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Dax-Stimmung: Optimistische Profi-Anleger mit brachialer Bruchlandung!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das wird richtig teuer! Die Profis unter den Dax-Investoren sind offenbar auf dem völlig falschen Fuß erwischt worden, wie die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt. In der vorherigen Umfrage waren die Profis noch deutlich skeptischer gewesen, das Lager der Bullen hatte sich auf 39% reduziert. Aber das ist Schnee (und Geld?) von gestern – der Optimismus hat wieder stark zugenommen, und zwar um satte 21% auf nun 60%. Das bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit, dass die (vermeintlichen) Profis neue Long-Positionen eingegangen sind, die nun stark unter Wasser liegen. Zu den Bären zählen unter den institutionellen Investoren nur noch 27%, ein Minus von 9% zur Vorwoche, das Lager der Neutralen leert sich um 12% auf nun nur noch 13%.

Also sind die Profis „all in“ gegangen – und dürften nun den einen oder anderen Schweißausbruch bekommen (Trost-Spenden bitte auf das Konto der finanzmarktwelt.de überweisen, wir reichen das dann umgehend weiter an die Depressivsten unter den Profis! Von Überweisungen auf ein Konto der Deutschen Bank wird derzeit jedoch abgeraten..).

Weniger euphorisch dagegen die Privatanleger. Zwar hat sich auch hier das Lager der Bären reduziert, aber nur um 4% auf nun 29%. Neutral sind nun 19%, ein Plus von 5%. Aber auch bei den Privaten noch viel Zuversicht, das Lager der Bullen gewinnt 1% auf nun 52%.

Aus all dem kann man schließen, dass der Dax noch eine erhebliche Fallhöhe hat. Denn die derzeitige Mischung an den Märkten ist giftig: der Galube an die wundersame Heilkraft der Notenbanken ist schwer angekrazt – und die Notenbanken waren es, die die Kurse in den letzten Jahren nach oben getrieben hatten. Und in den USA realisiert man, dass die wundersame Wachstumsstory ein Ende hat – und das trifft vor allem jene Tech-Werte, die absurde Bewertungen aufweisen. Ganz zu schweigen von den Junk-Bond-Märkten, und den Banken, und und und..

In den USA ist daher die Stimmung weiterhin mies: nur noch 19,2% unter den Privatanlegern sind laut der neuen AAII-Umfrage noch optimistisch, ein Rückgang um 8,3%. Im Lager der Bären dagegegn nun 48,7%, ein Plus von 14%. Neutral sind demnach 32,1% (+5,7%)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter

    11. Februar 2016 12:43 at 12:43

    Hallo Herr Fugmann,
    der DOW-Future zeigt aktuell knapp minus 300 Punkte an, glauben Sie ernsthaft es wird so großes Gap gerissen? Das riecht nach Fake. Ich würde jetzt nicht mehr so schreien. Das bringt eh nichts… :-)
    Peter

    PS: Ihre Freude über fallende Kurse und Ihr Sarkasmus wird immer stärker und ich frage mich schon wo das herkommt.
    Haben Sie den Anstieg letztes Frühjahr total verpasst oder gar in die falsche Richtung gewettet? Das würde einiges erklären.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      11. Februar 2016 12:48 at 12:48

      @Peter, genau, ich wette immer in die falsche Richtung! Bin natürlich bis über beide Ohren Long..

      • Avatar

        Peter

        11. Februar 2016 13:14 at 13:14

        Das Stilmittel Ironie beherrschen Sie natürlich auch. :-)

        Sie lagen in den letzten Monaten mit ihrem Börsen-Pessimismus goldrichtig, das muss ich anerkennen.

        Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich bin aktuell nur wenig long, habe einen hohen Cash-Bestand und gehe flexibel nur kurzfristige Wetten ein. Ich fahre also nur auf Sicht, denn bei diesem Markt ist alles möglich.

  2. Avatar

    Gerd

    11. Februar 2016 13:44 at 13:44

    @peter: „Ihre Freude über fallende Kurse … wird immer stärker und ich frage mich schon wo das herkommt“.

    Was für eine Frage, wo sie gleichzeitig selbst anerkennen, dass er schon die ganze Zeit richtig liegt. Da kann er sich doch freuen.

    Ich verfolge seine Aussagen mehr oder weniger durchgehend seit Frühjahr letzten Jahres. Und in der Tat, er liegt nun mal richtig (bis auf kleine tageweise Ausreißer nach oben oder unten).
    Sowohl mit seinen Chartauslegungen als auch mit seinen Warnhinweisen (angefangen mit China) hat er übertrieben ausgedrückt, die Zukunft vorhergesagt.

    Und warum sollte er da in Sack und Asche gehen, ob er nun long oder short oder überhaupt nicht investiert ist. Alleine schon deshalb, weil er seinen Lesern wertvolle Hinweise geben konnte. Ob die sich wiederum
    daran orientiert oder gar gehalten haben und sich ebenfalls freuen können – oder auch nicht (so wie leider, leider, ich es auch nicht tat), das ist eine andere Sache.

    Vor grob vier-sechs Wochen wurde ihm halb ernst, halb spaßig vorgehalten, er würde alles immer so negativ sehen.
    Tja….ich kann nur hoffen, dass Herr Fugmann seine Meinung alsbald umkehrt und die Märkte sich dann daran halten und er damit einen fulminanten Anstieg auslöst:).

    Viele Grüße
    Gerd

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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