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Bill Gross über Trump-Sieg: Die Hühner haben den Fuchs gewählt!

Gewichtige Argumente der Bond-Legende Bill Gross, warum der Sieg Donald Trumps der Sieg der Wall Street ist – und seine Wähler eher auf der Verlierer-Seite stehen werden!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bill Gross, der legendäre Gründer von PIMCO und nun auf dem Gehaltszettel von Janus Capital, hat einen bemerkenswerten Essay über den Sieg von Donald Trump geschrieben – und zieht darin den Vergleich, dass der Hühnerstall sich für den Fuchs entschieden habe!

Er selbst habe, so Gross, keinen der beiden Kandidaten der etablierten Parteien gewählt (also hat er entwder gar nicht gewählt, oder den libertären Kandidaten oder die Grüne Stein). Gross begründet, warum aus seiner Sicht die Trump-Wähler letztlich gegen ihre eigenen Interessen gehandelt hätten: denn die von Trump geplanten Investitionen in die Infrastruktur sowie in den Verteidungsetat kombiniert mit niedrigeren Steuern für Unternehmen würden letztlich nur den status quo zementieren, da sie das Kapital gegenüber der Arbeit bevorzugten, die Märkte gegenüber (gestiegenen) Löhnen:

„But while the Fox (FMW: gemeint ist Trump) promised jobs and to make America great again, his policies of greater defense and infrastructure spending combined with lower corporate taxes to invigorate the private sector continue to favor capital versus labor, markets versus wages, and is a continuation of the status quo.“

Auch Gross stimmt einem Satz zu, den 72% der Amerikaner für richtig halten: “the American economy is rigged to the advantage
of the rich and powerful” (die Wirtschaft ist zugunsten der Reichen und Mächtigen manipuliert). Und genau daran hätte sich auch unter Clinton nichts geändert, so Gross:

„But could a Clinton Administration have done much better? Probably not. Both the Clinton Democrats and almost all Republicans represent the corporate status quo that favors markets versus wages; Wall Street versus Main Street.“

Also fast alle auf Seiten der Wall Street – und gegen den Durchschnittsamerikaner (Main Street, „Hauptstrasse“). Gross widerlegt auch das Argument, dass die US-Konzerne, die in den letzten Jahren viele Milliarden Dollar im Ausland gebunkert haben zur Steuervermeidung, ihr Geld wieder zurück führen in die USA, um es dort in die Realwirtschaft zu investieren (Trump plant offenkundig eine sehr niedrige Steuer für die Rückführung von Kapital der US-Unternehmen). Bereits 2004 habe es eine solche Steueramnestie gegeben – aber das repatriierte Geld sei damals fast ausschließlich von den US-Unternehmen verwendet worden für den Rückkauf eigener Aktien oder die Erhöhung der Dividenden. Für Gross ein weiterer Beleg, dass nicht der Durchschnittsamerikaner der Gewinner der Wahl ist!

Das sich die Hoffnungen der Trump-Wähler sehr wahrscheinlich nicht erfüllen werden, habe laut Gross aber auch strukturelle Gründe – die demografische Alterung, die Robotisierung, Deglobalisierung und die über die Maßen Schulden-gehebelten Bilanzen der Unternehmen:

„..corporations are fighting structural headwinds, such as demographic aging, technological displacement of jobs (robotization),deglobalization, and overleveraged balance sheets. They focus on the bottom line as opposed to the public welfare. Government must step in, not by reducing taxes, which will only increase profits at the expense of labor, but by being the employer of last resort in hopefully a productive way“.

Die Unternehmen also eher als kontraproduktiv für die öffentliche Wohlfahrt, weil sie eigenen Zwängen unterliegen. Daher könne nur der Staat dafür sorgen, dass die Löhne wieder wichtiger werden als das Kapital – Steuersenkungen seien da der völlig falsche Weg!

Aus unserer Sicht hat Gross recht: schon kurz nach dem Wahlsieg Trumps hatten wir ähnlich argumentiert – dass die Banken etwa, trotz der Rücksetzer der beiden letzten Tage, die großen Gewinner des Trump-Siegs waren, ist sicher kein Zufall!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Oscar

    17. November 2016 11:35 at 11:35

    Hauptsache auf den Lukas d.h. auf den Trump hauen. Der hat ja gegen 16 anderen Republikaner und gegen Hillary, Wall Street, MSM, Obama und Michelle gewonnen, in seinem Leben ein paar Millionen gemacht, tausende von Arbeitsstellen geschaffen, aber egal er ist und bleibt halt ein ein Idiot, dem nichts gelingt. Was muss denn der Mann noch alles machen? Aus Steinen Brot und auf dem Wasser wandeln?

  2. Avatar

    Wolfgang Koch

    17. November 2016 12:25 at 12:25

    Die Wirtschaft in den USA ist zugunsten der Reichen&Mächtigen manipuliert?Dank IM Erika hinken wir diesmal den USA nicht hinterher sondern sind gleichauf!(Berater Ackermann!)Dass,the Donald,etwas völlig anderes vorhatte als die Präsidentenwahl zu gewinnen ist auch meine Meinung!Das zeigt aber wiederum auch,wie verzweifelt die Mehrheit des Volkes mit dem bisherigen zufrieden war!In America war das immerhin der“ gottgleiche“ Barack,in Deutschland der Inbegriff des Zufriedenheitszustands,die Mutti!Was gilt nun?Wenn’s den Völkern zu gut geht,gehen sie auf’s Eis oder Die Könige/innen sind ob ihrer Nacktheit enttarnt?Löst der Populismus(die Lust am eigenen Untergang?)sie verdientermassen ab&gibt dem „Souverän“wieder mehr demokratische Rechte zurück?Der Pfälzer hat auch nicht das Ende seiner Zeit mitbekommen.Bei „seinem Mädchen“scheint es ebenso zu sein!Mir schwant:The Donald ist erst der Anfang!“

  3. Avatar

    leser

    17. November 2016 12:31 at 12:31

    Im Ergebnis liegt Gross wahrscheinlich richtig. Bei der Ursachenanalyse springt er aber zu kurz. Kernproblem ist das ungedeckte Papiergeldsystem und die Möglichkeit, unbeschränkt Geld aus dem Nichts zu schaffen. Solange es nicht gelingt, den Anstieg der Geldmenge strikt an den Anstieg des Wirtschaftswachstums zu koppeln, wird sich nichts an der Situation der breiten Bevölkerungsschichten ändern (außer zum Schlechteren). Der Weg, der schon einmal funktioniert hat, ist die Unterlegung mit Edelmetall. Aber auch andere (umweltfreundlichere) Verfahren sind möglich. Man muss es nur wollen.

  4. Avatar

    Schoeller

    17. November 2016 14:43 at 14:43

    Das permanente US-Handelsbilanzdefizit und damit der Niedergang der US-Industrie ist systembedingt aufgrund der überragenden Bedeutung des US-Dollar als Welt-Anlage- und Reservewährung. Für den Außenhandel ist die US-Währung dauerhaft überbewertet. Ein Gleichgewicht der Handelsbilanz wäre nur wieder herzustellen über Importzölle. Und damit eine Erholung der US-Industrie. Wer außer Trump hätte die Courage ein Umdenken einzuleiten? Und wenn – im Wahlkampf davon zu sprechen wäre Selbstmord gewesen. Warten wir also ab.

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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