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Bayer-Aktie im „Desaster-Modus“ – stupid german money!

Claudio Kummerfeld

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am

Die Bayer-Aktie ist wortwörtlich im Desaster-Modus. Wir hatten vorhin schon vom „stupid german money“ gesprochen, also vom dummen deutschen Geld, das mal wieder in die USA geflossen ist. Bayer hatte mit einem gigantischen Milliarden-Berg Monsanto gekauft, und nur kurze Zeit darauf begann die Prozessflut in den USA mit ersten Urteilen gegen Monsanto, ähhh jetzt Bayer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Bayer-Aktie hat ein Problem

Am 19. März hatte ein Gericht in den USA geurteilt, dass Glyphosat, der Hauptwirkstoff von Roudup (Monsanto-Produkt, also jetzt Bayer-Produkt) krebserregend ist. Dieses Urteil öffnet nun wohl Tür und Tor für eine nun bevorstehende Klagewelle zahlreicher Krebspatienten in den USA. Daher brach die Bayer-Aktie am 20. März schon kräftig ein von fast 70 auf 60 Euro. Gestern lag sie noch bei 56 Euro, und heute startete sie in den Handel mit 55 Euro.

In den Tagen nach dem 19. März ging es weiter gen Süden für die Aktie, denn der Markt weiß, was nun auf Bayer zukommt. Und heute Nacht nun der nächste Nackenschlag. Der Rentner Edwin Hardeman, der viele Jahre Roundup benutzte und an Krebs erkrankte, bekam gestern von einem US-Gericht 80 Millionen US-Dollar Schadenersatz von Bayer zugesprochen. Und wie gesagt, hier geht es nur um einen einzigen Geschädigten! Für die Bayer-Aktie kann das dauerhaft ein Mega-Desaster werden.

Wenn ein Kläger 80 Millionen kassiert, wie viel kosten dann tausende Kläger, wenn die alle gewinnen sollten? Denn jetzt haben alle nachfolgenden Kläger ein Referenzurteil, und auch eine Referenz-Einstufung, dass Roundup wirklich für Krebserkrankungen mit verantwortlich ist. Und der Bayer-Chef, der redet die Lage weiterhin schön. Als er die Monsanto-Übernahme durchboxte, hatten schon zahlreiche mahnenden Stimmen vor diesem Klage-Risiko durch Roundup gewarnt. Aber er wollte wohl unbedingt seinen Mega-Deal durchziehen? Genau so stur, wie damals die Landesbanker unbedingt in London und New York mit feiern wollten im großen Investmentbanker-Kasino?

Bayer mit Stellungnahme

Wie gesagt, bei Bayer tut man so (die Flucht nach vorn?), als wäre noch alles ok. Alle Prozesse seien einzeln zu betrachten usw. Lesen Sie hier den entscheidenden Auszugs aus der aktuellen Stellungnahme von Bayer:

Bayer ist über das Urteil der Jury enttäuscht. Dennoch ändert dieses Urteil nichts am Gewicht von über vier Jahrzehnten umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit und den Schlussfolgerungen von Regulierungsbehörden weltweit, welche die Sicherheit unserer glyphosatbasierten Herbizide und die Schlussfolgerung stützen, dass diese nicht krebserregend sind. Das Urteil in diesem Verfahren hat keinen Einfluss auf zukünftige Fälle – jedes zukünftige Verfahren ist gesondert zu betrachten auf der Basis der jeweiligen Umstände und rechtlichen Bedingungen. Bayer wird gegen dieses Urteil Rechtsmittel einlegen.

Die Geschworenen haben in diesem Fall mehr als vier Tage lang beraten, bevor sie in der ersten Prozessphase zu einem Urteil zur Frage der Kausalität kamen. Dies deutet darauf hin, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Auffassung über die wissenschaftliche Beweislage waren. Die Entscheidungen, mit denen das Gericht wissenschaftliche Sachverständigengutachten der Klägerseite zugelassen hat, die es zuvor als „wackelig“ bezeichnet hatte, ist einer von mehreren entscheidenden Punkten, die Bayer im Rahmen einer Anfechtung dieses Urteils geltend machen kann. Monsanto hatte beantragt, diese Beweismittel vom Prozess auszuschließen.

Bayer-Aktie
Foto: Bayer AG

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank

    28. März 2019 10:29 at 10:29

    Der Bayer CEO Werner Baumann ist untragbar. Ich dachte mir schon damals, dass er untragbar ist als er stolz die Absicht verkündete Monsanto zu kaufen. Er hat den Preis in die Höhe getrieben und den unglaublichen Preis von 54 Mrd. EUR für Monsanto bezahlt. Monsanto setzt lediglich 15 Mrd. USD pro Jahr um. Ein Unternehmen, dass schon damals das schlecht möglichste Image hatte. Jeder Laie weiß dass so ein Zukauf nur Ärger einbringt. Und auch schon damals gab es Klagen gegen Monsanto, das war abzusehen. Ob die US-Gerichte nun erst nach der Übernahme Urteile fallen und ob das mit dem „Wirtschaftskrieg“ zusammenhängt, steht auf einem anderen Blatt und ist für Bayer auch irrelevant. Für die Bayer AG könnte ein höchst möglicher Schaden enstehen, durch Milliarden an Schadensersatzforderungen und die Verantwortung dafür trägt der CEO Werner Baumann.

  2. Avatar

    Werner

    28. März 2019 12:13 at 12:13

    Mich erinnert das an DCX, Daimler-Chrysler.

    Baumann hieß damals Schrempp, aber das Muster war das gleiche. Die dummen Deutschen können nicht mit Geld umgehen, sie werfen es deshalb zum Fenster raus!!!.

  3. Avatar

    Roberto

    28. März 2019 12:33 at 12:33

    @Werner, oh ja, ich erinnere mich genau. Das war ein totales disaster damals mit Chrysler. Und die ewigen positiven Kommentare des Daimler Vorstandes was für ein super Geschäft man doch mit der Übernahme gemacht habe…bis dann die Wahrheit ans Licht kam…

  4. Avatar

    Kritisch on fire

    28. März 2019 17:15 at 17:15

    Nach aktueller Meldung hat BAYER keine Rückstellungen für Prozessrisiken, sondern nur für Anwaltskosten gebildet. Das nenne ich doch einmal Handeln nach dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip. Bin schon sehr neugierig wie Aktionäre auf diese Tatsache reagieren?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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