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Brexit-Chaos: Wie es jetzt weitergeht, und der unfassbare Optimismus der „Devisen-Experten“

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Chaos wird immer schlimmer. Dass es jetzt noch viel schlimmer geworden ist als vor zwei, drei Wochen, hätte wohl niemand gedacht. Die EU gewährte die Verlängerung bis mindestens 12. April. Aber geholfen hat das nichts. Die Parlamentarier im House of Commons dachten sie könnten endlich Ordnung ins Brexit-Chaos bringen, in dem sie der Regierung das Heft des Handelns aus der Hand reißen.

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Unfassbares Brexit-Chaos

Aber Pustkuchen. Gestern Abend hatte das House of Commons über acht eigene Anträge abgestimmt, als Alternativ-Szenarien zum Brexit-Deal von Theresa May. Kein einziger Antrag fand eine Mehrheit bei den Abgeordneten. Wie bitter. Wie man aus London aktuell hört, will Theresa May ihren Brexit-Deal heute oder morgen eventuell ein drittes Mal abstimmen lassen. Wie das gehen soll, möchten wir dazu fragen. Denn die ersten beiden Male wurde er bereits von den Abgeordneten abgelehnt.

Und außerdem hat Parlamentspräsident Bercow schon klar gemacht, dass er eine dritte Abstimmung wohl gar nicht zulassen würde, weil dies nach uralten Regularien aus dem 17. Jahrhundert nicht möglich ist. Dazu müsste eine neue Variante des Brexit-Deals formuliert werden. Die wäre dann ja aber gar nicht abgestimmt mit der EU. Also, das Brexit-Chaos ist perfekt. Ach ja, und ganz nebenbei hat Theresa May ihren Rücktritt angeboten für den Fall, dass das Parlament ihrem Deal zustimmt. Kann dies noch ein paar ihrer Gegner überzeugen? Tja…

Am nächsten Montag den 1. April will das House of Commons erneut über Alternativen zum Brexit-Deal von Theresa May abstimmen. Über welche genau, ist noch unklar. Oben drauf kommt in dieser Gemengelage noch, dass die Regierung erklärt hat, dass diese Abstimmungen über alternative Brexit-Ideen für sie eh nicht verbindlich seien. Und der Devisenmarkt? Der ist unglaublich ruhig und gelassen. Das britische Pfund bewegt sich seit Tagen grob gesagt immer um das Niveau von 1,32 gegenüber dem US-Dollar.

Unfassbare Ruhe im Pfund

Gestern gab es eine Mini-Euphorie, wonach man annahm, dass die Chancen für einen Deal steigen. Aber nachdem alle acht Varianten im Parlament keine Mehrheit fanden, war es das auch schnell wieder vorbei mit der guten Laune. GBPUSD verlor gestern Abend von 1,3260 bis auf 1,3140 (aktuell 1,3160). Aber man sieht im Chart (seit 18. März), dass das Niveau gehalten wird. Woher dieser Optimismus, dass ein harter Brexit doch noch verhindert wird? Es ist ein Rätsel!

Aber man schaue auch mal auf die aktuellen Aussagen von Morgan Stanley. Die aktuellen News aus London würden die Chance für einen sanften Brexit erhöhen. Deswegen empfehle man auch weiterhin das Pfund zu kaufen. Bis Jahresende solle Pfund vs USD um einen zweistelligen Prozentsatz ansteigen. Tja, theoretisch ist alles möglich, aber bitte sehr? Bei dieser Nachrichtenlage steigt die Chance auf einen soften Brexit? Amen und Halleluja, möchten wir da sagen.

Brexit-Chaos - Pfund vs USD seit 18. März
Pfund vs USD seit 18. März.

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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