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Bayer-Aktie im „Desaster-Modus“ – stupid german money!

Die Bayer-Aktie ist wortwörtlich im Desaster-Modus. Wir hatten vorhin schon vom „stupid german money“ gesprochen, also vom dummen deutschen Geld, das mal wieder in die USA geflossen ist. Bayer hatte mit einem gigantischen Milliarden-Berg Monsanto gekauft, und nur kurze Zeit darauf begann die Prozessflut in den USA mit ersten Urteilen gegen Monsanto, ähhh jetzt Bayer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Bayer-Aktie hat ein Problem

Am 19. März hatte ein Gericht in den USA geurteilt, dass Glyphosat, der Hauptwirkstoff von Roudup (Monsanto-Produkt, also jetzt Bayer-Produkt) krebserregend ist. Dieses Urteil öffnet nun wohl Tür und Tor für eine nun bevorstehende Klagewelle zahlreicher Krebspatienten in den USA. Daher brach die Bayer-Aktie am 20. März schon kräftig ein von fast 70 auf 60 Euro. Gestern lag sie noch bei 56 Euro, und heute startete sie in den Handel mit 55 Euro.

In den Tagen nach dem 19. März ging es weiter gen Süden für die Aktie, denn der Markt weiß, was nun auf Bayer zukommt. Und heute Nacht nun der nächste Nackenschlag. Der Rentner Edwin Hardeman, der viele Jahre Roundup benutzte und an Krebs erkrankte, bekam gestern von einem US-Gericht 80 Millionen US-Dollar Schadenersatz von Bayer zugesprochen. Und wie gesagt, hier geht es nur um einen einzigen Geschädigten! Für die Bayer-Aktie kann das dauerhaft ein Mega-Desaster werden.

Wenn ein Kläger 80 Millionen kassiert, wie viel kosten dann tausende Kläger, wenn die alle gewinnen sollten? Denn jetzt haben alle nachfolgenden Kläger ein Referenzurteil, und auch eine Referenz-Einstufung, dass Roundup wirklich für Krebserkrankungen mit verantwortlich ist. Und der Bayer-Chef, der redet die Lage weiterhin schön. Als er die Monsanto-Übernahme durchboxte, hatten schon zahlreiche mahnenden Stimmen vor diesem Klage-Risiko durch Roundup gewarnt. Aber er wollte wohl unbedingt seinen Mega-Deal durchziehen? Genau so stur, wie damals die Landesbanker unbedingt in London und New York mit feiern wollten im großen Investmentbanker-Kasino?

Bayer mit Stellungnahme

Wie gesagt, bei Bayer tut man so (die Flucht nach vorn?), als wäre noch alles ok. Alle Prozesse seien einzeln zu betrachten usw. Lesen Sie hier den entscheidenden Auszugs aus der aktuellen Stellungnahme von Bayer:

Bayer ist über das Urteil der Jury enttäuscht. Dennoch ändert dieses Urteil nichts am Gewicht von über vier Jahrzehnten umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit und den Schlussfolgerungen von Regulierungsbehörden weltweit, welche die Sicherheit unserer glyphosatbasierten Herbizide und die Schlussfolgerung stützen, dass diese nicht krebserregend sind. Das Urteil in diesem Verfahren hat keinen Einfluss auf zukünftige Fälle – jedes zukünftige Verfahren ist gesondert zu betrachten auf der Basis der jeweiligen Umstände und rechtlichen Bedingungen. Bayer wird gegen dieses Urteil Rechtsmittel einlegen.

Die Geschworenen haben in diesem Fall mehr als vier Tage lang beraten, bevor sie in der ersten Prozessphase zu einem Urteil zur Frage der Kausalität kamen. Dies deutet darauf hin, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Auffassung über die wissenschaftliche Beweislage waren. Die Entscheidungen, mit denen das Gericht wissenschaftliche Sachverständigengutachten der Klägerseite zugelassen hat, die es zuvor als „wackelig“ bezeichnet hatte, ist einer von mehreren entscheidenden Punkten, die Bayer im Rahmen einer Anfechtung dieses Urteils geltend machen kann. Monsanto hatte beantragt, diese Beweismittel vom Prozess auszuschließen.

Bayer-Aktie
Foto: Bayer AG



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4 Kommentare

  1. Der Bayer CEO Werner Baumann ist untragbar. Ich dachte mir schon damals, dass er untragbar ist als er stolz die Absicht verkündete Monsanto zu kaufen. Er hat den Preis in die Höhe getrieben und den unglaublichen Preis von 54 Mrd. EUR für Monsanto bezahlt. Monsanto setzt lediglich 15 Mrd. USD pro Jahr um. Ein Unternehmen, dass schon damals das schlecht möglichste Image hatte. Jeder Laie weiß dass so ein Zukauf nur Ärger einbringt. Und auch schon damals gab es Klagen gegen Monsanto, das war abzusehen. Ob die US-Gerichte nun erst nach der Übernahme Urteile fallen und ob das mit dem „Wirtschaftskrieg“ zusammenhängt, steht auf einem anderen Blatt und ist für Bayer auch irrelevant. Für die Bayer AG könnte ein höchst möglicher Schaden enstehen, durch Milliarden an Schadensersatzforderungen und die Verantwortung dafür trägt der CEO Werner Baumann.

  2. Mich erinnert das an DCX, Daimler-Chrysler.

    Baumann hieß damals Schrempp, aber das Muster war das gleiche. Die dummen Deutschen können nicht mit Geld umgehen, sie werfen es deshalb zum Fenster raus!!!.

  3. @Werner, oh ja, ich erinnere mich genau. Das war ein totales disaster damals mit Chrysler. Und die ewigen positiven Kommentare des Daimler Vorstandes was für ein super Geschäft man doch mit der Übernahme gemacht habe…bis dann die Wahrheit ans Licht kam…

  4. Nach aktueller Meldung hat BAYER keine Rückstellungen für Prozessrisiken, sondern nur für Anwaltskosten gebildet. Das nenne ich doch einmal Handeln nach dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip. Bin schon sehr neugierig wie Aktionäre auf diese Tatsache reagieren?

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