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Continental baut ca 5.000 Arbeitsplätze ab – aktuelle Mitteilung

Jobabbau in der Industrie - Probleme bei Elektroautos.

Continental Logo

Tesla und BYD machen deutschen Herstellern bei Elektroautos zunehmend Probleme. Die deutsche Autoindustrie produziert hierzulande seit Jahren weniger, die Industrie insgesamt kämpft mit verschiedenen Problemen, die zusammen einen gefährlichen Mix ergeben. Heute nun eine Meldung vom großen Zulieferer Continental: Eine genaue Zahl wird nicht genannt, aber Continental spricht von einem „mittleren vierstelligen Bereich“ beim anstehenden Abbau von Arbeitsplätzen. Das Unternehmen will Geld einsparen und Strukturen neu ordnen.

Continental mit Arbeitsplatzabbau, Einsparungen, Straffung von Strukturen

Hier die aktuelle Mitteilung des Unternehmens im Wortlaut: Continental hat weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmensbereichs Automotive beschlossen. Dazu vereinfacht und verschlankt der Bereich Geschäfts- und Verwaltungsstrukturen. Mit den geplanten Maßnahmen in den Verwaltungsstrukturen avisiert Continental die Kostenseite um jährlich 400 Millionen Euro zu entlasten. Der volle Umfang soll ab 2025 erreicht werden. Die Kostenentlastung soll über ein Spektrum von Maßnahmen über alle Teile und Ebenen der Organisation erreicht werden. Wie viele Arbeitsplätze genau betroffen sind, steht daher noch nicht abschließend fest. Die Zahl dürfte aber voraussichtlich im mittleren vierstelligen Bereich liegen. Continental plant, alle Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Automotive prüft aktuell zudem zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz bei Forschung und Entwicklung. Ein umfassendes Strategie-Update des Unternehmensbereichs erfolgt im Rahmen des Kapitalmarkttags von Continental am 4. Dezember 2023. Zur Straffung der Geschäftsstruktur von Automotive wird das Geschäftsfeld Smart Mobility aufgelöst. Der Unternehmensbereich wird in Zukunft in fünf statt bisher sechs Geschäftsfeldern gebündelt. Die künftigen Geschäftsfelder sind: Architecture and Networking, Autonomous Mobility, Safety and Motion, Software and Central Technologies sowie User Experience.

„Unser Ziel ist ein nachhaltig profitabler Unternehmensbereich, der aus eigener Kraft Investitionen in seine Zukunft tätigen kann. Mit der Bündelung unserer Struktur bringen wir Technologielösungen in die Geschäftsfelder ein, wo wir Synergien sehen. So können wir noch besser auf Marktanforderungen eingehen“, erläutert Philipp von Hirschheydt, Continental-Vorstandsmitglied und Leiter des Unternehmensbereichs Automotive.

„Diese ersten Maßnahmen sind wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Automotive-Bereichs zu stärken. Wir werden sie jetzt Schritt für Schritt konsequent angehen und weiter umsetzen. Strukturen zu vereinfachen und Funktionen zu reduzieren, ist wesentlich für unsere erfolgreiche Zukunft. Wir sehen uns daher alle Funktionen und Prozesse vom Vertrieb über Forschung und Entwicklung bis zur Produktion ergebnisoffen an, um Effizienz und Effektivität signifikant zu verbessern. Zur Identifizierung geeigneter Maßnahmen nehmen wir auch Gespräche mit den Sozialpartnern auf.“

Teile des bisherigen Geschäftsfelds Smart Mobility werden im Zuge einer Übergangsphase im Jahr 2024 anhand natürlicher Schnittmengen in andere Geschäftsfelder innerhalb Automotives neu zugeordnet und geführt. Im Fokus der neuen Zuordnung stehen drei Geschäftsaktivitäten: Nutzfahrzeugelektronik und Dienste für das Management von Nutzfahrzeugflotten, Aktuatoriklösungen für Pkw, beispielsweise Tür- oder Schiebedachsteuerungen, sowie das Pkw-Ersatzteilgeschäft.

Einordnung

Dazu schreibt Bloomberg aktuell: Die Continental AG wird weltweit tausende von Arbeitsplätzen abbauen, um die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Automobilsparte zu stärken. Der Stellenabbau ist Teil eines Plans zur Senkung der jährlichen Kosten um 400 Millionen Euro, teilte der Hersteller von Autoteilen und Reifen aktuell mit. Die genaue Zahl der Stellenstreichungen steht noch nicht fest, dürfte sich aber im „mittleren vierstelligen Bereich“ bewegen, heißt es in der Erklärung.

Zuvor hatte das Manager Magazin berichtet, dass das Unternehmen den Abbau von 5.500 Stellen plant – 1.000 davon in Deutschland. Continental kündigte an, seine Smart-Mobility-Sparte aufzulösen und will auf seinem Kapitalmarkttag im nächsten Monat ein umfassenderes Update geben. Die Aktien stiegen in Frankfurt um bis zu 1,8%. Continental ist in diesem Jahr um rund 15% gestiegen.

Continental kämpft darum, den Rückgang der Rentabilität seiner Automobilsparte aufzuhalten, die im Zuge der Umstellung der Branche auf Elektrofahrzeuge ins Hintertreffen geraten ist. Wie mit den Gesprächen vertraute Personen sagten, erwägt das Unternehmen Optionen wie die Veräußerung des Geschäftsbereichs für autonome Mobilität oder die Einladung von Partnern, sich diesem anzuschließen. Der Bereich stellt Sensoren für Fahrerassistenzfunktionen her und benötigt weitere Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

Für den geplanten Stellenabbau prüft Continental alle Funktionen und Prozesse, vom Vertrieb bis zur Forschung und von der Entwicklung bis zur Produktion, heißt es in der Erklärung. Die Geschäftsleitung nimmt auch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über die Maßnahmen auf.

Das Unternehmen hat im Jahr 2020 ein langfristiges Restrukturierungsprogramm gestartet, das den Abbau oder die Verlagerung von 30.000 Arbeitsplätzen bis zum Ende des Jahrzehnts vorsieht. Der heute angekündigte Stellenabbau erfolgt unabhängig von diesem Plan und zielt darauf ab, Kosten- und Wettbewerbsprobleme in der Automobilsparte anzugehen, die in diesem Jahr eine bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3 % und mittelfristig 6 bis 8 % anstrebt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte der Bereich eine bereinigte EBIT-Marge von 1 %.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. War nicht anders zu erwarten. Peu á peu werden die Meldungen kommen.
    Ist auch eine Methode dem Facharbeitermangel entgegenzuwirken.

    1. @ottonorma

      1.000 Arbeitsplätze in Deutschland dürften verkraftbar sein. Wahrscheinlich geht die Hälfte davon ohnehin bis 2025 in Rente 😉

      1. Danke, welch Aufmunterung. Ich war von so etwas 2x betroffen. Einmal 3 dann 12 Monate. Ohne Rentenaussicht. Und jedesmal zuvor Eigentum gekauft.
        Außerdem haben Sie meinen Satz nicht verstanden. „Peu á peu“. Und das ist nicht der einzige Betrieb der entlässt.
        Schon wieder am schönreden und verharmlosen ?

      2. Danke, welch Aufmunterung. Ich war von so etwas 2x betroffen. Einmal 5 dann 12 Monate. Ohne Rentenaussicht. Und jedesmal zuvor Eigentum gekauft.
        Außerdem haben Sie meinen Satz nicht verstanden. „Peu á peu“. Und das ist nicht der einzige Betrieb der entlässt.
        Schon wieder am schönreden und verharmlosen ?

        1. @ottonorma

          Ich verstehe: Weil Sie 2x betroffen waren, posten Sie auch Ihren Kommentar gleich doppelt 😄

          Übrigens war ich bisher der Meinung, dass Zeiten der Nichtbeschäftigung bei Kündigung durch den Arbeitgeber auf die Rente angerechnet werden, sofern man sich arbeitslos meldet. Immerhin bezahlt die Arbeitsagentur Rentenbeiträge in Höhe von 80%.
          https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2021/210420_arbeitslosigkeit_zaehlt_auch_fuer_rente.html
          https://www.ihre-vorsorge.de/rente/allgemein-rente/was-arbeitslosigkeit-fuer-die-rente-bedeutet

          Schon wieder am Schwarzmalen und Dramatisieren?

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