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Das Jahr 2016: Interessante Zahlen aus der deutschen Industrie

Was hat sich denn so getan in der deutschen Industrie im Jahr 2016? Da gab es zum Beispiel eine starke Zunahme chinesischer Käufe deutscher Unternehmen. Dabei konzentrieren sich die…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was hat sich denn so getan in der deutschen Industrie im Jahr 2016? Da gab es zum Beispiel eine starke Zunahme chinesischer Käufe deutscher Unternehmen. Dabei konzentrieren sich die Chinesen auf Technologieführer in ihrer jeweiligen Branche, wo man namentlich immer sofort beim Roboterhersteller Kuka landet. Beim Chip-Ausrüster Aixtron ging der Kauf in die Hose, weil US-Geheimdienste und US-Präsident Obama Mutti noch schnell flüsterten, dass das nicht in Ordnung ist. Die Gesamtzahl der Käufe aus China bekam man aber nicht so richtig mit.

Daher ist es jetzt interessant durch eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) zu sehen, dass von Januar bis Oktober 58 deutsche Unternehmen von chinesischen Investoren gekauft wurden – das waren in den zehn Monaten schon 19 Firmen mehr als im Gesamtjahr 2015. Mit 11,6 Milliarden Euro liegt die Kaufsumme schon 20 Mal so hoch wie im Jahr 2015! Was wir schon mehrmals schrieben, bestätigt auch EY. Die extrem hohen Kaufpreise, die Chinesen bereit seien zu zahlen, zeigten dass dahinter wohl eindeutig das Interesse des chinesischen Staates stehe Know How einzukaufen.

Es ist kein Geheimnis, dass China als großes Staatsziel ausgerufen hat die weltweite Führerschaft im Bereich HighTech zu übernehmen. Dies will man beschleunigen durch Zukauf des Wissens im Ausland. Warum seitens der EU oder der deutschen Bundesregierung hier nicht ein Riegel vorgeschoben wird, bleibt ein Rätsel. Dabei kann es jeder sehen, der hingucken will. In China sind 38 Branchen komplett für ausländische Käufer abgeschottet, in vielen anderen müssen ausländische Käufer zwangsweise chinesische Partner mit ins Boot holen.

Warum wohl? Ist doch klar, damit diese die Technologie für China sichern können. Von einem fairen gegenseitig offenen Markt kann nicht die geringste Rede sein. Hier gäbe es für Mutti eine relativ einfache Möglichkeit endlich mal Kante zu zeigen, dass sie mehr kann als nur ein Land zu verwalten – auch mal offensiv was tun und Technologie gegenüber einem aggressiven Staat sichern, der ganz klare strategische Interessen hat, das wäre mal ein Zeichen. Aber bisher hört man nur von Sigmar Gabriel leise fast winselnde Töne zu dem Thema. Man könnte mal, man müsste mal darüber reden, so fassen wir seine Aussagen hierzu sinngemäß zusammen. Da werden sich die Chinesen freuen über so viel Passivität in Deutschland.

Gewinne deutscher Großkonzerne

Die Gewinne deutscher Konzerne sind im Jahr 2016 gut gelaufen, wenn man schon mal die ersten neun Monate zugrunde legt. Die 100 umsatzstärksten Unternehmen hierzulande haben laut EY in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr 24% mehr verdient mit 89,4 Milliarden Euro. Mehr als interessant: Während sich die Gewinne also prächtig entwickeln, sind die Umsätze um 2,7% zurückgegangen auf 1,2 Billionen Euro. Vor allem in den Bereichen Chemie und Energie (-16 und -14%) gab es kräftige Rückgänge. Was bedeutet das, wenn man die Gesamtzahlen betrachtet und Einzelfälle ignoriert?

Das Thema Effizienzsteigerung scheint mehr denn je ein Thema zu sein. Niedrigere Treibstoffkosten, sinkende Lohnkosten durch Jobverlagerungen ins Ausland, höhere Produktivität – all das scheint bei sinkenden Umsätzen die Gewinne hochzutreiben. Ob das langfristig eine gesunde Entwicklung ist, sei dahingestellt – aber für den Moment dürfte das den Aktionär freuen.

Die Anzahl der Beschäftigten stieg um 1,9% auf 4,84 Millionen Menschen, was nur als bloße Brutto-Zahl genommen die These widerlegt, dass Arbeitsplätze ins billigere Ausland verlagert werden. Wir meinen aber: Die offiziellen Arbeitsmarktstatistiken zeigen den stetigen Abbau von Industriearbeitsplätzen. Also kann es sein, dass Industrieunternehmen zwar mehr Jobs, dafür aber deutlich schlechter bezahlte geschaffen haben, und das eher im Bereich Service und Logistik, als in der Produktion?

Führend bei Umsatz und Gewinn sind in Deutschland die Autobauer. Der nun gegen Jahresende immer schwächer werdende Euro, der vermeintlich auch im neuen Jahr schwach bleiben dürfte, wird ihnen beim Export wohl weiter unter die Arme greifen, so darf man es vermuten!

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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