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Augen auf beim Thema Inflation – wie Holz die Preise nach oben treibt

Aktuelle Aussagen von Wohnungsbauern deuten auf eine steigende Inflation hin. Auch der explodierende Holzpreis sorge für eine dramatische Lage.

Brennender Euro-Schein als Symbol für die Inflation

Alarmstufe 1 in Sachen Inflation! Letzte Woche berichteten wir bereits über den dramatisch Anstieg für Holz. Am US-Terminmarkt sind die Preise für Bauholz seit Oktober 2020 um 152 Prozent gestiegen. Denn dank den Stimulus-Maßnahmen und Nullzins gibt es derzeit in den USA 3,8 Millionen weniger Häuser als nachgefragt werden. Und da die Amerikaner Häuser in der Regel komplett aus Holz bauen, saugen sie derzeit sogar massenweise Holz aus Deutschland ab. Das treibt die Preise auch hierzulande in die Höhe.

Wohnungsbauer leiden unter dramatischem Anstieg für Holzpreise

Denn wenn die amerikanischen Holz-Importeure bereit sind dramatisch höhere Preise zu zahlen als deutsche Abnehmer, verkauft der deutsche Holzproduzent natürlich lieber in die USA. Das ist nun mal der freie Markt. Dementsprechend müssen auch die deutschen Holz-Käufer mehr zahlen, was die Inflation in vielen Bereichen anheizen dürfte. Aktuell sagt der „Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen“ (VNW) offiziell „Wir schlagen Alarm“. In einer Mitteilung weist man auf den explodierenden Preis für Holz hin. Mitgliedsunternehmen des Verbandes berichten über Preissteigerungen für Holz um bis zu 200 Prozent.

Dadurch würden die Baukosten für Wohnungen explodieren – und das obwohl hierzulande eben nicht übermäßig viel Holz verwendet wird. Aber immerhin – Türen, Fensterrahmen, Dachbalken uvm bestehen nun mal aus Holz! Hinzu kommen noch der Umstand, dass auf Baustellen inzwischen erhebliche Logistikprobleme auftreten würden, weil die Lieferketten unterbrochen seien. Der Verband macht sich aufgrund der Preisentwicklung große Sorgen über künftige Bauprojekte. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands (soziale Vermieter) hätten nicht den Renditepuffer privater Projektentwickler, und wollten Kostensteigerungen auch nicht so ohne Weiteres weitergeben.

Weniger Neubauten sollten die Inflation antreiben

Spielraum um dramatisch gestiegene Baukosten aufzufangen, habe man nicht. In diesem Jahr seien deshalb die geplante Fertigstellung von rund 1.900 Wohnungen und die vorgesehenen 2.140 Baubeginne gefährdet. Dies seien keine guten Aussichten für den Hamburger Wohnungsmarkt, so der VNW. Neben der hohen Auslastung der Baubranche erwähnt der Verband ebenfalls, dass manche Bauunternehmen ihre Angebote angesichts der „dynamischen Rohstoffsituation“ nur unter Vorbehalt stellten. Sie wüssten im Moment der Abgabe ihres Angebots nicht, zu welchem Preis sie später bei der Ausführung der Bauarbeiten das Material erhalten. Dies erschwere die Bauplanung, da VNW-Unternehmen nicht nach dem Prinzip ‚Koste es, was es wolle‘ bauen könnten.

Was lernen wir daraus? Ersteller von neuen Wohnungen können natürlich die höheren Baukosten auf die Mieter abwälzen, wodurch Inflation entsteht. Wollen öffentliche und soziale Vermieter aber eben genau das nicht tun, weil sie ihre Mieter schonen wollen, dann werden weniger Wohnungen durch diese Unternehmen erstellt. Was passiert? Das Gesamtangebot an neuen Wohnungen ist geringer, und die Wohnungssuchenden müssen sich auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen. Dort bedeuten mehr Nachfrager ebenfalls einen steigenden Mietpreis. So weht die Inflation über hohe Auslastung der Branche, unterbrochene Lieferketten, dramatisch gestiegene Preise für Holz (und auch viele andere Rohstoffe, siehe hier) und letztlich weniger neue Wohnungen in die Geldbörsen der Verbraucher.

Steigende Preise für Obst und Gemüse

Vergleicht man Berichte und Branchenanalysen, dann wird klar: Die aktuell dramatisch steigenden Supermarktpreise zum Beispiel für Paprika liegen nur zu sehr kleinen Teilen an höherem Personal- und Logistikaufwand in Folge der Coronakrise. Vor allem liegt die Preissteigerung an zu schlechtem Wetter in Nordafrika und Spanien. Daher sind die Ernten dort geringer ausgefallen. Dank weniger Angebot und höherer Nachfrage (man kocht europaweit zuhause statt in der Kantine oder im Restaurant zu essen) steigen die Preise, was kurzfristig also die Inflation bei Lebensmitteln antreibt. Werden diese Preise wieder sinken, wenn die Gemüseeinkäufer jahreszeitenbedingt jetzt nach und nach auf Produkte aus Deutschland und den Niederlanden umsteigen können?



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