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Wer zu spät aussteigt bei Schrott-Aktien, den bestraft der Kapitalmarkt Bed Bath & Beyond: Aktie crasht – Firma bald insolvent?

Bed Bath & Beyond Aktie

Die Aktie von Bed Bath & Beyond crasht nach der unglaublichen Rally zuvor – ist das Unternehmen bald insolvent?

Die Meme-Aktien und die Notenbanken

Man fühlt sich derzeit zurückversetzt in die Zeit, als die  Fed und andere Notenbanken noch fröhlich Liquidität in die Märkte gepumpt hatten mit einer indirekten Garantie, dass die Aktienmärkte – wenn es hart kommt – durch die Notenbanken „ausgebailt“ würden. Dieses imaginäre Sicherheitsnetz sorgte für einen „moral hazard“ an den Märkten: vor allem amerikanische Privat-Zocker nutzten einzelne Aktien von Unternehmen wie Gamestop und AMC, die vor allem von Hedgefunds aufgrund der desaströsen Geschäftslage dieser Unternehmen heftig leerverkauft worden waren – und verabredeten sich über Reddit-Boards zum kollektiven Kauf, um diese Hedgefunds unter Druck zu bringen. Mit Erfolg. Hedgefunds wie Melvin Capital gerieten durch die Kursanstiege von diese sogenannten „Meme-Aktien“ in Schieflage.

Dann kam der „monetäre Klimawandel„, also vor allem das geldpolitische Umschwenken der US-Notenbank Fed aufgrund der immer höheren Inflation – und die Party war vorbei. Doch in den letzten Tagen und Wochen begann das Spiel von Neuem: wieder im Fokus die Aktien von Gamestop, AMC – und nun vor allem die Aktie von Bed Bath & Beyond, ein Unternehmen, das Küchen- und Haushaltsartikel sowie Ausstattungen für Bäder, Schlaf- und Wohnzimmer anbietet.

Die neue heiße Meme-Aktie Bed Bath & Beyond – Aktienkurs und ökonomische Realität

Im Zuge der generellen Rally der Wall Street seit den Juni-Tiefs wurde vor allem diese Meme-Aktie nach oben gezockt: Ende Jui lag der Aktienkurs des Untenrehmens noch unter fünf Dollar – um dann am 17. August ein Hoch von knapp über 23 Dollar zu erreichen. Also mehr als eine Verfünffachung des Aktienkurses in nur wenig mehr als zwei Wochen!

Einer der Treiber der Rally der Aktie von Bed Bath & Beyond war – man glaubt es kaum – ein 20-jähriger US-Student der Matjematik und Wirtschaft namens Jake Freeman. Freeman hatte vorwiegend durch geliehenes Geld mehr als 6% der gesamten Anteile an dem Unternehmen erworben – und mit seinen Käufen die Aktie nach oben getrieben. Am Dienstag aber hatte Freeman in großem Volumen Aktien verkauft – der Kurs der Aktie fiel daraufhin deutlich. Aber Freeman verbuchte einen sagenhaften Gewinn von 110 Millionen Dollar mit der Aktie von Bed Bath & Beyond.

Schlag auf Schlag für Aktionäre von Bed Bath & Beyond

Das war der erste Schlag. Der zweite Schlag folge dann gestern Abend: Ryan Cohen, der CEO von Gamestop (also jenes Unternehmens, dessen Aktie auch von Reddit-Zockern nach oben geprügelt wurde und nun wieder wird) verkaufte alle seine Aktien von Bed Bath & Beyond und machte damit einen Gewinn von 68 Millionen Dollar.

Aber wo derart große Gewinner sind, gibt es auch Verlierer: und das sind diejenigen Zocker, die bei der Aktie den Ausstieg verpaßt haben und nun auf heftigen Verlusten sitzen. Zu diesen Verlierern gehören in der Regel deutlich mehr Personen als es Gewinner gibt: denn die Masse steigt stets erst dann ein, wenn der Hype schon weit gelaufen ist und die „early adopters“ beginnen auszusteigen!

Aber schon zeitnah folge dann der nächste Schlag und wohl vernichtendste für die Aktionäre: Bed Bath & Beyond hat die Beratungsfirma Kirkland & Ellis angeheuert, die auf die Sanierung von Firmen in Schieflage spezialisiert ist. Damit ist auch den letzten „Apes“ (Selbstbezeichnung der Meme-Aktien-Zocker) klar, dass der Aktienkurs von Bed Bath & Beyond in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Geschäftslage des Unternehmens steht. Nachbörslich fiel die Aktie daraufhin um gut 40% auf knapp über 10 Dollar.

Aber viele Aktieninhaber werden wohl heute unter Druck geraten (Margin-Calls) und ihre Positione verkaufen müssen, steht zu vermuten. Es ist ein Massaker mit Ansage: wer zu spät aussteigt bei Schrott-Aktien, den bestraft der Kapitalmarkt..

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2 Kommentare

  1. Mad, Bad and Strong long

    🤣🤣🤣

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Richtig so. Nur gebail outet dürfen die nicht wieder werden . Bisher wurden die Zocker immer gebail outet. Der größte unter Ihnen, ein gewisser Mario Draghi, hebelte am späten Vormittag,des 26.Juli 2012, in London, mal schnell die europäische No Bail Out Klausel aus. Whatever it takes!

    Lagarde setzt diesen Kurs fort. In den letzten Wochen,verkaufte die EZB, im Auftrage von Lagarde, für fast 35 Milliarden Euro deutsche Staatsanleihen und kaufte dafür, Italienische, Spanische, Portugiesische und Griechische.
    Das ist ein klarer Bruch der Europäischen Verträge, der Maastrichter Verträge zur Europäischen Währungsunion und der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Urteil zum OMT Programm, zum ESM Programm, zum PEP Programm usw.
    Die Amerikaner haben ihre „MEME “ – Titel in den Depots,wir unsere in der Währungsunion.
    Es wäre schön, wenn Sie Herr Fugmann, auf den klaren Rechtsbruch verweisen würden der momentan in der Europäischen Währungsunion geschieht .

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