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China und Russland: Pipeline verzögert sich weiter

Die Gas-Pipeline zwischen Russland und China verzögert sich weiter. Hier dazu ein Blick auf aktuelle Entwicklungen.

Russland China Pipeline verzögert sich

Die geplante Gaspipeline “Power to Siberia 2”, das russische Erdgas aus Sibirien nach China transportieren soll, steht vor weiteren Verzögerungen, da die Mongolei, durch deren Territorium die Pipeline verlaufen soll, Bedingungen stellt. Derweil brechen die Einnahmen Russlands aus dem Ölexport stärker ein als der Marktpreis.

Pipeline zwischen Russland und China: Mongolei stellt weitere Bedingungen

Nachdem es Ende letzten Jahres bereits Streitigkeiten zwischen China und Russland über die Baukosten und Entgelte für die geplante Gaspipeline „Power to Siberia 2“ gegeben hatte, droht der Bau sich weiter zu verzögern. Dies sagte der mongolische Ministerpräsident Oyun-Erdene Luvsannamsrai laut Berichten. Zwar sei die Machbarkeitsstudie abgeschlossen und der Baubeginn für 2024 geplant, doch gebe es noch offene Fragen über die endgültige Route der Pipeline, die durch mongolisches Territorium verlaufen soll. Luvsannamsrai betonte, dass die Pipeline keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die nationale Sicherheit der Mongolei haben dürfe. Er forderte, dass die Pipeline den Schutz der natürlichen Ressourcen und der biologischen Vielfalt gewährleisten müsse. Er bestand auch darauf, dass die Pipeline keine Bedrohung für die territoriale Integrität der Mongolei darstellen dürfe.

Die Mongolei hat sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen, da es ihr wirtschaftliche Vorteile und eine stärkere Anbindung an ihre beiden Nachbarn bringen würde. Im Jahr 2019 unterzeichneten Russland und die Mongolei eine Absichtserklärung, um die Machbarkeit des Projekts zu prüfen. Die mongolische Regierung steht jedoch vor einem schwierigen Balanceakt, bei dem sie die Interessen aller beteiligten Parteien berücksichtigen muss. Sie muss sowohl die wirtschaftlichen Chancen als auch die politischen Risiken des Projekts abwägen – und darüber hinaus die möglichen Reaktionen der internationalen Gemeinschaft auf die Zusammenarbeit mit Russland und China in einem sensiblen Bereich wie der Energieversorgung bedenken.

Russland: Einnahmen aus Rohstoffexporten sinken weiter

Die Pipeline „Power to Siberia 2“ ist für Russland von strategischer Bedeutung, da es seine Energieexporte nach Asien diversifizieren muss, denn Europa wird seinen Gasbedarf immer weniger aus Russland decken. Für Bulgarien endet im März seine Ausnahmegenehmigung, aus Russland Gas zu beziehen. Laut der monatlichen Auswertung des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) waren Russlands monatliche Einnahmen aus fossilen Brennstoffexporten im Dezember 2023 auf ihrem zweitniedrigsten Stand seit der Invasion der Ukraine, mit einem Wert von 663 Millionen Euro pro Tag. Dies ist ein Rückgang von 8% im Dezember im Vergleich zu November 2023. Besonders signifikant war der Rückgang bei den Exporten nach Indien um 11%, da Indien Schwierigkeiten hatte, Russland für sein Öl und Gas zu bezahlen, da es von den internationalen Finanzsystemen abgeschnitten ist. Indien hat versucht, seine Öl- und Gasgeschäfte in seiner lokalen Währung, der Rupie, abzuwickeln, aber das ist nicht immer möglich oder vorteilhaft. Zudem hat Indien auch seine eigene Gasproduktion und den Import aus anderen Quellen erhöht, was seinen Bedarf an russischem Gas verringert.

Insgesamt sanken die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft im Dezember um 12%. Das ist deutlich mehr, als die 4%, die der Ölpreis für die Sorte Brent im Dezember nachgab. Die Sanktionen, bestehend aus einem weitgehenden Lieferstopp aus Russland in den Westen, einer Preisobergrenze von 60% auf Öl, was offiziell versichert wird und dem Ausschluss aus dem SWIFT-System, haben somit durchaus einen signifikanten Einfluss auf die Einnahmen Russlands, auch wenn sie weniger hoch sind, als sich so mancher wünscht.



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2 Kommentare

  1. Bei der Verzögerung von Großprojekten muss man nun nicht nach Russland oder China schauen.
    Es gäbe eine ganze Reihe von Projekten in Deutschland, bei denen sich nicht nur der Preis verdoppelt hat, sondern auch die Bauzeit. Und das lag nicht daran, weil andere Staaten sich quer gelegt haben.

    1. @Hemut52 Was glauben Sie, womit die Verzoegerung bei dem Pipeline-Projekt zu tun hat? Mit „Planungsschwierigkeiten“ oder wohl eher damit, dass jetzt auch die Mongolei aufmuckt und Forderungen an Russland stellt?

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