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Dax: Die Bullen sitzen fest im Sattel, aber wie lange noch?

Dax: Die Bullen sitzen fest im Sattel, aber wie lange noch?
Dax-Bullen. Foto: robertobaumgartel - Freepik.com

Zum Wochenausklang krönte der Dax seine starke Performance mit einem neuen Allzeithoch bei 17.443 Punkten. Zum Handelsschluss stand ein Plus von 48 Punkten (0,28%) auf 17.419 Zählern zu Buche. Unter dem Strich summierte sich das Wochenplus im Leitindex auf knapp 1,8 Prozent – der höchste Gewinn seit Ende Januar. Angetrieben von der KI-Hausse erreichten in den USA alle drei großen Leitindizes ebenfalls ein neues Rekordhoch. Haben die Aktienmärkte auch nach dem jüngsten Sprung auf neue Bestmarken noch Luft nach oben? Das dürfte vor allem von wichtigen Inflationsdaten in dieser Woche abhängen, während die Flut von Firmenbilanzen am deutschen Aktienmarkt für Schwung sorgen könnte. Aus saisonaler Sicht bleibt es auch spannend, denn in der Historie hat der kommende Börsenmonat März oft eine wegweisende Rolle gespielt. Gerade in der ersten Märzhälfte sind Korrekturen nichts ungewöhnliches.

Momentan haben die Bullen jedoch das Heft des Handels fest in der Hand. Der Börsenhype rund um das Thema künstliche Intelligenz treibt die Kurse immer höher und zieht die Anleger weltweit in den Bann. Dazu haben vor allem die überragenden Geschäftszahlen von dem US-Chipkonzern Nvidia beigetragen. Ob der von den Technologiewerten angeführte Höhenflug weitergehen kann, wird auch von der Geldpolitik der großen Zentralbanken sowie vom fundamentalen Umfeld abhängen.

Geldpolitik: Frische Inflationsdaten

Zuletzt hatte sich die Aussicht auf eine schnelle Zinswende der Fed und EZB eingetrübt, was aber angesichts der euphorischen Stimmung nur wenig Beachtung gefunden hat. Selbst der Bremsklotz für die Börsen – die steigenden Kapitalmarktzinsen – gerieten in den Hintergrund, die in der Vergangenheit stets mit fallenden Indizes einhergingen. Das könnte sich jedoch in der neuen Handelswoche ändern, da in Deutschland, der Eurozone und den USA frische Inflationsdaten auf der Agenda stehen. Es gibt bereits Indizien dafür, dass die zugrundeliegende US-Inflation im Januar wahrscheinlich so stark gestiegen ist, wie seit einem Jahr nicht mehr. Die PCE-Kernrate, die von der Federal Reserve bevorzugte Messgröße, dürfte verdeutlichen, dass der Weg zur Eindämmung des Preisdrucks weiterhin holprig bleibt.

Um die schwächelnde Wirtschaft im Euroraum zu beleben, hoffen die Marktteilnehmer auf eine schnelle Zinsende der EZB. Doch der EZB-Rat wirkt gespalten und ist sich uneins über die Frage, wann die Zinsen letztendlich sinken sollen. Um neue Hinweise auf den Zinskurs der Notenbanken zu erhalten, blicken Anleger daher mit Hochspannung auf die kommenden Inflationsdaten. Die Diskrepanz zwischen dem Höhenflug am deutschen Aktienmarkt und der hiesigen Wirtschaft nimmt indessen immer weiter zu. Doch dabei wird häufig vergessen, dass der Dax nicht das desolate Geschehen, was sich politisch und wirtschaftlich in Deutschland abspielt, widerspiegelt. Denn die Dax-Konzerne machen ihre Gewinne überwiegend im Ausland.

Konjunkturdaten

In der zweiten Wochenhälfte stehen vor allem frische Inflationsdaten auf der Agenda, die das Potenzial haben, die Märkte zu bewegen. Hierzulande liegt das Augenmerk zudem auf dem GfK-Konsumklima am Dienstag und den Einzelhandelsumsätzen am Donnerstag. In den USA blickt man indessen auf neue Stimmungsdaten der Verbraucher und auf die 2. Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (Q4) am Mittwoch. Neben den BIP-Zahlen dürften ebenfalls die Auftragseingänge langlebiger Güter (Dienstag) und die Ausgaben der privaten Haushalte (Donnerstag) Aufschluss darüber geben, wie es um die US-Wirtschaft bestellt ist. Auf der Unternehmensseite liegt der Fokus auf den Bilanzen einiger Dax-Konzerne. So legen unter anderem Münchner Rück, MTU Aero, Covestro, Beierdorf  und Daimler Truck Holding Zahlen vor.

Dax: Doppelhoch möglich

Ob und wann der Dax korrigieren wird, wissen wir nicht, Umkehrsignale gibt es nämlich noch keine. Im Gegenteil, zuletzt wurde jede Marktschwäche aufgefangen und für neue Käufe genutzt. Die 17.000-Punkte-Marke ist aktuell die wegweisende Marke für Bullen und Bären. Oberhalb davon kann es durchaus weiter aufwärts gehen.

Long: Der Dax stieg zum Ende der vergangenen Handelswoche zwar auf ein neues Allzeithoch, dieses lag aber nur 14 Punkte über dem vorherigen Hoch. Hier könnte also ein Doppelhoch entstehen, sollte es zu einem Rücksetzer kommen. Da der Dax vorbörslich tiefer notiert, droht ein Abwärts-Gap zum Börsenstart. Eine erste wichtige Unterstützung liegt am Freitag-Tief bei 17.354. Hält sich der Index darüber, sind erneute Anstiege über 17.400 möglich. Auf der Oberseite steht weiterhin die Zone um 17.430/452 im Fokus. Erst ein Ausbruch darüber dürfte zusätzliches Aufwärtspotenzial bis 17.509 freisetzen.

Short: Ein Rutsch unter 17.354 könnte dagegen den Index in Richtung 17.297 und 17.279 bringen. Hier besteht dann wieder die Chance auf eine Drehung. Unterhalb von 17.279 rückt die Horizontale bei 17.212/198 ins Visier.

Dax-Chart von TradingView

Dax Unterstützungen (US)

17.279 – Tagestief 22.02.

17.198 – ex Allzeithoch

17.157 – Tageshoch 21.02.

17.118 – Gap 21.02.

17.063 – Tagestief 21.02.

17.049 – Tagestief 19.02.

17.019 – Tagestief 20.02.

17.003 – Tagestief 16.02.

16.945 – Gap 14.02.

16.904 – Zwischentief

16.857 – Tagestief 14.02.

16.821 – Februar-Tief

Dax Widerstände (WS):

17.404 – 161,8% Extension (16.345 – 16.999)

17.429 – Hochpunkt 22.02.

17.443 – neues Allzeithoch 23.02.

17.452 – 161,8% Extension (16.782 – 17.198)

17.495 – Pivot R2

17.509 – 161,8% Ext.

17.546 – Pivot R3

17.648 – 127,2% Ext. (14.588 – 17.003)

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich a. uch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



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2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Im DAX Kursindex gut zu sehen wie er an das All Time High von Ende 21 ran lief, es aber noch nicht nachhaltig überwinden konnte.

    Dazu muss man wissen, alle massgeblichen internationalen Indizes,werden als Kursindexe wiedergegeben und veröffentlicht.

    Die deutschen Indizes bilden hier eine Ausnahme.

  2. @Sebastian. „Dazu muss man wissen, alle massgeblichen internationalen Indizes,werden als Kursindexe wiedergegeben und veröffentlicht. Die deutschen Indizes bilden hier eine Ausnahme.“
    Wie oft „müssen“ wir das noch wissen, du Kopierer? Oder leidest du so am Vergesslichkeit über das bereits Kopierte?
    Der Kommentar erweitert unser Wissen jedenfalls nicht – massgeblich.

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