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Erfolg für Radikal-Präsident Milei Argentinien: Sechste Zinssenkung in Folge und sinkende Inflation

Die Inflation in Argentinien sinkt, die Zentralbank hat seit Amtsantritt von Präsident Milei den Leitzins von 133 % auf 40 % gesenkt.

Javier Milei
Javier Milei. Foto: Kent Nishimura/Bloomberg

Man kann es als Erfolg verbuchen, wenn die Inflation in Argentinien rückläufig ist. Und der zeitliche Zusammenhang zwischen der Amtsübernahme des Radikal-Kapitalisten Javier Milei als Präsident im November 2023, der radikal Ausgaben senkte, zum jetzigen Rückgang der Inflation, ist nicht zu übersehen. Deswegen konnte die Zentralbank von Argentinien derzeit auch mehrfach in Folge die Zinsen senken!

Argentinien sieht deutlich sinkende Zinsen

Zwar sind die Dimensionen bei Inflation und Zinsen für europäische Verhältnisse immer noch atemberaubend hoch, aber es tut sich was! Argentinien hat unter Präsident Javier Milei zum sechsten Mal seinen Leitzins gesenkt, da die Regierung eine sinkende Inflation sieht und gleichzeitig die Bilanz der Zentralbank schrumpft. Die Zentralbank senkte ihren Leitzins von 50 % auf 40 %, wie laut Bloomberg aus einer heute auf der Website der Zentralbank veröffentlichten Erklärung hervorgeht. Die Fremdkapitalkosten sind nun von einem Höchststand von 133 % im vergangenen Dezember gesunken.

Grafik zeigt Inflation und Zinsen in Argentinien

Inflation verlangsamt sich

Die monatliche Inflation in Argentinien hat sich seit Mileis Amtsantritt am 10. Dezember verlangsamt und ist von 26 % im Dezember auf 8,8 % im April gesunken. Das Wirtschaftsteam von Javier Milei geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und prognostiziert, dass der Anstieg der Verbraucherpreise bis September auf 3,8 % fallen wird, wie aus einer von Bloomberg News eingesehenen Präsentation hervorgeht. Das ist deutlich weniger als die 5,8 %, die von den Analysten in einer Umfrage der Zentralbank erwartet wurden. Die jährliche Inflation blieb jedoch mit 289,4 % im April weiterhin hoch.

IWF gewährt Spielraum

Zusätzlich zur Senkung des Leitzinses erklärte die Zentralbank in einer separaten Pressemitteilung am Dienstagabend, dass sie nach eigenem Ermessen auf dem Sekundärmarkt für Anleihen intervenieren werde, ohne die in der geltenden Verordnung festgelegte Preisspanne von 2 % zu berücksichtigen. Am Montag unterzeichneten die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds die achte Überprüfung des 44-Milliarden-Dollar-Programms für Argentinien. Wenn der Exekutivrat des IWF zustimmt, würde dieser Schritt dem Land einen Spielraum von etwa 800 Millionen Dollar verschaffen, um die Schuldenrückzahlungen an den in Washington ansässigen Kreditgeber zu erfüllen.

Mileis Geldpolitik widerspricht zwar der orthodoxen Empfehlung des IWF für reale positive Zinssätze, aber die Beamten erwarten, dass niedrigere Kreditkosten es der Zentralbank ermöglichen werden, ihre schuldenbeladene Bilanz zu bereinigen und überschüssige Liquidität zu absorbieren, was ein wichtiger Schritt vor der Aufhebung der Kapitalkontrollen ist.

FMW/Bloomberg



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15 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Niemand bei Verstand investiert in den argentinischen Peso. Selbst der gebürtige Argentinier Messi nicht oder glauben Sie, er hätte auch nur einen Dollar oder Euro in den argentinischen Peso angelegt…?

    Der Peso ist eine gefallene Währung, das ist das Grundproblem Argentiniens.

    Der Wert des Pesos schmilzt schneller in sich zusammen als der Schnee in der Sonne…

    Und solange das sich nicht ändert wird ein Messi auch weiterhin sein Geld im Ausland parken…

  2. Man sollte es mal beobachten, was da in Argentinien abläuft.
    Das schwebt auch Dr
    Krall vor.
    Mal sehen was kommt

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. „…Das schwebt auch Dr
      Krall vor…“

      Schwebende Gespenster🤣

    2. @Helmut
      Empfiehlt Dr. Krall in seiner neuesten Kampagen auch die Auswanderung nach Argentinien?
      Ich persoenlich finde es ja gut, dass er die ganzen Deutschen „Patrioten“ ins Ausland verfrachten will. Und meinetwegen kann er sie um Hab und Gut bringen. Sie haben nix anderes verdient. Hauptsache, sie muellen dann nicht gewissen Foren mit ihren geistigen Erbrechen voll.

      1. Horst Schlemmer

        Zu dem ersten Teil Ihres Kommentar:
        ..Krall Empfiehlt
        Substanzloses Gelaber.

        Zu dem zweiten Teil:
        …ins Ausland verfrachten will…
        Substanzloses Gelaber.

        Menschen gehen nicht gerne für immer ins Ausland. Es ist auch ein Risiko.
        Aber welches Risiko ist höher?
        In Deutschland die grüne Agenda mit zumachen, und zuschauen wie sogar für die Einrichtung eines Kalifat demonstriert werden darf?
        Wer will das erleben, oder seinen Kindern antun?
        Aber bitte. Wer gerne möchte.
        Verarmung und Kalifat ergänzen sich doch auch.
        Die Verarmung kommt sowieso noch drastischer als heute.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. Ach @Helmut
          da fuehlt sich wohl wieder jemand provoziert?!
          Nun ja, wissen Sie, wieviel Substanz Ihr Gerede vom Kalifat hat? Null. Witzig uebrigens, Sie sind doch in ein Land ausgezogen, dass jahrhunderlange Erfahrungen als Kalifat hat. Stoeren diese muslimischen Wurzeln Ihres Gastlandes Sie gar nicht?
          Uebrigens: Man darf (leider) nicht nur fuer ein Kalifat demonstrieren, sondern auch als „gesichert Rechtsextreme Partei“ an Landtagswahlen teilnehmen. Das scheint Sie ueberhaupt nicht zu stoeren, oder? Oder wenn gewisse Politiker Parolen der SA oeffentlich wiederholen und sich dann rausreden wollen, dass sie ja als Geschichtslehrer nicht wissen konnten, dass das verboten sei (wer konnte das auch ahnen).

          1. Horst Schlemmer, ich habe Angst um meine Kinder und Enkelkinder.
            Hier leben in Spanien viele Moslems, aber eine Demonstration, in der das Kalifat gefordert wird, und Reden von den Kalifatanhängern darüber gehalten werden, dass die Menschen sich wundern werden, wenn das Kalifat Staatsreligion wird, habe ich hier in Spanien noch nie gehört.
            Ja, die Justiz dreht sich langsam in Deutschland. Aber das ist immer so, dass die Justiz sich der Politik anpasst. Sie verkommt genau so schnell dann, wie die Demokratie abgeschafft wird.
            Nur so konnte es auch den Volksgerichtshof geben. Wäre doch undenkbar, eine unabhängige rechtsstaatlichen Justiz unter den Nazis, Stalin, in der DDR, oder unter Putin, usw.
            Das geht jetzt immer schneller bergab mit der unabhängigen Justiz in Deutschland.
            Einfach mal abwarten.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

          2. @Helmut
            Wenn Sie wirklich Angst um Ihre Enkel und Kinder haben, dann sollte Sie sich wegen derjenigen Sorgen machen, die wirklich unsre Demokratie abschaffen wollen und schon in Parlamenten sitzen. Und unser Land an die Russen und Chinesen verraten – und nicht um die paar Hanseln, die ein Kalifat begruenden wollen.
            Fuer mich ist die Justiz viel zu nachsichtig zu Typen, wie ehemalige Geschichtslerher, die angeblich nicht wissen, dass das Motto der SA zu rufen, eine Straftat darstellt.

          3. Wenn Sie schon in Andalusien wohnen, fühlen Sie sich gewiss befreiter. Auch meine Leser ziehen oft ins Ausland – aus verschiedenen Gründen. Meine Frage: Bei welchen Banken fühlen Sie sich als „Ausländer“ mit Ihren Depots wohl und sicher?

  3. Hallo
    Ja auf Kosten einer krassen zunahme der Verarmung,da vor allem Nahrungsmittelpreise drastisch gestiegen sind bei radikalem Sozialabbau.natürlich geht die Inflation zurück wenn ich die Bevölkerung auf Hungerniveau bringe,keine nachfrage,toll.
    Und so eine asoziale Type wird gehypt.Welches Menschenbild haben solche Personen,also Moral schon mal nicht,was für eine Ethik ist dann die passende?

  4. Ja, das ist in der Tat ein harter Weg, wenn die Sozialisten und die Ideologen so ein ehemaliges reiches Land erst einmal über Jahrzehnte abgewirtschaftet haben.
    Aber einfach so weitermachen?
    Ich schaue mir so etwas erst einmal an, bevor ich eine Meinung darüber habe, ob die jetzt harten und auch unkonventionellen Maßnahmen zum Erfolg führen können. Die Inflationsrate etwa dritteln, in der kurzen Zeit, ist ja erst schon einmal was.
    Ich denke, in einem Jahr werden die Lage und die Methoden besser beurteilt werden können.
    Mal abwarten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Bei aller Begeisterung für den Kettensägenschwinger, 290 Prozent jährliche Inflation ist schon ein Brocken. Im Dezember 2023 waren es zumindest „nur“ 211 Prozent.
      Auch wenn Sie gerne die Leistungen von Ultra-Libertären beschönigen und glorifizieren, darf ich sie dennoch an Ihre eigene Aussage erinnern: Denn die Preise bleiben ja weiter hoch, selbst wenn die Inflation auf NULL sinken würde.
      https://finanzmarktwelt.de/inflation-analyse-262011/#comment-140874
      Oder gilt das nur für Deutschland?

      Etwas verwunderlich erscheint mir auch Ihre plötzliche Geduld und die lange Zeit, die Sie sich zur Meinungsbildung nehmen wollen. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, ich finde das gut und vernünftig. Nur, beim Thema Deutschland räumen Sie den politisch Verantwortlichen deutlich weniger Zeit für die Wirkung der getroffenen Maßnahmen ein. Da wussten Sie schon bei Amtsantritt im Dezember 2021, wie sich die Situation in den nächsten Jahren entwickeln wird.

      Ok, zugegebenermaßen stehen Ihnen für Deutschland seit längerem treffsichere prophetische Schriften eines professionellen Hellsehers und hochseriöse alternative Quellen im Internet zur Verfügung. Dadurch konnten Sie sich eine eigene Meinungsbildung und somit viel Zeit komplett ersparen 🙃

      P.S. Ihnen ist schon klar, dass Argentinien seit Beginn des Jahrtausends hauptsächlich von verschiedenen Strömungen Neoliberlaler aus dem populistischen und protektionistischen Peronismus regiert wurde, die man nach europäischen Maßstäben etwa von linksliberal bis konservativ-liberal einordnen würde? Also von wegen Sozialisten, die das Land über Jahrzehnte abgewirtschaftet haben.

      1. Jonas Tobs,
        der Mann ist mal gerade 6 Monate tätig
        Die monatliche Inflation in Argentinien hat sich seit Mileis Amtsantritt am 10. Dezember verlangsamt und ist von 26 % im Dezember auf 8,8 % im April gesunken.
        Die Zinsen sind um 10 % gesunken, die Fremdkapital kosten von 26% auf 8,8 %.
        Das ist unglaublich.
        Leiden Sie an Relitätsverlust?
        Schauen wir doch mal, was in 2 Jahren sein wird, oder in 4 Jahren.
        Aber das was Sie hier bringen ist typisch Tagesschau-Niveau.
        Eine nicht so positive Zahl nennen, obwohl in 6 Monaten auch gar nichts anderes möglich ist, aber mehrere extrem positive Zahlen verschweigen.
        Die halbe Wahrheit sagen ist immer schlimmer als eine ganze Lüge.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

        1. @Helmut
          Kommt darauf an, ob man die Teuerung im Vergleich zum Vormonat oder zum Vorjahresmonat betrachtet.
          Ich habe letzteres getan, und da sind es nun mal im Dezember 211 Prozent und im April 290 Prozent.

          Ja, der Mann ist gerade mal 6 Monate im Amt, und schon sind Unruhen und schwere Ausschreitungen ausgebrochen.
          https://de.euronews.com/2024/02/02/buenos-aires-demonstration-milei-reformen

          Meinen Sie mit der halben Wahrheit Ihre Aussage Denn die Preise bleiben ja weiter hoch, selbst wenn die Inflation auf NULL sinken würde oder dass Sie über die Verantwortlichen in Deutschland seit Amtsantritt ablästern und keine 4 Jahre einräumen?
          Sind nun die Inflation oder die Fremdkapitalkosten von 26 auf 8,8 Prozent gesunken?
          Sie sind irgendwie immer so unpräzise, dass man mehrfach nachfragen muss.

          1. Ja Jonas Tobsch. Da wird einiges ruckeln.
            Es gibt eine Menge Leute, die mit dem System viele Jahrzehnte gut leben konnten. Und wer gibt schon gerne Privilegien auf.
            Vielleicht scheitert es ja auch.
            Und dann wissen wir, dass es auch so nicht geht.
            Wenn ich wetten sollte, dann würde ich wetten, dass es zu 70 % gelingt, die Wirtschaft in Argentinien wieder in den nächsten 5 Jahren deutlich über den Mittelwert der südamerikanischen Länder zu bringen, wenn nicht sogar an die Spitze.
            Aber vielleicht läuft er auch gerade daher, wo gerade eine Kugel herfliegt, denn Mangel an Feinden wird er nicht haben.

            Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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