Folgen Sie uns

Aktien

Barrick Gold profitiert nicht von hohem Goldpreis

Avatar

Veröffentlicht

am

Notenbanken schaffen neues Geld wie noch nie seit Ende des 2. Weltkrieges. Die Rettungs- und Konjunkturpakete umfassen inzwischen regelmäßig Billionensummen. Irgendwann wird dieses Geld nachfragewirksam und erhöht dann die Inflation. Verständlich, dass angesichts dieser neuen Entwicklung auch der Goldpreis zulegen kann. Doch gilt das auch gleichermaßen für die Aktien von Goldminen? Deren Gewinn sollte bei steigenden Gold- und fallenden Ölpreisen durch die Decke gehen. Schauen wir uns das am Beispiel von Barrick Gold an.

Öl ist ein relevaner Kostenblock für Goldminen – auch für Barrick Gold

Goldminen befinden sich oft weitab der Zivilisation und haben daher keinen Anschluss an das Stromnetz. Der gesamte Energiebedarf der Goldmine wird dann über Dieselgeneratoren gedeckt. Weiterhin benötigen die teils riesigen LKW, die das Gestein von der Abbaustelle zu den Gesteinsmühlen fahren, Diesel. Der Ölpreis ist daher eine relevante Einflussgröße für die Kostenstruktur eines Minenbetreibers. Mit Ölpreisen von teils weniger als 4 US-Dollar pro Barrel brechen nun wahrlich goldene Zeiten für die Minengesellschaften an.

Barrick Gold macht es uns nicht leicht herauszufinden, wie hoch der Ölverbrauch im Jahr ist. Im Jahresbericht 2017 finden wir die Angabe, dass eine Absicherungsposition für 1,244 Millionen Barrel Öl 28% des 2018 erwarteten Verbrauchs ausmacht. Der Jahresverbrauch ist also etwa 4,4 Millionen Barrel pro Jahr. Für 2020 wiederrum kalkulierte Barrick mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 65 US-Dollar und ging ohne irgendeine Ölpreisabsicherung ins Jahr. Damit profitiert das Unternehmen unmittelbar von den gesunkenen Ölpreisen.

Jetzt kann man sich den niedrigen Ölpreis für Jahre sichern

Sollte sich Barrick gegen steigende Ölpreise auf dem aktuellen Niveau absichern, dann könnten gegenüber dem bis Ende 2021 erwarteten Ölpreis von 65 US-Dollar zwischen 30 und 45 US-Dollar pro Barrel eingespart werden. Je länger für die Zukunft sich Barrick jetzt absichert, umso geringer wird die Ersparnis, da die Ölfutures mit steigender Laufzeit teurer werden. Doch auch 30 US-Dollar Ersparnis gegenüber dem für die Ergebnisprojektion erwarteten Ölpreis sind nicht zu verachten. Allein dabei ergibt sich ein zusätzlicher Jahresgewinn von 130 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt der gestiegene Goldpreis. Barrick kalkulierte für 2020 mit nur 1.350 US-Dollar. Tatsächlich beträgt der durchschnittliche Goldpreis in diesem Jahr bis heute jedoch knapp 1.580 US-Dollar. Bliebe es dabei, reden wir über 1,3 Milliarden US-Dollar höhere Gewinne.

Niedrige Kupferpreise konterkarieren Goldpreisanstieg bei Barrick Gold

Nun ist Barrick jedoch kein reiner Goldproduzent. Tatsächlich werden auch enorme Mengen Kupfer gefördert. Und da sieht es deutlich schlechter aus als beim Gold. Hier kalkulierte Barrick mit 2,75 US-Dollar pro Pfund. Tatsächlich sind jetzt nur 2,20 US-Dollar zu erlösen. Bei 400 Millionen Pfund im Jahr macht das Mindereinnahmen von 2,2 Milliarden US-Dollar. 1,43 Milliarden US-Dollar Mehrerlösen durch gesunkene Energiekosten stehen also 2,2 Milliarden US-Dollar geringere Einnahmen beim Kupfer gegenüber. Für Aktionäre ist das also keine Situation, in der sie profitieren können. Jedenfalls nicht bei Barrick Gold, bei denen die Hälfte des Umsatzes mit Kupfer erzielt wird.

Gleichwohl kann Barrick Gold ein interessantes Investment sein. Dafür sprechen mehrere Fakten:

1) Das KGV ist vergleichsweise niedrig. Das KGV auf Basis des 2019er Gewinns beträgt lediglich 8,35. Gehen wir davon aus, dass der Gewinn in diesem Jahr ein Fünftel niedriger sein wird, dann landen wir bei immer noch niedrigen 10.

2) Wenn sich Barrick nun mit Ölfutures gegen steigende Ölpreise absichert, können sie sich die niedrigen Energiekosten u.U. für mehrere Jahre im Voraus sichern und somit auch die Profitabilität in den kommenden Jahren verbessern.

3) Bei einem Wiederanziehen der Wirtschaft ist es denkbar, dass der Gold- und Kupferpreis gleichzeitig steigen, da dann die enormen, in der Krise zusätzlich geschaffenen Geldmengen nachfragewirksam werden und die Inflation steigern könnten, was möglicherweise wiederrum Menschen zu Goldkäufen animiert.

Beispielbild einer Goldmine - Barrick Gold aktuell im Fokus
Cripple Creek & Victor open-pit gold mine, north of Victor, Colorado, USA. Foto: Plazak CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    T. Haug

    2. April 2020 14:19 at 14:19

    ich glaube da ist Ihnen die Kommastelle verrutscht. Die Mindereinnahme bei Kupfer beträgt nicht 2,2 Mrd sondern nur 0,22 Mrd USD. 400 Mio x 0,55 USD/Pfund Mindereinnahmen, da kann keine Mrd rauskommen

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

weiterlesen

Aktien

Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

Avatar

Veröffentlicht

am

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

weiterlesen

Aktien

Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen