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Dax-Stimmung: Euphorie „gibt zu denken“

FMW-Redaktion

Die Stimmung der Dax-Investoren ist derzeit optimistisch bis geradezu euphorisch! Letzteres gilt besonders für die Privatinvestoren, die schon lange sehr positiv gestimmt sind, aber im Vergleich zur Vorwoche laut Umfrage der Deutschen Börse noch stärker ins Lager der Bullen gewechselt sind. So sind derzeit 64% der Privatinvestoren bullisch, ein Zuwachs von 8% zur Vorwoche. Nicht ganz so euphorisch dagegen die Profi-Investoren mit einem Bullen-Anteil von 55% – ein Plus von 5% zur Vorwoche.

Der heftige Optimismus geht überwiegend zu Lasten der Bären, die bei den Privaten nur noch 21% der Anleger stellen (-4% zur Vorwoche), bei den institutionellen Anlegern sind es noch 26% (-5% zur Vorwoche). Das schwächste Lager stellen die Neutralen, die bei den Profis 19% stellen (unverändert zur Vorwoche), bei den Privaten lediglich noch 15% (-4%).

Offenkundig sind also die Anleger bereits investiert in den Dax, sonst würden die Werte sicher anders aussehen. Und für die Bullen ist der hohe Grad an Optimismus eigentlich keine gute Nachricht – denn wenn fast alle schon investiert sind, wer soll dann noch kaufen?

Das ist auch Joachim Goldberg nicht entgangen, der deshalb zur Vorsicht mahnt:

„Dieser im internationalen Vergleich doch recht hohe Optimismus ist bemerkenswert (..).
Der wachsende Optimismus der von uns befragten Akteure gibt uns zu denken. Zumal die BofA Merrill Lynch-Umfrage kein Indiz dafür liefert, dass Aktien der Eurozone – diese sind im Vergleich zum Vormonat unverändert leicht übergewichtet – von internationalen Kapitalzuflüssen profitiert hätten. Damit ist der Optimismus unserer Investoren eher hausgemacht, verhindert jedoch, dass der DAX aus der jetzigen Position heraus Flügel verliehen bekommt. Vielmehr würden auf erhöhtem Kursniveau (bei ca. 10.800 Punkten) Gewinnmitnahmen einer stärkeren Bewegung zumindest temporär Sand ins Getriebe streuen. Gleichzeitig hat sich die Nachfragesituation an der Unterseite durch die jüngsten Aktienkäufe verschlechtert, womit der DAX gegen Rückschläge (gegebenenfalls nun auch unter 10.200 Zähler) verwundbarer geworden ist. Mit anderen Worten: Ohne frisches (internationales) langfristiges Kapital geht es für den DAX bestenfalls in die Richtung, die die wenigsten erwarten: seitwärts.“

Was Goldberg unter „im internationalen Vergleich doch recht hohe(n) Optimismus“ meint, zeigt schon ein Blick auf die Stimmung der amerikanischen Privatinvestoren! So ist laut neuester AAII-Umfrage der Anteil der Bullen in den USA mit nur noch 23,7% (-1,7% zur Vorwoche) auf völlig anderen Niveaus als in Deutschland. Jenseits des Atlantiks liefern sich vielmehr Neutrale und Bären ein enges Rennen, bei dem die Unentschlossenen mit 38,4% (-2,4% zur Vorwoche) noch knapp vorne liegen. Knapp dahinter aber die Bären mit 37,8% und einem Plus zur Vorwoche von 4,1%.

Während also die Stimmung der Amerikaner sehr mäßig ist kurz vor der US-Präsidentschaftswahl, sind die Teutonen einmal mehr allerbester Laune. Man sieht keinerlei Risiken (die Vola im Dax ist sehr niedrig), und alles wird noch besser, als es ohnehin schon ist, lautet offenkundig das Mantra!



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2 Kommentare

  1. tja Sentimentindikatoren Problem derer gibt es viele und alle sagen nicht das Gleiche….
    Euwax Sentiment ist ausgeglichen….fear und greed in USA negativ….letzteres spricht für eher steigende Kurse im DOW…..das würde zu noch stärker steigenden Kursen im
    DAX führen egal wie das Sentiment hier ist

  2. Avatar
    Bernhard Zimmermann

    Für mich ist dieser sinnfreie Anstieg nur dem morgigen Verfall geschuldet.

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