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Dax: Ignoriert die Fakten! Über den rührenden Versuch, am bestehenden Narrativ festzuhalten..

Ignoriert die Fakten, ignoriert die Anleihemärkte, ignoriert das massenhafte Invertieren der Zinskurven – es wird bald doch alles wieder gut!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Nachdem in Asien vor allem der Nikkei schwächelte und damit die US-Futures rot waren, sah es zunächst nach einer schwachen Eröffnung des X-Dax aus, zumal Bayer eine weitere herbe Niederlage in Sachen Monsanto erlitten hatte und das Dax-Schwergewicht heute wird Federn lassen müssen.

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Aber dann kamen heute morgen Aussagen aus Peking aufgrund des Besuchs von US-Finanzminister Mnuchin und dem US-Handelsbeuaftragten Lighthyzer in der chinesischen Hauptstadt: man habe in vorherigen Telefonaten Fortschritte gemacht, es bleibe aber noch viel zu tun, die Gespräche zwischen Liu He und Mnuchin/Lighthyzer würden morgen den ganzen Tag fortgesetzt.

Das haben vor allem die US-Futures goutiert – hurra, wir bekommen eine Lösung, bestimmt noch in diesem Jahrhundert denkt man sich, und so sorgen die US-Futures für einen besseren Start des X-Dax:

Man sieht in diesem Stunden-Chart: im Vergleich zum Abverkauf, der am 19.03.März begann, ist die seit Beginn dieser Woche laufende Erholung des deutschen Leitindex weniger dynamisch als der vorherige Abverkauf. Rüdiger Born gebraucht hier stets den Begriff „korrektiv“ und meint damit also eine technische Gegenreaktion, die aber eben kein wirklicher Trendwechsel ist, sondern den eigentlich dominanten Trend nur unterbricht.

Und der eigentlich dominierende Trend ist vermutlich der Abwärtstrend, nachdem der Dax sein Kursziel bei 11820 Punkten erreicht hat, aber immer noch nach einer großen abgeschlossenen Top-Formation aussieht:

Faktisch ist der Dax nun aus dem Aufwärtstrendkanal bereits deutlich hinaus gefallen – die große Schulter-Kopf-Schulter-Formation scheint damit eine weitere Bestätigung erfahren zu haben.

Man kann es so formulieren: der Dax preist bereits den Abschwung ein, die Wall Street weigert sich noch hartnäckig das zu tun. Und das ist mental vielleicht auch verständlich: vor kurzem lebte man noch in der besten alle denkbaren Konjunktur-Welten, und nun soll alles kippen? Aber wir sind doch great America, uns passiert das nicht – und schuld ist sowieso die Schwäche der anderen, der Europäer und der Chinesen.

Daher lautet das Motto: ignoriert die Anleihemärkte, ignoriert das massenhafte Invertieren der Zinskurven, denn die fallenden Anleiherenditen sind doch nur ein Spiegel der dovishen Notenbanken, nichts weiter. Wenn man sich solchartige Diskussionen auf CNBC ansieht, ist man fast gerührt, wie verzweifelt und gegen die Fakten argumentierend das bestehende Narrativ verteidigt wird.

Vielleicht haben die Vertreter des othodoxen Narrativs heute noch einmal Gelegenheit zu Freude, wenn die (2.Veröffentlichung) des US-BIPs aus dem 4.Quartal kommt (13.30Uhr) – also Daten aus einer Zeit, in der die Konjunktur noch robust schien..

 

By Government of Thailand – Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26323620

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    28. März 2019 10:45 at 10:45

    Bei FMW heute „Tag der BILD-Schlagzeile“
    Derweil der Dax steigt. Bayer um 1% im Minus.
    Es MUSSSS hoch diese Woche, @Markus Fugmann – mich würde interessieren warum.
    Welches Algo-Programm läuft da? Welcher Dickfisch steckt dahinter? Welche Wette steht bis Freitag im Feuer?
    Natürlich ist die Mnuchin-Lightizer-Nummer immer für „up“ gut.
    Deswegen fahren die ja hin und her, das weiß jedes Kind. Nächste Woche sind die Chinesen in den USA.
    Erstaunlich ist, mit welcher Hartnäckigkeit die Investoren da dran hängen – alles läuft super: kaufen.
    Interessant wären Hintergründe – wer MUSS es anschieben und warum…??

  2. Avatar

    Columbo

    28. März 2019 11:02 at 11:02

    Auf geringste positive Nachrichten zum US-CH-Handelsstreit steigen die Indizes. Sobald da was Konkretes kommt, dazu vielleicht noch ein Brexit-Referendum, werden die Märkte vorerst sämtliche Konjunkturängste ausblenden und stark steigen, möglicherweise bis in eine Euphoriezone. Erst dann, mit einer Rezession, wenn sie denn kommt, wird alles runterkrachen.

  3. Avatar

    Macwoiferl

    28. März 2019 11:16 at 11:16

    Glaube ich NICHT.
    Es läuft alles viel kurzfristiger, im Algomatenmodus.
    Ist die Rezession da steigt es wieder langfristig, denn dann gibt es ja HOFFNUNG.
    Mnuchin-Lightizer ist Daytrader-Entertainment (für die nächsten 14 Tage).
    An einen Brexit glaubt nur das Rotkäppchen. Man wird so lange Chaos stiften bis man doch in der EU bleibt.
    Die Märkte sind nicht mehr erklärbar mit Ratio.
    Da zieht eine unbekannte Größe die Strippen: Computerprogramm? Dickfisch?
    Die Motive? Shorties grillen? Günstigen Longeinstieg finden? Paar Punkte mitnehmen? Die Trump-Junta bereichern?
    Klar ist nur: Sinn, Strategie, Kostolany – kannste alles vergessen!

    • Avatar

      Columbo

      28. März 2019 11:44 at 11:44

      @Macwoiferl
      Ok, wir sind also im Paradies. Jederzeit kaufen, Geld verdienen, nie mehr arbeiten.
      Rezession-Markt steigt-Hoffnung.
      Keine Rezession-Markt steigt, weil keine Rezession.
      Kein Deal-Markt steigt-Hoffnung.
      Deal-Markt steigt-weil Deal.
      Brexit…………….
      Kein Brexit………….
      Welt geht unter……..
      Welt geht nicht unter……..
      Jetzt wird‘s mir doch zu blöd.

  4. Avatar

    Macwoiferl

    28. März 2019 14:27 at 14:27

    Haha, @Columbo, jetzt sind wir auf einer Welle.
    Mir IST es zu blöd.
    Wozu erklären wollen was nicht erklärbar ist?
    Irgendwer MUSS diese Woche den DAX >11.400 haben aus IRGENDEINEM Grund.
    Das werden wir leider nie erfahren, offenbar.

  5. Avatar

    Beobachter

    28. März 2019 16:12 at 16:12

    @ Macwoiferl, bitte googeln < stockstreet de – VERFALLSTAGDIAGRAMM , da geben die offenen Optionen einen Hinweis, manchmal stimmt es nicht schlecht.

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