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Bundesbank: Autohersteller schuld an möglichem Nullwachstum im BIP

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Sieh an, sieh an. Die Diesel-Krise hat nichts damit zu tun, aber das neue WLTP-Messverfahren
für Abgasemissionen scheint die deutschen Autobauer offenbar überfordert zu haben. Unglaublich. Und dies könnte laut Bundesbank der Grund dafür sein, dass das Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal möglicherweise eingeschlafen ist. Damit könnte es ein Nullwachstum geben nach +0,5% im Quartalsvergleich im 2. Quartal. Die endgültigen Zahlen dafür liegen noch nicht vor, aber dafür haben wir heute den Monatsbericht Oktober der Bundesbank vorliegen. Dort schreibt sie es klipp und klar. Zitat auszugsweise:

Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland ist zwar grundsätzlich nach wie vor intakt. Sie könnte jedoch im Sommerquartal 2018 vorübergehend zum Erliegen gekommen sein. Ausschlaggebend dafür waren wohl erhebliche Schwierigkeiten in der Kfz-Branche bei der Zertifizierung von Fahrzeugen nach einem neuen Emissionstestverfahren, dem sogenannten WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure). Die damit verbundenen zeitweisen Produktionsausfälle hinterließen tiefe Bremsspuren bei der industriellen Erzeugung.

Die Industrieproduktion verharrte im August 2018 saisonbereinigt weitgehend auf dem niedrigen
Vormonatsniveau. Damit gab sie im Mittel der Monate Juli und August gegenüber dem Frühjahrsquartal kräftig nach (– 1½%). Ausschlaggebend hierfür war ein ganz erheblicher Produktionseinbruch in der Kfz-Branche (– 9%). Zurückzuführen ist dies wohl auf andauernde Schwierigkeiten bei der Zertifizierung von Modellvarianten nach dem neuen WLTP-Messverfahren für Abgasemissionen, die ab September für erstmals zugelassene Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge vorgeschrieben ist. Nach den bereits für September vorliegenden Angaben des Verbandes der Automobilindustrie zu den gefertigten Kfz-Stückzahlen haben diese Probleme bis zum Quartalsende angehalten. Ohne den Automobilsektor gerechnet behielt die industrielle Erzeugung im Mittel der Monate Juli und August jedoch den Stand des Vorquartals bei, obwohl über Lieferketten auch andere Branchen von dem Einbruch im Kraftfahrzeugbereich betroffen waren. So meldeten die Produzenten von Vorleistungsgütern beträchtliche Produktionseinschnitte (– 1¼%). Die Fertigung von Investitionsgütern ging insgesamt zwar überdurchschnittlich zurück (– 2¾%), konnte ohne den Kfz-Sektor aber sogar kräftig zulegen (+1½%). Die Produktion in der Konsumgüterbranche stieg deutlich (+ ¾%). Hier setzte vor allem die Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse ihren Höhenflug fort (+ 6%).

Aber die Bundesbank glaubt nur an einen einmaligen Ausreißer nach unten im 3. Quartal. Zitat:

Die Wachstumspause dürfte aber nicht von langer Dauer sein. Die Schwierigkeiten in der Automobilbranche sollten bald überwunden werden. So stiegen die Geschäftserwartungen in diesem Sektor zuletzt wieder deutlich an. Auch insgesamt hellte sich das Geschäftsklima in Deutschland laut ifo Institut im dritten Quartal merklich auf, sodass bereits im laufenden Vierteljahr wieder mit einer
deutlichen Expansion der Wirtschaftsleistung zu rechnen ist.

Realsatire zum Thema Arbeitslosigkeit?

Zitat Bundesbank:

Die Arbeitslosigkeit ging im September saisonbereinigt stärker zurück als in den Sommerferienmonaten. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozent auf 5,1 Prozent. Ein Teil des recht kräftigen Rückgangs könnte aus Sicht der Expertinnen und Experten auch damit in Zusammenhang stehen, dass nach dem Ende der Sommerferien arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ausgeweitet wurden.

Unsere Anmerkung: Was heißt das? Hat die Bundesagentur für Arbeit so viele zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, dass man enorm viele Arbeitslose in diese Maßnahmen stecken konnte? Denn wenn ein Arbeitsloser dort „untergebracht“ wird, gilt er für die Dauer der Maßnahme im Sinne der Statistik nicht als arbeitslos, obwohl er weiterhin arbeitslos ist.

Rohöl deutlich teurer

Die Bundesbank zum Thema Öl:

Die Rohölpreise zogen im September vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten sowie einer langsameren Ausweitung der Förderung spürbar an. Im Vergleich zum Vormonat notierten sie um knapp 8 Prozent höher, im Vergleich zum Vorjahr waren es fast 45 Prozent. Infolge der höheren Rohölpreise verteuerte sich Energie deutlich. Auch die Preise für Nahrungsmittel, Industriegüter und Dienstleistungen stiegen im Vergleich zum Vormonat spürbar. Insgesamt zogen die Verbraucherpreise (HVPI) im September daher kräftig um saisonbereinigt 0,5 Prozent an.

Bundesbank Zentrale
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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Das „Peter (Altmaier) Prinzip“ – wenn unfähige Politiker befördert werden

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Kürzlich ist etwas sehr Ungewöhnliches passiert: Vertreter des deutschen Mittelstands und der deutschen Industrie haben sich negativ über Wirtschaftsminister Peter Altmaier geäussert – ein echter Affront!

Woran liegt das? Marc Friedrich meint: am sogenannten „Peter-Prinzip“ der negativen Auslese in der Politik. Was das ist, erklärt Marc Friedrich in diesem Video:

 

 

 

Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53950919

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Martin Sonneborn im EU-Parlament über Julian Asange

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Bekanntlich ist der Whistleblower Julian Asange kürzlich in London verhaftet worden – ihm droht die Auslieferung in die USA. Martin Sonneborn bringt den Skandal im EU-Parlament zur Sprache – vor einer unglaublich prall gefüllten Kulisse und mit rhetorischen Ungeheuerlichkeiten..

Sehr sehenswert:


Sonneborn in Stauffenberg-Verkleidung mit Parteikollege Nico Wehnemann auf der Frankfurter Buchmesse 2018
Von Ptolusque – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73580794

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Politischer Tauschhandel mit der Post? 10% höhere Preise für 5000 Jobs

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Die Deutsche Post hat im Jahr 2018 insgesamt 2,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, nach Steuern! 2017 waren es noch 2,9 Milliarden Euro Gewinn. Aber immerhin, 2,2 Milliarden Euro sind auch noch ein nettes Plus (hier nachzulesen). So schlecht kann es dem ehemaligen Staatskonzern also wohl kaum gehen, stimmt´s? Oder brauch man doch ganz dringend mehr Geld?

Obacht! Ähnlich wie Lufthansa oder Deutsche Börse ist auch die Deutsche Post in ihrem Segment der einzig große Konzern in Deutschland, der im Ausland als bedeutender Global Player mitspielen kann (Monopolist oder beinahe Monopolist). Und genau diese Art von Unternehmen will unser aller Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier massiv stützen, schützen und fördern, wie er es in den letzten Wochen klar zum Ausdruck brachte (Nationale Champions schaffen).

Im Januar hatte die zuständige Bundesnetzagentur vorgeschlagen, dass man der Deutschen Post ein Preiserhöhungspotenzial von bis zu 4,8% zugestehen solle. Das fand die Post aber nicht so schön, und drohte indirekt mit der Entlassung von Mitarbeitern. Und was machte Peter Altmaier? Er tat, was zu tun war… die Bundesnetzagentur wurde angewiesen doch bitte ihren Berechnungsschlüssel (richtige Formulierung?) „anzupassen“.

Und ohhh Wunder, heute verkündet die Bundesnetzagentur, dass man der Deutschen Post einen Preiserhöhungsspielraum von bis zu 10,6% zugestehe. Mal eben mehr als verdoppelt, das ist doch was! Und nochmal ohhh Wunder. Die Agentur erwähnt in ihrer Veröffentlichung gleich zwei mal, dass die Deutsche Post versprochen habe im Gegenzug 5.000 neue Stellen zu schaffen. Dazu sagt die Agentur im Wortlaut:

Wir berücksichtigen die Ankündigung der Post, neue Zusteller einzustellen. Die Ankündigungen der Post werden wir überwachen.

Die Bundesnetzagentur wird kontrollieren, dass die angekündigten Neueinstellungen auch tatsächlich erfolgen.

Also, im Klartext: Es gibt einen nicht ausgesprochenen, aber mehr als offensichtlichen politischen Deal. Ihr schafft neue Jobs, dafür dürft ihr so richtig kräftig die Preise raufsetzen. Na da freut sich der Post-Kunde. Das ist doch mal so richtig „Freie Marktwirtschaft“. Gedankenspiel: Die Deutsche Post wird bei ihrer Job-Zusage wohl schon mal genau kalkuliert haben, ob sich die Mehrkosten fürs Personal rechnen bei einer zehnprozentigen Portoerhöhung. Und wollen wir mal wetten, es wird sich rechnen. Und es werden in der Rechnung wohl noch ein paar Taler Gewinn übrig bleiben.

Die +10,6% ist ein Gesamtrahmen. Wie stark zum Beispiel das klassische Briefporto steigt, wird im Mai festgelegt. Aber man darf ruhig von einem Sprung von 70 auf 90 Cent ausgehen. Danke Herr Altmaier. Bauen Sie mal schön weiter ihre „Nationalen Champions“. Die Post-Aktionäre dürften sich freuen. Hier einige weitere aktuelle Originalaussagen der Bundesnetzagentur:

Die Bundesnetzagentur hat für den Zeitraum bis 31. Dezember 2021 einen Preiserhöhungsspielraum von 8,86 Prozent ermittelt, der sich aus einer Produktivitätsrate von minus 5,41 Prozent und einem Inflationsausgleich von 3,45 Prozent zusammensetzt. Weil die Deutsche Post AG Preisanhebungen nicht bereits zum 1. Januar 2019 vornehmen konnte, wird die Preisänderungsrate zusätzlich um rund 0,3 Prozentpunkte pro Monat korrigiert. Die Deutsche Post könnte bei geplantem Inkrafttreten neuer Briefentgelte zum 1. Juli 2019 damit von einem Preiserhöhungspotential von 10,63 Prozent Gebrauch machen.

Neben dem höheren Gewinnsatz berücksichtigt die Entscheidung auch die Auswirkungen der von der Deutschen Post Mitte 2018 angekündigten Umstrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Die Deutsche Post hat damit höhere Kosten unter anderem dafür geltend gemacht, dass ca. 5.000 zusätzliche Mitarbeiter in der Zustellung eingesetzt werden sollen.

Deutsche Post Tower Bonn
Post Tower in Bonn. Foto: Sir James CC BY-SA 3.0

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