Asien

China: Absagen, Zusagen – und der Wirtschaft geht es gut..

FMW-Redaktion

Es bewegt sich was in Peking! China hat heute einige Weichen neu gestellt – und das dürfte auch für den Westen von Bedeutung sein!

So hat das chinesische Finanzministerium vor wenigen Minuten mitgeteilt, dass man die Transaktionssteuer auf Immobilienkäufe senken werde. Damit soll offenkundig der vor allem in den sogenannten Tier-2, Tier-3 und Tier-4-Städten (alles Millionen-Städte, jedoch keine Mega-Cities wie Peking oder Shanghai) schwächelnde Immobilienmarkt unterstützt werden. In diesen „kleineren“ Millionenstädten waren zuletzt die Investitionen in den Immobilienmarkt praktisch zum Erliegen gekommen, während in Peking und Shanghai die Immobilienpreise wieder deutlich anziehen.

Gleichzeitig aber erteilt die chinesische Notenbank People´s Bank of China in Gestalt ihres Vize-Chefs Yi Gang größeren Stimulusmaßnahmen für die Gesamtwirtschaft eine klare Absage: eine zu lockere Geldpolitik könne zur Blasenbildung an den Finanzmärkten und zu einer Abwertung des Yuan führen – und beides gelte es zu vermeiden. Damit bleibt Peking bei der bisherigen Politik von Geldpspritzen in die Banken – so wie heute Nacht die eher bescheidene Summe von 10 Milliarden Yuan.

Im Januar war die Kreditvergabe in China massiv gestiegen. Bankenkreise hatten gestern berichtet, dass entgegen der Erwartung auch im Februar die Kreditvergabe auf sehr hohem Niveau sei. Wohl aus diesem Grund hat die Notenbank heute beschlossen, für einige (vor allem regionale) Banken die Mindestanforderungen bei der Kreditvergabe zu erhöhen. Ohne die Namen der betroffenen Institute zu nennen, gelte dies für jene Banken, die die Kreditvergabe zuletzt stark erhöht hätten, so die People´s Bank of China. Man wolle, so Wang Yong von der PBOC, vermeiden, dass die Kreditvergabe zu stark steige, während die Nachfrage nach Krediten in der Wirtschaft faktisch sinke.

Peking ist vor allem darüber besorgt, dass das erklärte (planwirtschaftliche) Ziel eines Abbaus von Überkapazitäten in Branchen wie Kohl, Eisenerz, Stahl etc. durch den Trend zur verstärkten Kreditvergabe in Gefahr geraten könnte. Dabei hatte Peking zum Jahresende 2015 die Banken ermuntert, zur Konjunkturbelebung wieder verstärkt Kredite zu vergeben – was dann ja auch faktisch geschehen war. Nun also versuchen die Machthaber im Reich der Mitte genauer hinzusehen und jene Kreditvergabe zu unterbinden, die unerwünscht ist (also an Branchen mit Überkapazitäten).

Gleichzeitig versucht Peking, die ökonomische Lage so rosig darzustellen wie möglich. In einem heute Nacht erschienen englischspachigen Artikel, der sich offenkundig an das Ausland richtet, weist die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua alle Prognose einer harten Landung für Chinas Wirtschaft zurück. Man müsse sich nur das reale Bild in Chinas Einkaufszentren, Kinos, Restaurants und auf dem Arbeitsmarkt ansehen, so der Bericht, um zu erkennen, dass die Wirtschaft nicht im Abschwung sei. Zwar gebe es durchaus Überkapazitäten in der Wirtschaft, doch würden die daher notwendigen Reformen die Arbeitslosigkeit nicht weiter erhöhen.

Also alles gut in China – wir haben es ja schon immer geahnt!



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