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China Aktien – Hohe Dividende anstatt Hochrisiko-Technologie

Warum man von Alibaba die Finger lassen sollte! Über gute Alternativen aus China

China Aktien - hohe Dividenden

Ein Investment in China Aktien galt bis vor kurzem als ein Investment in einen Zukunftsmarkt.

China ist die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt und je nach Narrativ schickt sich das Reich der Mitte an, in der Zukunft das Zepter zu übernehmen. Großprojekte wie die neue Seidenstraße oder Technologiekonzerne wie Tencent und Alibaba mit einer Marktkapitalisierung von mehreren hundert Milliarden Euro zeigen Ambition und Potential der chinesischen Wirtschaft.

China Aktien unter Druck

Die politischen Spannungen zwischen China und den USA und eine zuvor ungeahnte Regulierungswut der chinesischen Regierung haben die Börse jedoch stark verunsichert und zu teils massiven Kursverlusten geführt. Besonders hart getroffen hat es in den USA notierte China Aktien, die an der New York Stock Exchange oder das Nasdaq als ADRs gelistet sind. Hier droht das Risiko eines erzwungenen Delistings, d.h. des Rückzugs von der amerikanischen Börse. Das Listing in den USA unter der Aufsicht der Security Stock Exchange wird gemeinhin als Qualitätsmerkmal gesehen. So investieren viele Fonds ausschließlich in Aktien, die in den USA gelistet sind und fallen die Refinanzierungskosten von in den USA gelisteten Unternehmen chinesischer Herkunft niedriger aus. Ein erzwungenes Delisting von diesen China Aktien  hätte deshalb empfindliche Kursverluste zur Folge. Unglücklicherweise machen sowohl die Politik der USA als auch die Chinas erzwungenen Delistings zunehmend wahrscheinlich. Bekannte China-ADRs sind beispielsweise Alibaba, JD.com oder JinkoSolar.

Für Ausländer tabu?

Es gibt jedoch noch ein weiteres China-Risiko. Um dieses zu verstehen, muss man wissen, dass die chinesische Regierung ausländischen Investoren den Zugang zu sensiblen Branchen verwehrt. Der Markt hat jedoch einen Umweg gefunden, der ausländischen Investoren dennoch den Zugang zu sensiblen Branchen dennoch erlaubt. Dies gelingt mit Hilfe eines Konstrukts, dass sich Variable Interest Entity (VIE) nennt. Ausländische Aktionäre investieren nicht in das „verbotene“ Unternehmen direkt, sondern in ein Unternehmen, dass durch einen Gewinnabführungsvertrag mit dem eigentlichen China-Unternehmen wirtschaftlich eins zu eins verbunden ist.

Bislang hat China die dieses Umgehungskonstrukt toleriert. Sollte die Gewinnabführung eines Tages jedoch für nichtig erklärt werden, bleibt den Investoren nur noch der Anteil an einer wertlosen Hülle. Die Kursverluste wären noch verheerender als im Falle eines Delistings. Bekannte VIEs sind beispielsweise Alibaba oder Tencent.

Delistings als Risiko

Die Gefahren von Delisting und der Zerschlagung des VIE-Konstrukts sind miteinander verwoben. So droht die USA mit dem Delisting chinesischer Aktien nach von 3 Jahren, falls den amerikanischen Wirtschaftsprüfern keine Einsicht in die Bücher der chinesischen Unternehmen gegeben wird. China sträubt sich dagegen. Man fürchtet, der erzwungene Einblick gäbe Geheimnisse Preis. Ganz allgemein treibt die chinesische Regierung die Sorge um, dass in den USA gelistete Unternehmen seitens der amerikanischen Regierung zu erpressbar seien und beispielsweise Benutzerdaten chinesischer Bürger preisgeben.

Als wäre das nicht Drohkulisse genug, räumt die chinesische Regierung auch im Inland auf. Betroffen sind vor allem die virtuelle Ökonomie sowohl generell alle Branchen, denen eine Fehlentwicklung für die Entwicklung der chinesischen Gesellschaft attestiert wird. In diesem Zuge wurde der private Bildungssektor innerhalb weniger Monate faktisch ausgelöscht. Aktionäre von Unternehmen wie New Oriental Education oder der TAL Education Group verloren den Großteil des eingesetzten Kapitals.

Hände weg von China Aktien?

Also Hände weg von China Aktien? Nicht unbedingt. Es gibt nämlich China Aktien, die kein ADR, kein VIE-Konstrukt haben und auch nicht im Fadenkreuz chinesischer Regulierer stehen. Das systematische Risiko dieser China-Aktien ist also deutlich niedriger. Dabei kann es sich beispielsweise um Unternehmen handeln, die in klassischen Branchen wie der mobilen Telekommunikation, der Infrastruktur, der Umwelttechnologie oder der Energieversorgung zu Hause sind und zudem eine hohe oder sehr hohe Dividende ausschütten.

So kommt China Mobile aktuelle auf eine Dividende von 7,3 Prozent. Zwar hat das langfristige Gewinnwachstum durch die zunehmende Marktsättigung einen Dämpfer erlitten und ist die hohe Dividende eine Folge sinkender Aktienkurse. Doch ist China Mobile noch immer hoch profitabel und die Dividende aus unserer Sicht nicht in Gefahr.

China Aktien - zum Beispiel China Mobile

Die hohe Dividende von China Mobile scheint trotz stagnierender Gewinne nicht in Gefahr

Im Bereich Infrastruktur wartete China beispielsweise mit der China Railway Group auf, dem größten Eisenbahnhersteller der Welt. Auch hier hat der schwache Kursverlauf der letzten Jahre zu einem stetigen Anstieg der Dividendenrendite geführt, die derzeit bei 3,2 Prozent liegt.

China Water Affairs wiederum bereitet verschmutztes Wasser auf und ist nicht nur ein solider Dividendenzahler mit derzeit 3,5 Prozent, sondern zeigt zudem, dass chinesische „Kernland-Aktien“ auch steigen können. Ende Mai 2020 lag die Dividendenrendite noch bei 5,8 Prozent. Seitdem ist die Aktie jedoch um knapp 50 Prozent gestiegen und hat so die Dividendenrendite gedrückt.

China Aktien China Water Affairs

Die Aktie von China Water Affairs hat die Kursverluste der Vergangenheit weitestgehend aufgeholt

China hat ausländischen Aktionären also deutlich mehr als hochriskante Technologieaktien zu bieten. Insbesondere Dividendenfans dürften mit einigen China Aktien auf ihre Kosten kommen. Allerdings gilt vor einem Kauf, sich mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens, dem wirtschaftlichen Umfeld und den politischen Risiken vertraut zu machen. An dieser Stelle verweise ich auf einen weiterführenden Artikel zu China Aktien, der der bei der Einschätzung der Risiken hilft.



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