haben?

Also sprach der Dax: „Und ich steige trotzdem!“

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Hondo

    25. Januar 2017 10:56 at 10:56

    Ich finde das total geil wie schnell das Wort alternative Fakten in der ganzen Welt Flügel bekommt. Da hat Spicer gleich mal was rausgehauen in seiner ersten PK, was aus der Welt nicht mehr verschwindet.

  2. Avatar

    Hondo

    25. Januar 2017 10:59 at 10:59

    Kelleyanne hat es zwar gesagt aber Spicer hat erklärt warum alternative Fakten auch Fakten sind. Nur von jemand anderem wahr genommen.

    • Avatar

      Hinterfrager

      25. Januar 2017 11:40 at 11:40

      Klar, man (bzw. frau) kann ja auch ein bisschen schwanger sein. Kugeln können Quader sein und die Erde kann sich um die Sonne drehen – alles eine Frage der Perspektive, nicht wahr…?

  3. Avatar

    gerd

    25. Januar 2017 11:17 at 11:17

    Wenn der DAX sich „alternative“ Fakten schafft, ist das Überschreiten der 12000 halt „alternativlos“
    Aber dann kommt die Rutschpartie bestimmt.

    Besucherzahlen bei Amtseinführung:
    In einem Video in WELT-Online, aufgenommen während der Einführungszeremonie, sind auf der langen (schmalen) Strecke tatsächlich mehr Menschen zu sehen als auf dem besagten Foto, welches immer wieder mit dem von 2009 verglichen wird.
    Könnte ja sein, dass das Foto gemacht wurde, nachdem der Hauptteil vorbei war und viele, die eh ganz hinten stehen mussten, wegen des Wetters schon wieder weg waren.
    Das wäre dann auch ein alternativer Fakt, der sogar der Realität entspräche.

    • Avatar

      daulini

      25. Januar 2017 12:38 at 12:38

      Mit was sich der Mensch in diesen Medienzeitalter so alles beschäftigt. Genauso wichtig ob Trump’s Sohn während der Zeremonie 2 oder 3mal gegähnt hat. Vielleicht ist es dann auch interessant, ob Trump bei seinem nächsten Toilettengsng 2 oder doch 4 Stück Papier benötigt hat. Je nachdem steigen oder fallen dann die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen. Verdammt weltbewegende Probleme, im wahrsten Sinne des Wortes.

      • Avatar

        gerd

        25. Januar 2017 13:00 at 13:00

        Sehe ich genauso.
        Nur leider ist die Medienwelt auf diesem Thema zwei Tage lang rumgeritten, um Trump einmal mehr ins schlechte Licht zu rücken. Und die Kampagne ist ja wohl noch nicht vorbei.
        Aber so ist das mit dem Wichtigen und weniger Wichtigen.
        In Deutschland verlieren Menschen bei Anschlägen ihr Leben – und wenn die Politik so weiter macht, wird es noch viel schlimmer kommen – aber diskutiert wird darüber ob ein Herr Höcke seine Aussage so oder so oder vielleicht anders gemeint haben könnte.
        Und leider nicht effektiv darüber, wie man die Bevölkerung vor den Hunderten bekannten und den Tausenden noch nicht bekannten Gefährdern wirklich schützen kann.

      • Avatar

        Wolfgang Koch

        25. Januar 2017 14:28 at 14:28

        Treffer mittschiffs,Frau/Herr Daulino!Ich denke,dass die Firma Don’s Johns(amerik.für Dixieklo),trotz Abklebens ihres Firmenlogos von der Einführungszeremonie des Donald profitiert hat,egal ob mehr oder weniger Ärsche als bei Barack da waren!Die Menge des notwendigen Toilettenpapiers und dessen Qualität,berechnet ein erfolgreiches Firmenmanagement sicher auch akribisch genau!In Deutschland,geniesst diese enorme Wichtigkeit zurzeit allerdings weniger Aufmerksamkeit weil ca.20% der vollbeschäftigten Bevölkerung das Dschungelcamp sehen muss!Ich denke immer öfter über Auswanderung nach.In Europa gibt es einige Länder,welche mich beruhigen könnten.Leider scheinen schon zuviele intelligente Landsleute früher auf diese Idee gekommen zu sein.Ich werde Finnland anvisieren.Ich liebe Kälte,saunieren,Allohol &direkte Menschlichkeit.Ausserdem bin ich körperlich,trotz beinahe 62 noch in der Lage mich selbst zu versorgen.Finanziell sowieso.Minä tulen saksasta.Olla rakastunut Suomi!

        • Avatar

          gerd

          25. Januar 2017 20:32 at 20:32

          Ich komme aus Deutschland und hab dich lieb?

          Delikat, delikat.

  4. Avatar

    Martin

    25. Januar 2017 11:19 at 11:19

    Seit 10.00 Uhr ist der Dax aber tatsächlich nicht weiter gestiegen, sondern er schwächelt etwas. Ganz unbeeindruckt ist der Dax also nicht vom ifo-Rückgang, könnte man vermuten. Ob das den Dax vor weiteren Hochs zurückhält, muss man dann mal sehen.

  5. Avatar

    Feldmaen

    25. Januar 2017 11:29 at 11:29

    Auch wenn ich kein Fan von Herrn Risse bin, es scheint sich gerade genau das abzuspielen was er prognostiziert hat. Der DAX steigt und alle springen mit auf, damit sie den Zug nicht verpassen. Da Anleihen derzeit auch keine gute Alternative mehr darstellen muss das Geld irgendwo hin. Die Aussichten der Unternehmen sind allerdings eher düster, daher ist die derzeitige Lage meiner Meinung nach nicht günstig für langfristiges Investment.

  6. Avatar

    Rainer Ostendorf

    25. Januar 2017 11:32 at 11:32

    Alternative Fakten??? „Wer die Wahrheit sagt, wird früher oder später dabei ertappt.“ Oscar Wilde – Schöne Grüsse aus der Ausstellung „Was ist Wahrheit?“ http://www.freidenker-galerie.de/acrylbilder-zitate-zum-nachdenken-philosophie-2/

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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