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Spanungen zwischen China und Großbritannien China droht britischem Kernkraftwerk Hinkley Point mit dem Aus

China Kernkraftwerk Hinkley Point

Die staatliche chinesische China General Nuclear Power Corp (CGN) hat Berichten zufolge ihre Finanzierungsbeiträge für das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C gestoppt. Diese Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Kostenüberschreitungen und angespannter Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und China.

China und das Kernkraftwerk Hinkley Point: Kostenexplosion und politischer Druck

Die voraussichtlichen Kosten für das Projekt Hinkley Point C sind von ursprünglich geschätzten 18 Milliarden Pfund (ca. 21 Milliarden Euro) auf 33 Milliarden Pfund (38,2 Milliarden Euro) gestiegen. CGN, dass einen Anteil von 33,5% an dem Projekt hält, hatte sich bereit erklärt, diesen Anteil an den gestiegenen Kosten zu übernehmen. Das Unternehmen hat jedoch in den letzten Wochen keine Zahlungen im Zusammenhang mit den Kostenüberschreitungen geleistet. Schon Im Februar diesen Jahres hatte EDF davor gewarnt, dass CGN eventuell die zusätzlichen Zahlungen nicht leisten wird.

Diese Entwicklung hat EDF, das französische Unternehmen, das Mehrheitsaktionär von Hinkley Point C ist, in eine schwierige Lage gebracht. EDF hatte bereits davor gewarnt, dass CGN seinen finanziellen Verpflichtungen aufgrund der steigenden Kosten und Verzögerungen nicht nachkommen könnte. Ursprünglich sollte das Projekt 2025 fertiggestellt werden. Mittlerweile gehen die Planungen davon aus, dass es nicht vor 2028 in Betrieb gehen kann. Jetzt, da CGN tatsächlich die Zahlungen eingestellt hat, sucht EDF händeringend nach Möglichkeiten, den Fehlbetrag zu decken.

Britische Regierung verweigert Hilfe

Die britische Regierung hat angedeutet, dass sie EDF keine finanzielle Unterstützung gewähren wird.3 Diese Haltung spiegelt die wachsende Besorgnis des Vereinigten Königreichs über Chinas Beteiligung an kritischen Infrastrukturprojekten wider.

Die finanziellen Auswirkungen der Entscheidung der China General Nuclear Power Corp. (CGN), die Finanzierung für das britische Kernkraftwerk Hinkley Point C auszusetzen, wirken über das unmittelbare Schicksal des Projekts hinaus und werfen einen Schatten auf die breitere politische Landschaft und verschärfen die Prüfung der Beteiligung Chinas an der britischen Infrastruktur.

Die wachsende Besorgnis über die sicherheitspolitischen Auswirkungen der zunehmenden Präsenz staatlich unterstützter chinesischer Unternehmen in der kritischen Infrastruktur des Vereinigten Königreichs ist seit Jahren ein schwelender Unterton. Die jüngsten Maßnahmen der britischen Regierung, darunter der Ausschluss von Huawei aus dem 5G-Netz des Landes und die Zahlung an CGN für den Ausstieg aus dem Sizewell-C-Projekt, Vorwürfe der chinesischen Spionage im Königreich, die Anprangerung der Menschenrechtssituation in Hongkong, spiegeln eine härtere Haltung gegenüber dem wachsenden Einfluss Chinas wider.

Diese eskalierenden Spannungen unterstreichen das komplexe Zusammenspiel von Energiesicherheit, wirtschaftlichen Interessen und nationaler Sicherheit im Kontext der Beziehungen zwischen China und Großbritannien. Der Wunsch Großbritanniens nach zuverlässigen und erschwinglichen Energiequellen kollidiert mit der wachsenden Besorgnis über Chinas geopolitische Ambitionen und Menschenrechtsverletzungen.
Die Entscheidung der CGN, die Finanzierung von Hinkley Point C einzustellen, wirft einen Schatten auf die Zukunft des Projekts. Das Projekt wurde bereits von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen geplagt, und diese jüngste Entwicklung könnte den Fertigstellungstermin des Projekts weiter hinausschieben und die Gesamtkosten erhöhen.

Rückschlag für Großbritannien und China

Die Auswirkungen dieser Situation verdeutlichen die Komplexität der internationalen Zusammenarbeit im Kernenergiesektor. Das Vereinigte Königreich, das seine Kernenergiekapazitäten ausbauen möchte, um seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, steht nun vor großen Herausforderungen bei der Sicherung der Finanzierung seiner Kernenergieprojekte. China, das sich zu einem wichtigen Akteur in der globalen Atomindustrie entwickelt hat, wird von westlichen Regierungen wegen seiner Sicherheitspraktiken zunehmend kritisch beäugt.

Die Zukunft von Hinkley Point C und der breiteren Kernenergiestrategie des Vereinigten Königreichs bleibt ungewiss. Die britische Regierung wird einen Weg finden müssen, um sicherzustellen, dass diese Projekte fortgeführt werden können, ohne EDF oder den Steuerzahler finanziell zu sehr zu belasten. Gleichzeitig wird sie ihre Sicherheitsbedenken mit dem Bedarf an erschwinglichen und zuverlässigen Energiequellen in Einklang bringen müssen. Die Situation bei Hinkley Point C unterstreicht die Herausforderung, diese konkurrierenden Interessen im Kontext der Beziehungen zwischen Großbritannien und China zu steuern.



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7 Kommentare

  1. m.M.n. – Ich denke folgende Informationen würden dem Artikel noch gut tun:
    1. Auch die anderen Kernkraftwerksprojekte wie Wylfa und Cumbria durch Toshiba und Hitachi (keine Chinesen ;-)) wurden schon aufgegeben. Hinkley Point-C1/C2 ist das letzte noch bestehende Kernkraftwerksprojekte in GB.
    2. Die Chinesen sagen sich, das sie lieber den Gesichtsverlust hinnehmen, anstatt schlechtem Geld noch weiteres gutes Geld hinterher zu werfen.
    3. Als das Projekt 2013 beschlossen wurde hatte China ein anderes/besseres Verhaltnis zu GB und das Wissen was sie haben wollten/bekommen haben, brauchen sie heute nicht mehr.
    4. Der Ausstieg ist legal und korrekt, da die Chinesen sich bei Kostenexplosion einen Ausstieg in die Verträge schreiben lassen haben.
    5. Das Kraftwerk wurde mit 100 Mrd. € durch Großbritannien subventioniert, da sind die Baukosten „momentan noch“ ein Witz. Das entspricht 14Cent/kWh, dabei hat GB Wind ohne Ende für Stromgestehungskosten unter 10Cent/kWh und KKW’s bieten nur eine Grundlast und sind nicht flexibel.
    6. China und GB brauchen KKW’s für ihr Militär, Problem ist das Letzte KKW wurde vor 28!!! Jahren in GB in Betrieb genommen. Die Sch*** ist am dampfen ;-).
    7. GB hat den Betreibern eine Obergrenze für die Entsorgungskosten am Ende der Betriebszeit zugesichert, was lange Zeit geheim war.

    My 50Cents

    p.s. Habe ich mir nicht ausgedacht, kann man quasi fast alles hier nach lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Hinkley_Point

  2. Huch, und ich dachte, die Kernkraft sei auf dem Vormarsch. Jetzt sind alle AKWs in GB gestoppt oder stehen kurz davor. In den USA wurden gerade 5 AKWs gestoppt.In Frankreich wird seit 2007 am einzigen AKW gebaut und ist noch nicht fertig. Und EDF darf es gleich umbauen.
    Und dann gehen dieses Jahr gleich 3 Windparks an den Start, die weniger kosten, schneller fertig sind und ein AKW der Leistung nach ersetzen.
    chapeau, Kernkraft.

    1. Zappelstrom Kann keine Grundlast ersetzen.

      https://www.euractiv.de/section/energie/news/atomkraft-schweden-und-frankreich-verstaerken-zusammenarbeit/

      Atomkraft wird den Planeten retten.

      1. @Atomkraft ja bitte!
        Zappelstrom braucht auch keine Grundlast, sondern Residuallast.

        Wenn sich Schweden nun das gleiche finanzielle und zeitliche Desaster antun will, wie Finnland, UK und Frankreich selbst, nur zu! Solange die alle keine anderen Probleme und genügend Milliarden im Säckel haben, warum nicht?

        „Atomkraft wird den Planeten retten.“ Warten wir einmal ab, was der Planet nach dem nächsten INES 6 oder 7 Desaster von seinem Retter hält.

        1. Besser ein finanzielles Desaster, als Kohle oder Gas zu verstromen, was auch ein noch viel größeres finanzielles Desaster bewirkt.

        2. Finnland hat kein finanzielles Desaster mit seinem Kernkraftwerk Die finden finden es toll – nur die Deutschen nicht. Wer ist wichtiger ?
          Die finanzielle Last für Okiluoto hatte Areva getragen weil die – möchtes sagen – dummerweise in Inklusivangebot gemacht haben. Die Änderungen, Verzögerungen und auch Pannen musste alles Areva tragen.
          Für Finnland war das ein gutes Geschäft. Aber erklär das mal den Antikernkraftschreibern hier, die wollen es immer noch nicht glauben. Vor allem sind die Finnen und neuerdings auch die Grünen sehr stolz auf ihren KKW Zubau und auch, dass sie ein Endlager haben.
          Aber klar, dann spinnen die Finnen eben, wenn sie deutscher Grün-Expertise nicht glauben wollen.

          1. Das finanzielle Desaster in Frankreich ist schon mal eine Schlagzeile wert.

            Da wird von den grünversifften Medien schon das Ende des Billigstrom in Frankreich gefaselt.

            https://www.fr.de/wirtschaft/atomstrom-ende-billigstrom-frankreich-paris-verteuert-92726554.html

            Der Preis erhöht sich um 67% …67%!!!!! 😯

            In Cent Ausgedrückt von 4,2 auf 7 Cent pro kWh 😂 Oh mein Gott, Frankreich ist erledigt.

            Und dann wird über eventuell und natürlich zu erwartende Mehrkosten für den Bau von Atomkraftwerken gefaselt…….

            Echt jetzt…..

            Als ob die Errichtung in Zeiten der Inflation für egal was günstiger werden würde. Fast jedes Projekt wird den vorher kalkulierten Rahmen sprengen (Selbst der Bau von Windkraftanlagen wird teurer als bisher).

            Fehlt nur noch das man die Kosten von 7 Cent den Erzeugungskosten von Windrädern oder PV Anlagen gegenüberstellt.
            Obwohl natürlich jedem klar sein sollte, dass die Kosten für ein kWh Atomstrom den Kosten für ein kWh erzeugten Strom aus Residulallastkraftwerken (im wesentlichen sind das Kohle und Gaskraftwerke) gegenüberzustellen ist.

            Und dann kommt natürlich wieder das Argument der Grünen, dass doch Atomkraftwerke nicht regelbar wären.

            Aber das müssen die auch garnicht sein !

            Es wird (wie schon jetzt) Tage geben, da produzieren Windkraftanlage und PV Anlagen und Atomkraftwerke mehr Strom als benötigt wird, den man dann zur Wasserstoffherstellung nutzen könnte.

            Aber nur eine konstante Stromquelle würde einen betriebswirtschaftlichen sinnvollen Dauerbetrieb von Wasserstofferzeugern ermöglichen und nur an den Tagen wo Wind und Sonne nicht ausreichen werden, decken Atomkraftwerke dann einen größeren Teil der benötigten Strommenge.

            Der Anteil von teuren und höchstflexiblen Gaskraftwerken könnte niedrig bleiben.

            Nicht einmal die Amerikaner sind so blöd nur auf Gaskraftwerke oder schlimmer noch Kohlekraftwerke als Residullastkraftwerke zu setzen, obwohl sie genug Frackinggas dafür produzieren könnten.

            Ist ja auch lukrativer, das an ideologische Wirtschaftslenker zu hohen Preisen zu verkaufen. 🤣

            Das macht zumindest Amerika „Great Again“! 👏

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