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China: Devisenreserven mit größtem Monatsrückgang der Geschichte

FMW-Redaktion

Chinas Devisenreserven sind im September auf Monatsbasis so stark geschrumpft wie noch nie. Das zeigen heute veröffentlichte Daten der chinesischen Notenbank People´s Bank of China. Demnach sind die Devisenreserven der Zentralbank im September um 761,28 Milliarden Yuan gefallen (119,7 Milliarden Dollar). Damit sind Chinas Devisenreserven den vierten Monat in Folge rückläufig. Insgesamt verfügt das Reich der Mitte nun nur noch über 25,82 Billionen Yuan an Fremdwährungsreserven.

Die Zahlen der People´s Bank of China zeigen dabei zweierlei: erstens muß Peking den Yuan weiter stark stützen, indem man ausländische Investments verkauft – hier insbesondere US-Staatsanleihen, aber auch Staatsanleihen Deutschlands. Und zweitens: die Zahlen deuten auf eine anhaltende Kapitalflucht aus China hin, die mit dem Verkauf von Fremdwährungen durch die Notenbank und durch Geschäftsbanken kompensiert werden muß.

Die vor allem von den Amerikanern krisisierte Abwertung des Yuan durch die Notenbank im August war daher wohl die einzige Alternative für Peking – es geht weniger um die Stimulierung der chinesischen Exporte, als vielmehr um die Anerkennung von Realitäten. Der vermeintlich freie Yuan-offshore-Markt in Hongkong hatte den Yuan bereits seit Monaten schwächer gehandelt als am innerchinesischen onshore-Markt. Auffällig ist, dass Peking nun vor allem seine Stützungsmassnahmen am offshore-Markt in Hongkong betreibt durch Dollar-Verkäufe, um den vermeintlich noch freien Markt im Sinne seiner Währungspolitik zu manipulieren und so den Yuan in gewünschtem Sinn zu „managen“.



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2 Kommentare

  1. Naja, noch haben sie 4050 Milliarden Dollar im Sparstrumpf. Ich könnte eine Reihe von Staaten aufzählen, die in der Situation nicht unglücklich wären.

    1. …solange diese noch etwas Wert sind – aber Moment mal: das sind sie ja eigentlich gar nicht. *husch-und-weg* damit :-)

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