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China – der erste Dominostein, der fällt!

Fast müßig zu erwähnen: der chinesische Yuan ist auch heute Nacht weiter gefallen und überschritt dabei die von geschichtsbewussten Tradern als „Maginot-Linie“ bezeichnete 6,20er-Grenze.

Vieles, was China derzeit erlebt, erinnert fatal an die Asienkrise der 90er-Jahre: billiges Geld fließt in Unternehmen, eine sich permanent selbst verstärkende Kreditexpansion erzeugt die Ausbildung einer Immobilienblase – Hauptsache Wachstum. Dann die Erkenntnis, dass das Wachstum auf heißer Luft gebaut ist – mit einem lauten Knall entweicht die Luft aus der Blase.

Alleine in den letzten fünf Jahren flossen Kredite in Höhe von 16 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft – das ist ca. doppelt soviel Kredit-Geld, wie China in seiner mehr als fünftausendjährigen Geschichte produziert hat!

Und wohin floss dieses Geld? In überwiegend sinnlose Infrastruktur-Projekte – allein die Bauwirtschaft erwirtschaftet in China mehr als die Hälfte des BIP. Besonders beliebt auch der Wohnungsbau, der zur Entstehung von regelrechten Geisterstädten geführt hat. Meist handelt es sich um Rohbauten, weil die Käufer auf weiter steigende Preise warten, bevor sie die Immobilie dann weiterverkaufen. Für den Innenausbau der Immobilie fehlte da schon oft die nötige Liquidität.

In den Schwellenländern insgesamt, aber besonders in China zeigt der Trend jetzt nach unten. Chinas Regierung glaubt, durch eine bedachtere Politik die Dinge in den Griff zu bekommen  – ein von vornhinein aussichtsloses Unternehmen. Noch niemals in der Geschichte ist es Menschen oder Regierungen gelungen, Blasen geordnet zurück zu führen. Auch diesmal wird das nicht gelingen.

Was derzeit passiert, verdeutlicht folgende Grafik (von Saxo Bank; The Conference Board):

SaxoConference

Während die „entwickelte Welt“ gerade dabei ist, bei der sogenannten Total Factor Productivity (eine Kennzahl für Innovationen und Produktivität) in negatives Terrain abzurutschen, zeigt der Trend bei den Schwellenländern (rote Linie) noch sehr viel deutlicher nach unten. Und das hat gravierende Folgen für die Wachstumsperspektiven der nächsten Jahre. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kreditblase in China bald platzen dürfte – wie die ersten Pleiten chinesischer Unternehmen bereits ahnen lassen..



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2 Kommentare

  1. Meines Wissens hat China etwa ein gleich hohes BIP, sprich verhältnismäßig weniger Schulden als die meisten EU-Länder. Und das meiste davon ist inland.

    Von dieseer „Kreditblase“ höre ich seit Jahren im Monatstakt, das ist Nonsens.

    Wachstum wird sich jetzt eher innerhalb von BRICS materialisieren. Das heißt, sofern den USA die endgültige Unterwerfung der EU bis dahin nicht gelingt (siehe z.B. Leap2020.eu, die erklären es sehr treffend im aktuellen Bericht).

  2. Achja, es gibt Gerüchte, dass die Landbevökerung massiv in die Städte umgesiedelt wird, angeblich auch gewaltsam. Sollte was dran sein, würde es zumindest den Bau dieser Phantomstädte erklären.

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