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Bank of England: Zinsen unverändert, Entscheidung 7 zu 2 Stimmen

Redaktion

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am

Die Bank of England (BoE) hat soeben ihre jüngste Entscheidung verkündet. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0,50% (zuletzt gab es am 2. November 2017 gab es einen Zinsschritt von 0,25% auf 0,50%).

Die Abstimmung fiel mit 7:2 Stimmen nicht eindeutig aus.

Die Erwartungen lagen bei 7 Stimmen im Zentralbankrat für unveränderte Zinsen zu 2 Stimmen für eine Zinsanhebung.

Das britische Pfund vs USD reagiert nach wenigen Augenblicken mit -50 Pips auf jetzt 1,3540.

Zur Begründung: Man kann es kurz machen. Die Inflation im März sei laut aktueller Aussage der Bank of England mit 2,5% tiefer ausgefallen als man es noch im Notenbankbericht vom Februar erwartete hatte. Also muss man den Zins jetzt nicht anheben um die Inflation einzudämmen – denn die steigt eben nicht so kräftig an wie erwartet!

Hier der Text der Bank of England im Wortlaut:

The MPC’s updated projections for inflation and activity are set out in the May Inflation Report. The outlook and the main factors shaping it are broadly similar to those set out in the previous Report.

The preliminary estimate of GDP growth in the first quarter was 0.1%, 0.3 percentage points lower than expected in February. This is likely in part to have reflected adverse weather in late February and early March. Survey indicators suggest that growth was somewhat stronger in Q1 than implied by the preliminary estimate.

Despite the near-term softness, the MPC’s central forecast for economic activity is little changed from that in the previous Report. In the MPC’s central forecast, conditioned on the gently rising path of Bank Rate implied by current market yields, GDP is expected to grow by around 1¾% per year on average over the forecast period. On the expenditure side, growth continues to rotate towards net trade and business investment and away from consumption. Although business investment is still restrained by Brexit-related uncertainties, it is being supported, like exports, by strong global demand and accommodative financial conditions. Household consumption growth remains subdued, in line with the modest growth in real income over the forecast period.

Wage growth and domestic cost pressures are firming gradually, broadly as expected. The MPC continues to judge that the UK economy has a very limited degree of slack. Hiring intentions have remained strong and, over the past three months, the unemployment rate has fallen slightly further. While modest by historical standards, the projected pace of GDP growth over the forecast is nonetheless slightly faster than the diminished rate of supply growth, which averages around 1½% per year. In the MPC’s central projection, therefore, a small margin of excess demand still emerges by early 2020, feeding through into higher rates of pay growth and domestic cost pressures.

CPI inflation fell to 2.5% in March, lower than expected at the time of the February Report. The inflation rates of the most import-intensive components of the CPI appear to have peaked. The MPC judges that the impact of the past depreciation of sterling on CPI inflation, while remaining significant, is likely to fade a little faster than previously thought. Taking external and domestic influences together, CPI inflation is projected to fall back slightly more quickly than in February, reaching the target in two years. These projections are conditioned on a gently rising path for Bank Rate over the next three years.

In the exceptional circumstances presented by Brexit, as specified in its remit, the MPC has been balancing any significant trade-off between the speed at which it intends to return inflation sustainably to the target and the support that monetary policy provides to jobs and activity. The prospect of excess demand over the forecast period has reduced the degree to which it is appropriate for the MPC to accommodate an extended period of inflation above the target. The Committee’s best collective judgement therefore remains that, were the economy to develop broadly in line with the May Inflation Report projections, an ongoing tightening of monetary policy over the forecast period would be appropriate to return inflation sustainably to its target at a conventional horizon. As previously, however, that judgement relies on the economic data evolving broadly in line with the Committee’s projections. For the majority of members, an increase in Bank Rate was not required at this meeting. All members agree that any future increases in Bank Rate are likely to be at a gradual pace and to a limited extent.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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