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Condor erhält 550 Millionen Euro vom Staat – Milliarden für Lufthansa?

Eine Condor Maschine

Und es kommt wie erwartet. Der Staat in Form von Bundesregierung und dem Land Hessen hilft der Condor mit insgesamt 550 Millionen Euro, damit der Laden nicht dicht gemacht werden muss. Condor betont immer wieder (so auch heute), dass man als operativ gesundes und profitables Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb knapp eines halben Jahres unverschuldet in Not geraten sei. Laut heutiger Mitteilung gibt es vom Staat eine Bürgschaft für ein Darlehen aus dem Corona-Schutzschild-Programm des Bundes. Condor erhält einen Kredit über 294 Millionen Euro als Corona-Hilfe sowie 256 Millionen Euro zur vollständigen Refinanzierung des Überbrückungskredits, den der Ferienflieger nach der Insolvenz von Thomas Cook für den vergangenen Winter erhalten hatte.

Zitat aus der Veröffentlichung von Condor:

Der Condor Flugbetrieb ist damit gesichert. „Condor ist als operativ gesundes und profitables Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb knapp eines halben Jahres unverschuldet in Not geraten – einmal durch Thomas Cook und dann durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wir sind der Bundesregierung und der Hessischen Landesregierung sehr dankbar für ihre Unterstützung und bedanken uns auch bei all unseren Kunden, Partnern, Dienstleistern und Unterstützern für ihren Zuspruch und Ihr Vertrauen“, so Ralf Teckentrup, CEO von Condor. „Insbesondere die Condorianerinnen und Condorianer sind in den letzten Monaten über sich hinausgewachsen und haben das Vertrauen, was in uns gesetzt wurde, mehr als erfüllt. Auch wenn die kommende Zeit, vor allem als Fluggesellschaft, eine Herausforderung wird, sind wir zuversichtlich, dass wir durch den Einsatz, das Engagement und die Leidenschaft eines jeden Einzelnen das in uns gesetzte Vertrauen weiterhin erfüllen werden.“

Millionen für Condor – Milliarden für die Lufthansa?

Tja, und die Lufthansa? Irgendwann diese Woche wird vermutlich die Info kommen, dass der Staat einen Milliardenbetrag bereit stellt, um die Lufthansa durch die Krise zu bringen. Als Kredit, als Eigenkapital… man wird sehen. Dass etwas passieren muss, ist offensichtlich. Denn die Quartalszahlen vom letzten Freitag brachten einen Milliardenverlust, und die Aussicht auf noch viel schlimmere Zahlen im aktuell laufenden 2. Quartal. Die Gerüchteküche brodelt derzeit über die Details, und wann es soweit ist (siehe beispielsweise hier oder hier). Wichtig könnte auch werden, ob der Staat als möglicher Anteilseigner über Aufsichtsrat oder Vorstand Einfluss auf die tatsächliche Geschäftstätigkeit nehmen will. Denn zum Beispiel wäre es dem Steuerzahler schwer beizubringen, dass die Lufthansa in ein oder zwei Jahren wieder Dividende zahlt, obwohl die Staatsanteile noch nicht wieder verkauft sind? Oder dass zum Beispiel satte Gehälter wie bei den Bankern in der Finanzkrise gezahlt werden, während die Lufthansa nur dank Steuergeldern weiter lebt. Die Regierung wird solche Szenarien sicherlich vermeiden wollen.



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