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Demografiewandel wirkt? Arbeitsmarkt richtig robust – trotz Energiekrise und Ukraine-Flüchtlinge

Trotz Job-Verlusten wegen der Energiekrise und vielen neu "verbuchten" Ukraine-Flüchtlingen in der Statistik, zeigt sich der Arbeitsmarkt robust.

Bundesagentur für Arbeit Schild

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich im August richtig robust – das zeigen heute veröffentlichte Daten der Bundesagentur für Arbeit. Derzeit werden immer noch Geflüchtete aus der Ukraine für die Arbeitsmarktstatistik neu erfasst. Oben drauf kommt noch, dass dank Energiekrise bereits Betreibe dicht machen. Und dennoch ist die Arbeitslosigkeit jetzt niedriger als im August 2021, was die entscheidende Vergleichskennzahl ist! Zwar steigt die Arbeitslosigkeit von Juli auf August leicht an um 77.000 Personen – aber saisonbereinigt sind es gerade mal +28.000.

Man kann vermuten: Diese negativen Faktoren, die normalerweise die Arbeitslosigkeit deutlich steigen lassen würden, werde inzwischen durch den Demografiewandel neutralisiert. Arbeitgeber mit genug finanzieller Kraft, die eigentlich Personal abbauen müssten, behalten die Mitarbeiter lieber. Denn nach dem Krisenende würde man wohl kaum neues Personal finden. Auch Menschen die derzeit entlassen werden, weil Arbeitgeber wie Bäckereien aufgrund zu hoher Energiekosten dicht machen, dürften derzeit anderswo zügig neue Jobs finden, weil an vielen Stellen in der Gastronomie händeringend Personal gesucht wird. Hier zeigen wir zu den heutigen Zahlen eine Tabelle der Bundesagentur für Arbeit, und auszugsweise interessante Aussagen der Bundesagentur für Arbeit, die die Robustheit am deutschen Arbeitsmarkt zeigen. Im Wortlaut:

Im Zuge der Sommerpause und durch die noch andauernde Erfassung ukrainischer Geflüchteter gab es im August 2022 einen weiteren deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat, und zwar um 77.000 auf 2.547.000. Saisonbereinigt hat die Zahl der Arbeitslosen um 28.000 zugenommen. Der saisonbereinigte Anstieg der Arbeitslosigkeit erklärt sich überwiegend mit der Erfassung der arbeitslosen ukrainischen Geflüchteter. Verglichen mit dem August des vorigen Jahres ist die Arbeitslosenzahl um 31.000 geringer. Die Arbeitslosenquote stieg von Juli auf August um 0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahresmonat nicht verändert.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juli 2022 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 23.000 gestiegen. Mit 45,60 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 571.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm saisonbereinigt von Mai auf Juni 2022 um 27.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie im Juni nach Hochrechnungen der BA um 639.000 auf 34,44 Millionen Beschäftigte gestiegen.

737.000 Personen erhielten im August 2022 Arbeitslosengeld, 70.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im August bei 3.812.000. Gegenüber August 2021 war dies ein Anstieg um 58.000 Personen.

Kurzarbeit

Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 25. August für 36.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.
Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juni 2022 zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit in diesem Monat für 259.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit war die Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit weiter rückläufig.

Aktuelle Daten zum deutschen Arbeitsmarkt



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