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Darum geht die Zahl der Startups in Deutschland drastisch zurĂŒck, und darum verliert auch Berlin seinen Spitzenplatz

Laut einer Studie der staatlichen Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) ist die GrĂŒndung neuer Unternehmen im 2016 auf ein Rekordtief gesunken. Das hat laut KfW einen ganz einfachen Grund, der in der StĂ€rke der deutschen…

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FMW-Redaktion

Laut einer Studie der staatlichen Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) ist die GrĂŒndung neuer Unternehmen im 2016 auf ein Rekordtief gesunken. Das hat laut KfW einen ganz einfachen Grund, der in der StĂ€rke der deutschen Volkswirtschaft verankert ist. Die Logik ist nachvollziehbar. In wirtschaftlich schlechten Zeiten mit viel Arbeitslosigkeit „flĂŒchten“ viele perspektivlosen Arbeitslosen in die SelbstĂ€ndigkeit. Solche Menschen bezeichnet die KfW als „NotgrĂŒnder“.

In wirtschaftlich starken Zeiten, wo sehr viele Menschen die Chance haben in einer Festanstellung unterzukommen, werfen sie quasi das Handtuch und gehen als Arbeitnehmer in ein „geordnetes AngestelltenverhĂ€ltnis“, obwohl man das heute ja nicht mehr als Solches bezeichnen kann. Denn wer kann heute noch behaupten, dass sein AngestelltenverhĂ€ltnis auf ewig sicher ist? (ausgenommen die Beamten)

Die KfW im Originalwortlaut:

Der Arbeitsmarkt beherrscht weiterhin die GrĂŒndungstĂ€tigkeit in Deutschland: Die Anzahl der ExistenzgrĂŒnder ist im Jahr 2016 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Mit 672.000 Personen haben 91.000 weniger eine neue selbststĂ€ndige TĂ€tigkeit begonnen als im Jahr 2015. Ein Lichtblick ist die Verbesserung der strukturellen QualitĂ€t: Noch nie gab es weniger NotgrĂŒnder, noch nie war das VerhĂ€ltnis von ChancengrĂŒndern zu NotgrĂŒndern besser. Mit 115.000 Personen gehören 17% der GrĂŒnder zu den so genannten WachstumsgrĂŒndern. WachstumsgrĂŒndungen sind digitaler, innovativer und kapitalintensiver als andere GrĂŒndungen – eine gute Grundlage fĂŒr Erfolg. Der andauernde RĂŒckgang der GrĂŒndungstĂ€tigkeit ist volkswirtschaftlich mit Sorge zu betrachten. Denn fehlen heute die GrĂŒnder, leidet morgen die WettbewerbsfĂ€higkeit der Wirtschaft.

Im Jahr 2016 begannen nur noch 166.000 Menschen eine beruflich selbststĂ€ndige TĂ€tigkeit, weil sie keine bessere Erwerbsalternative hatten. Das sind 40.000 „NotgrĂŒnder“ weniger als 2015. Die gute Arbeitsmarktlage setzte auch den ChancengrĂŒndern zu: 310.000 Menschen wagten den Schritt in die SelbstĂ€ndigkeit, weil sie in ihrer Idee eine große Chance auf unternehmerischen Erfolg sehen. Weitere 196.000 Menschen machten sich aus anderen GrĂŒnden selbststĂ€ndig, etwa zur Selbstverwirklichung.

Wie kann man den Trend also im Klartext ausdrĂŒcken? Viele GrĂŒnder gehen gar nicht ernsthaft an das Thema ran, sondern sehen die SelbstĂ€ndigkeit eher als Flucht oder Ausweg vor der Arbeitslosigkeit. Die Daten der KfW-Studie zeigen vereinfacht ausgedrĂŒckt, dass die rĂŒcklĂ€ufigen Zahlen zurĂŒckzufĂŒhren sind auf rĂŒcklĂ€ufige Zahlen bei den sogenannten NotgrĂŒndern, die jetzt Jobs als Festangestellte finden können. Daher wird die Zahl der GrĂŒnder weniger, im Schnitt aber ihre QualitĂ€t besser. Die Zahl der NotgrĂŒnder habe sich laut KfW von 2010 bis 2016 halbiert.

Die Anzahl der GrĂŒnder je 10.000 erwerbsfĂ€higer Personen stieg in Hamburg im Zeitraum 2014-2016 um 7 auf 253, in Sachsen-Anhalt um 6 auf 76, in Sachsen um 9 auf 146, im Saarland um 13 auf 126. Besonders deftige RĂŒckgĂ€nge gab es in Berlin mit -26 auf 238, in ThĂŒringen mit -22 auf 118, in Hessen mit -46 auf 182. Kann man also davon reden, dass in diesen drei rĂŒcklĂ€ufigen BundeslĂ€ndern dank des Jobwunders der letzten Jahre die NotgrĂŒndungen stark zurĂŒckgingen, und daher auch die Gesamtzahl der GrĂŒnder rĂŒcklĂ€ufig war? Berlin (238 GrĂŒnder pro 10.000 ErwerbsfĂ€higer) jedenfalls verliert laut KfW seinen Spitzenplatz an Hamburg mit 253 GrĂŒndern pro 10.000. Bayern (158 / -3) und Baden-WĂŒrttemberg (131 / -12) liegen am Ende der Rankings, da es hier laut KfW bei Gebieten mit „industrieller PrĂ€gung“ fĂŒr potenziell GrĂŒndungswillige auch attraktive Jobs in der Festanstellung gibt. In Hamburg und Berlin seien Bereiche wie IT und Medien stark ausgeprĂ€gt.

Ein weiterer Auszug aus der KfW-Studie:

Seit dem Jahr 2013 hat sich der Anteil von GrĂŒndern, die sich mehr als 25.000 EUR von externen Kapitalgebern beschaffen, verdoppelt. Im Jahr 2016 war jeder zehnte GrĂŒnder mit mehr als 25.000 EUR von externen Kapitalgebern ausgestattet. „ExistenzgrĂŒndungen werden eindeutig kapitalintensiver“, sagt Zeuner. „Es ist daher umso wichtiger, dass gute GeschĂ€ftsideen der verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenigen GrĂŒnder nicht an der Finanzierung scheitern.“ Der im Vorjahr zum ersten Mal erfasste Wert zum Anteil der digitalen GrĂŒndern hat sich bestĂ€tigt: Jeder fĂŒnfte GrĂŒnder startete auch im Jahr 2016 mit einem Angebot, das nur durch den Einsatz von digitaler Technologie nutzbar ist. „Eine einmal produzierte App kann sowohl an einen als auch an 100.000 Kunden verkauft werden. Darin liegt fĂŒr viele digitale GrĂŒnder eine große Chance auf schnelleres Wachstum“.

Wer sich in weitere interessante Details zu dem Thema vertiefen möchte: Hier gehtŽs zur Studie.

Quelle: KfW

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. FR

    1. Juni 2017 19:28 at 19:28

    Nettoeinkommen x KĂŒndigungsfrist = vermeintliche „Sicherheit“ als abhĂ€ngig BeschĂ€ftigter. Nicht jeder kann und sollte selbstĂ€ndig sein – andererseits – WAS ist heute schon noch wirklich sicher 🙂

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Achtung, zwei Buden ohne Banklizenz sind unterwegs

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am

Der BaFin zwei „Unternehmen“ oder auch „Buden“ aufgefallen, die behaupten Standorte in Deutschland zu haben, und BankgeschĂ€fte zu betreiben. Die BaFin weist aktuell darauf hin, dass diese Anbieter keine Banklizenz in Deutschland haben, noch unter der Aufsicht der BaFin stehen. Sollte man als Anleger als per Telefon, Email oder sonst wie in Kontakt mit diesen Anbieternamen kommen, ist höchste Vorsicht geboten. Hier die BaFin im Wortlaut.

Zurich Private Capital Group

Die „Zurich Private Capital Group“ mit angeblichen GeschĂ€ftssitzen in Frankfurt am Main und Hong Kong sowie Kontaktadressen in London, Dubai, Singapur, Mauritius, Mahe (Seychellen) und Mumbai wirbt im Internet unter zurichprivatecapital.com fĂŒr Spareinlagen, Geldanlagen und Vermögensverwaltung („Savings, Investments, Capital Management“). Die BaFin stellt vorsorglich klar, dass sie der „Zurich Private Capital Group“ keine Erlaubnis gemĂ€ĂŸ § 32 des Kreditwesengesetzes (KWG) zum Betreiben von Bank- und FinanzdienstleistungsgeschĂ€ften erteilt hat. Ein Unternehmen dieses Namens steht nicht unter ihrer Aufsicht.

Helmuth Newin Group

Die „Helmuth Newin Group“ mit angeblichen GeschĂ€ftssitzen in Regensburg und ZĂŒrich bietet im Internet unter www.helmuth-newin.com und per Telefon BankgeschĂ€fte und Finanzdienstleistungen an. Die BaFin stellt vorsorglich klar, dass sie der „Helmuth Newin Group“ keine Erlaubnis gemĂ€ĂŸ § 32 des Kreditwesengesetzes (KWG) zum Betreiben von Bank- und FinanzdienstleistungsgeschĂ€ften erteilt hat. Ein Unternehmen dieses Namens steht nicht unter ihrer Aufsicht.

Klickt man sich auf der Homepage dieses Anbieters durch, fĂ€llt zum Beispiel auf: Es ist gar kein Impressum vorhanden. Und außer ein wenig Bla Bla und ein paar Fotos ist kein richtiger Inhalt erkennbar. Es wirkt so, als solle hier lediglich eine oberflĂ€chliche Webseiten-PrĂ€senz dargestellt werden.


Banken-Skyline in Frankfurt. Foto: Christian Wolf, www.c-w-design.de (CC BY-SA 3.0 de)

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EU folgt USA mit 25% Stahlzoll gegen den Rest der Welt – warum das sinnvoll und notwendig ist

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Die USA haben es vorgemacht. Man verhĂ€ngte unlĂ€ngst Importzölle auf Stahl in Höhe von 25% quasi gegen den Rest der Welt. Nun folgt die EU heute, und verhĂ€ngt ebenfalls gegen den Rest der Welt Stahlzölle in Höhe von 25%. Da könnte man auf den ersten Blick sagen: Wenn die EuropĂ€er wie die Amerikaner per Gießkanne auch alle LĂ€nder mit Stahlproduktion bestrafen, sind sie ja auch nicht besser als die USA in Sachen Protektionismus.

Aber dieser Eindruck tĂ€uscht. Denn egal wie man es dreht und wendet. Der Schuldige in diesem Fall sind eindeutig die USA. Sie haben einen Lawineneffekt in Gang getreten, der nun bei der EU angekommen ist. Denn es ist nur folgerichtig. Die Amerikaner beschwerten sich ĂŒber zu viele Stahlimporte vor allem aus China. Da diese Verschiffungen Richtung USA fĂŒr die Importeure dank der US-Zölle nun nicht mehr rentabel sind, werden die Produzenten andere AbsatzmĂ€rkte fĂŒr ihren Stahl suchen, den sie bislang in den USA verkauft hatten.

Da bleibt als zweiter großer Absatzmarkt die EU, die nun droht mit Stahl vom Weltmarkt ĂŒberschwemmt zu werden, der in den USA zu teuer ist, und nun woanders abgesetzt werden muss. Jetzt könnte man auch sagen, dass die EU ein freier Markt ist, und dass eben diese freien MarktkrĂ€fte doch machen sollen, was sie wollen. Aber so eine kĂŒnstlich herbeigefĂŒhrte Überschwemmung wĂŒrde den europĂ€ischen Stahlmarkt noch schneller und stĂ€rker kaputt machen, als er es ohnehin schon ist.

Von daher ist es nur mehr als sinnvoll und nachvollziehbar, dass die EU heute mit einem vorlĂ€ufigen Zoll von ebenfalls 25% nachzieht, der erstmal 200 Tage lang gelten soll. Und wichtig: Anders als die USA erhebt die EU ab morgen nur Strafzölle auf Einfuhrmengen, wenn die bisher ĂŒblichen Einfuhrmengen ĂŒberschritten werden. Zitat EU-Kommission:

„Die US-Zölle auf Stahlerzeugnisse fĂŒhren zu Handelsumlenkungen, die den Stahlerzeugern und Arbeitnehmern in der EU schweren Schaden zufĂŒgen können. Wir haben keine andere Wahl, als vorlĂ€ufige Schutzmaßnahmen einzufĂŒhren, um unsere heimische Industrie vor einem Anstieg der Einfuhren zu schĂŒtzen“, sagte Handelskommissarin Cecilia Malmström dazu.

„Diese Maßnahmen stellen jedoch sicher, dass der EU-Markt offen bleibt und die traditionellen Handelsströme erhalten bleiben. Ich bin ĂŒberzeugt, dass die Interessen der EU-Erzeuger und der Stahlverbraucher, wie der Automobilindustrie und des Bausektors, die auf Einfuhren angewiesen sind, in einem ausgewogenen VerhĂ€ltnis zueinander stehen. Wir werden die Stahlimporte weiter beobachten, um spĂ€testens Anfang nĂ€chsten Jahres eine endgĂŒltige Entscheidung zu treffen“, betonte Malmström weiter.

Die vorlĂ€ufigen Maßnahmen betreffen 23 Kategorien von Stahlerzeugnissen und werden in Form eines Zollkontingents (TRQ) durchgefĂŒhrt. FĂŒr jede der 23 Kategorien werden Zölle in Höhe von 25 Prozent erst dann erhoben, wenn die Einfuhren den Durchschnitt der Einfuhren der letzten drei Jahre ĂŒbersteigen. Die Quote wird nach dem Windhundverfahren zugeteilt, d.h. zum jetzigen Zeitpunkt nicht von den einzelnen AusfuhrlĂ€ndern. Diese Maßnahmen gelten fĂŒr alle LĂ€nder, mit Ausnahme einiger EntwicklungslĂ€nder mit begrenzten Ausfuhren in die EU. Aufgrund der engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den LĂ€ndern des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraums (EWR) (Norwegen, Island und Liechtenstein) wurden sie ebenfalls von den Maßnahmen ausgenommen. Diese Ausnahmen sind sowohl mit den bilateralen als auch mit den multilateralen Verpflichtungen der EU im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar.


© European Union, 2015 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Christophe Maout

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Aktuell: Fed-Chef Powell vor dem US-Abgeordnetenhaus

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Gestern sorgte Fed-Chef Powell mit seinen „seid-rundum-sorglos-weil-alles-wunderbar-ist-und noch wunderbarer-wird“-Aussagen fĂŒr große Freude bei denjenigen, die gute Nachrichten fĂŒr gute Nachrichten halten (was eigentlich in den letzten Jahren nicht die vorherrschende Auffassung des Marktes war..). Faktisch aber hat Powell eben gestern vor dem Banken-Ausschuß des US-Senatsdauch klar gemacht, dass es wohl noch zwei Zinsanhebungen in 2018 geben werde.

Heute Powells Autritt vor dem US-Abgeordnetenhaus.

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