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Bank of Japan: Es gibt keine Grenzen mehr – Vorbild für die EZB?

Claudio Kummerfeld

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am

Die Frage konnte man sich eh schon seit Jahren stellen, aber jetzt erst recht. Sind die Maßnahmen der Bank of Japan (BoJ) das Vorbild für die EZB? Noch ist das Zukunftsmusik? Aber man sieht ja. So rasant wie der Geldbedarf in Coronazeiten ist, kommen die Notenbanken kaum noch hinterher mit ihren Orgien. Immer mehr Geld (virtuell) drucken, immer mehr Staatspapiere aufkaufen. Ein Programm jagt das nächste. Die Bank of Japan gilt seit Jahren als Vorreiter und gigantischer Aufkäufer von Anleihen und auch anderen Assets. So hält die BoJ bereits gut die Hälfte aller japanischen Staatsanleihen, und sie hat mit großen Summen ETF für japanische Aktien aufgekauft. Spötter am Kapitalmarkt sagen, die Bank of Japan sei dabei nach und nach den gesamten japanischen Kapitalmarkt aufzukaufen.

Bank of Japan legt nochmal kräftig nach

Die EZB gab erst letzte Woche bekannt nun auch Schrottanleihen zu als Sicherheit zu akzeptieren. Und heute kommt die offizielle Mitteilung der Bank of Japan, dass sie nun keine Grenzen mehr kennen will (vereinfacht ausgedrückt). Es kann unbegrenzt aufgekauft werden. Man hat sein bislang selbst gesetztes jährliches Ziel für Aufkäufe im Wert von 80 Billionen japanischen Yen aufgegeben. Das ist wie bei Fed, EZB und den anderen Notenbanken eine Besonderheit. Man ist zwar eine vom Staat initiierte und beauftrage Institution, braucht aber laut Satzung von niemandem Anweisungen entgegenzunehmen. Man stellt seine Regeln einfach selbst auf. Und passen die nicht mehr, dann ändert man die Regeln einfach.

Der Fairness halber muss man sagen: Die Bank of Japan braucht derzeit deutlich weniger als 80 Billionen Yen um die Zinsen für Staatsanleihen um die Null Prozent halten zu können. Es ist eine deutlich geringere Summe. Dennoch ist es ein bemerkenswerter Schritt, quasi den Aufkauf völlig freizugeben. Will man jetzt außerplanmäßig in 2020 eine dramatisch große Summe aufkaufen, und muss dafür seine Regeln beiseite wischen? Die Bank of Japan will nun übrigens auch Privatschulden als Sicherheit von Banken akzeptieren! Wird auch das womöglich ein Vorbild für die EZB? Was noch? Neben dem kompletten Limit-Aufheben bei Staatsanleihen hat man das Limit für das Halten von kurz laufenden Geldmarktpapieren und Unternehmensanleihen deutlich angehoben. Man erhöht seine eigenen Kaufziele um 650 Prozent auf jeweils 7,5 Billionen japanische Yen.

Die Zentrale der Bank of Japan in Tokyo - Maßnahmen Vorbild für EZB?
Bank of Japan in Tokyo. Foto: Wiiii CC BY-SA 3.0

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Prognosti

    28. April 2020 08:47 at 08:47

    Wenn dann der Staat Mehrheitsaktionär der Firmen ist, bestimmen dann die Staatsangestellten die Löhne der Manager u. die Dividenden.Die Beamten werden Managern nicht mehr zehn- u.zwanzigfache Bezüge ihrer eigenen Löhne zugestehen. Somit ist dann der Aktienmarkt auch tot u.nicht mehr alternativlos.
    Die verschuldeten Staaten u.Firmen nehmen zwar di Hilfe von aussen gerne an, möchten sich aber nicht dreinreden lassen. Griechenland müsste sich auch knechten lassen, hat sich aber nur darum einigermassen erholt.

    • Avatar

      thinkSelf

      28. April 2020 09:37 at 09:37

      Ziemlich naive Ansicht. Die werden dann selbst auf die Posten setzen um dann nach einer „erfolgreichen“ politischen Karriere noch mal so richtig zu belohnen.
      In diesem Punkt ist der Sozialismus erreicht und sie können sch schon mal auf einen Lebensstandard wie in Venezuela einstellen.

  2. Avatar

    thinkSelf

    28. April 2020 09:32 at 09:32

    „Spötter am Kapitalmarkt sagen, die Bank of Japan sei dabei nach und nach den gesamten japanischen Kapitalmarkt aufzukaufen.“

    Wieso Spötter?

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Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

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Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

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Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

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In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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