Anleihen

China versucht Märkte zu beruhigen: durch mehr Bürokratie!

FMW-Redaktion

Nach den Turbulenzen an Chinas Finanzmärkzen zeigt Peking neuen Aktivismus und will den Märkten signalisieren, dass man die Lage noch im Griff habe. So wurde heute bekannt, dass eine neue Abteilung geschaffen werden soll, um sowohl die Finanzmärkte als auch die Wirtschaft zu koordinieren – dadurch soll die Zusammenarbeit zwischen den Finanz-Regulatoren und den Wirtschafts-Regulatoren offenkundig verbessert werden. Faktisch aber bedeutet das wohl: noch mehr Bürokatie, noch mehr Überregulierung.

Dazu soll das dem Staatsrat (China State Council) unterstellte Amt vor allem Daten lokaler Ämter sammeln und zusammenfassen. Die neue Behörde wird offenkundig vom Vize-Chef der Agricultural Bank of China, Li Zhenjiang, geleitet, der nach Angaben von Insidern bereits das Amt in der letzten Woche angetreten hat.

Mit der neuen Behörde gibt Peking indirekt zu, dass das Management der Finanzmärkte wie auch die ökonomische Abkühlung ein immer drängenderes Problem ist, das die Autorität der Machthaber untergraben könnte. Noch aber ist unklar, wie machtvoll das neue Amt wird, da – wie praktisch in allen Diktaturen – ein ausuferndes Geflecht rivalisierender Behörden in China besteht (weshalb Dikaturen, entegegen einer weit verbreiteten Meinung, grundsätzlich ineffektiv sind!). So leitet etwa Staatschef Xi Xinping persönlich eine Behörde, die sich mit der Finanzpolitik beschäftigt. Hinzu kommt, dass alleine für Anleihen drei verschiedene Behörden zuständig sind: eine für Staatsanleihen (Notenbank PBOC), eine andere für Unternehmensanleihen börsengelister Unternehmen (China Securities Regulatory Commission), eine andere für Anleihen nicht börsengelisteter Unternehmen (National Development and Reform Commission). Laut Angaben von Insidern sollen nun zeitnah diese Funktionen zusammen gefaßt werden – wann und wie ist aber noch unklar.

Unterdessen hat der Chef der chinesischen Notenbank, Ma Jun, betont, dass die Notenbank besonderes Augenmerk darauf richte, den Yuan gegenüber dem kürzlich eingeführten Währungskorb stabil zu halten, währen die Volatilität zum US-Dollar in beide Richtungen zunehmen könne. Zuvor hatte die Notenbank immer wieder betont, dass – trotz der Abwertung zum US-Dollar – die chinesische Währung sich weitgehend stabil halte zu diesem Währungskorb. Das dürfte ein weiterer Schritt Pekings sein, den Yuan mehr und mehr zu entkoppeln von der amerikanischen Währung. Allerdings, und das ist wohl das große Problem der Machthaber, ist diese neue Stoßrichtung nicht wirklich klar kommuniziert worden, sodaß die Abwertung des Yuan zum US-Dollar die Märkte stark verunsichert hatte.



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